Wo viele erneuerbare Energien produziert werden, soll der Strompreis fallen. Das fordern die norddeutschen Flächenländer, die sich für unterschiedliche Preiszonen in der Bundesrepublik starkmachen. Sie würden die Hauptlast der Energiewende tragen, während Bayern Windkraft weiter „sabotiert“.

Energiekrise: Nordländer fordern Strompreiszonen

Deutschland soll in unterschiedliche Strompreiszonen aufgeteilt werden, fordern die norddeutschen Flächenländer Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern gemeinsam. Wo grüne Energie produziert wird, sollen auch die Menschen davon in Form von geringeren Entgelten profitieren, fordert unter anderem Niedersachsens Energieminister Olaf Lies (SPD). Für Bewohner soll es sich endlich bezahlt machen, dass der Norden seit Jahren die Hauptlast der Energiewende trage.

Auch laut Mecklenburg-Vorpommerns Energieminister Reinhard Meyer (SPD) könne es nicht sein, dass ausgerechnet Bundesländer, die vorrangig auf den Ausbau erneuerbarer Energien setzen, am Ende mit den höchsten Strompreisen konfrontiert seien. Je nach Bundesland fallen die Stromnetzentgelte unterschiedlich aus, in Schleswig-Holstein sind sie im Vergleich am höchsten. Pro Haushalt fallen laut einer Auswertung des Vergleichsportals Verivox 410 Euro netto bei einem Jahresverbrauch von 4.000 Kilowattstunden an (Quelle: Tagesschau).

Die deutlich geäußerte Kritik richtet sich vor allem gegen Bayern. Die dortige Landesregierung habe sich seit über 15 Jahren gegen den Ausbau von Stromnetzen gesträubt und die Errichtung neuer Windkraftanlagen sabotiert, kritisiert Schleswig-Holsteins Energieminister Tobias Goldschmidt. Eine Aufteilung in Strompreiszonen sei deswegen nur eine „logische Konsequenz“.

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Strompreise: Bayern weist Vorwurf zurück

Nach Ansicht des bayerischen Finanzministers Albert Füracker (CSU) würde den „irritierenden“ Vorschlägen der Nordländer „jede fachliche Grundlage“ fehlen. Bayern liege bundesweit bei der Produktion regenerativen Stroms auf dem zweiten Platz. Es sei „schlicht falsch“, dass Bayern den Ausbau regenerativer Energien vernachlässigen würde.

Recherchen des Bayrischen Rundfunks zufolge liege der Freistaat allerdings nur bei der installierten Leistung der neu gebauten Anlagen vorn. Was in Bayern also an Anlagen zur Gewinnung regenerativer Energien gebaut wird, hat eine hohe maximale Leistung. Wie viel sie tatsächlich leisten, steht auf einem anderen Blatt. Die Angaben, auf die sich Füracker, ebenso wie zuvor Ministerpräsident Markus Söder, bezieht, schicken Bayern in Relation zur Fläche und Bevölkerungszahl gerade mal ins Mittelfeld.