Mit Harvest Moon: Dorf des Himmelsbaumes ist ein neuer Titel der Serie für den 3DS erschienen. Seit über 20 Jahren weiß die Serie Generationen an Spielern zu unterhalten. Doch taugt das Spielprinzip nach all den Jahren noch immer etwas?

 
Harvest Moon: Dorf des Himmelsbaumes
Facts 
Harvest Moon: Dorf des Himmelsbaumes

Du hast gerade keine Zeit für den gesamten Test? Unten findest du das Fazit. 

Harvest Moon – Dorf des Himmelsbaumes: Englischer Trailer

Es ist schon eine Weile her, dass ich das letzte Mal meinen eigenen kleinen Bauernhof in Harvest Moon gepflegt habe. Auf dem SNES durfte ich schon bei Freunden das Originalspiel der Serie bestaunen. So wirklich verliebte ich mich jedoch auf dem Game Boy Color in die Bauernhof-Simulation. Im Grunde genommen handelte es sich dabei um eine grafisch und spielerisch vereinfachte Version des Super Nintendo-Games.

Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie abenteuerlich mir das Spiel vorkam. Noch lange bevor es das Internet gab, lag es an mir, neue Ecken in der Welt freizuschalten und zu erkunden. Ich musste herausfinden, wie lange eine Jahreszeit anhielt und wie ich am optimalsten meine Pflanzen und Tiere pflegen würde. Das Spiel wirkte komplex, vielseitig und aufregend – obwohl es vollkommen auf Action verzichtete.

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Es ist schon lange her

Seit meinem letzten Ausflug in die Farming-Simulation hat sich viel getan. Gefühlt 300 Harvest Moon-Titel sind für jede denkbare Plattform seitdem erschienen. Da verliert man schon mal den Überblick. Und doch habe ich selbst keinem dieser Games meine Aufmerksamkeit gewidmet. Es wurde also wieder einmal Zeit, meine Gießkanne auszupacken und Karotten anzubauen. Wie würde mir der Ausflug in die Oase der Erntegöttin gefallen?

Hatte ich damals auch so viel Geduld?

So fällt mir als erstes in Harvest Moon: Dorf des Himmelsbaumes auf, dass es eine Hintergrundgeschichte gibt. Moment mal: Gab es die damals auch? Ich fühle mich plötzlich senil. Ich kann mich nur noch an meinen Bauernhof erinnern. An banale tägliche Aufgaben und an freiwilliges Erkunden der Umgebung ... gab es damals auch eine universale Motivation, all das zu tun? 

Dann stelle ich fest, dass die Geschichte simpel ist: Hauche neues Leben in das einst fruchtbare Land, das nur noch öde Steppe ist. Dafür musst du – ganz überraschend – Pflanzen anbauen, Dorfbewohner glücklich machen und Tiere pflegen. Puh, doch richtig erinnert! 

Ziemlich schnell darf ich dann also meine ersten Pflanzen anbauen und pflegen. Alles schön und gut. Das erinnert mich ein bisschen an früher, aber so richtig stellt sich das abenteuerliche Gefühl von damals nicht ein.

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Mit jedem neuen Tag kommt ein neuer Bewohner ins Dorf. Es gibt immer weitere Sachen, die ich ausprobieren darf; neue Aufgaben, die ich bekomme. Das Ganze fühlt sich einfach an. Schrittweise erklärt mir das Spiel also, was ich alles so machen kann. Es kommt mir aber so vor, als ob ich mir die neuen Features nicht wirklich verdient habe, sondern einfach nur zugespielt bekomme. Klar, ich bin zu dem Zeitpunkt noch im Tutorial, doch fühlt es sich einfach so an.

Fehlende Freiheit

Mir fehlt das Gefühl, dass ich selbst meine Farm und das Umland frei erkunden kann. Ich muss erst die Handlungskette erspielen, die einen neuen Teil der Umgebung freischaltet. Ich baue Gemüse und Obst nur an, um Quests zu absolvieren. Das soll mich zwar motivieren, doch wirkt es geradezu demotivierend. Vor allem, weil die Gespräche mit den Dorfbewohnern zäh wirken und ich einfach mal gerne eine Routine hätte.

Und das wirkt ziemlich gegensätzlich zu dem, was ich von der Serie in Erinnerung habe. Nichtsdestotrotz wurde ich nicht vollkommen enttäuscht. Denn je länger ich spiele und Sachen freischalte, desto mehr stellt sich mein Bauernhof-Alltag ein. Ich stehe morgens auf, besuche meine Felder, pflege meine Tiere, besuche das Dorf. Mit meiner restlichen Zeit plane ich die Landschaft um, kümmere mich um die Anliegen der Bewohner und gehe angeln.

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Irgendwie besucht mich also doch das Gefühl meiner Kindheit wieder – wenn auch in abgeschwächter Form.

Wenn es eine Sache gibt, die mir besonders gut in Harvest Moon: Dorf des Himmelsbaumes gefällt, dann ist es, dass der Titel für einen Handheld perfektioniert wirkt. Wenn ich zwischendurch mal ein paar Minuten Zeit habe, dann spiele ich einen Tageszyklus durch. Dann weiß ich ganz genau, was ich das nächste Mal machen kann und muss.

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Fazit zu Harvest Moon: Dorf des Himmelsbaumes

Lohnt sich der Ausflug in die Oase der Himmelsgöttin? Eigentlich schon. Wenn du leichte Unterhaltung für zwischendurch auf deinem Handheld suchst, dann bist du hier richtig. Harvest Moon: Dorf des Himmelsbaumes ist optimal für den 3DS. Wenn du ein geduldiger Spieler bist, der keine schnelle Action braucht, dann findest du hier auch dein Glück. Kurz ist das Game auch nicht. Du wirst mit der Hauptgeschichte um die 25 Stunden beschäftigt sein. Auch Liebhaber der alten Teile werden ihren Spaß finden. Wenn du jedoch eine komplexe Handlung, tiefgründiges Gameplay und Action brauchst, dann lass es lieber sein.

Harvest Moon: Dorf des Himmelsbaumes wird dir gefallen, wenn du Spaß daran hast, Blumen zu gießen, Kühe zu melken und Fische zu angeln.

Harvest Moon: Dorf des Himmelsbaumes wird dir nicht gefallen, wenn dir langweilig wird, wenn sich Aufgaben wiederholen.

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Wertung
7/10
“Trotz einiger Enttäuschungen habe ich meinen virtuellen Ausflug auf den Bauernhof wirklich genossen. Harvest Moon: Dorf des Himmelsbaumes ist ein super Spiel für zwischendurch, bei dem du dich echt entspannen kannst! ”