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Nintendo lässt Mario-Veteranen im Stich – Princess Peach: Showtime macht einen großen Fehler

Princess Peach: Showtime erscheint am 22. März 2024 exklusiv für Nintendo Switch. (© Nintendo)
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Der erfolgreiche Super-Mario-Film hat sicherlich seinen Teil dazu beigetragen, dass wir aktuell ein Spiel nach dem anderen aus dem Mario-Universum bekommen. In Princess Peach: Showtime steht die namensgebende Prinzessin des Pilzkönigreichs im Fokus und Nintendo traut sich tatsächlich, neue Wege zu gehen, anstatt einfach den nächsten klassischen Nintendo-Plattformer rauszuhauen. Doch das Traditionsunternehmen hat dabei eine Sache vergessen, die vor allem erfahrenen Spielern den Switch-Hit madig machen könnte: die Herausforderung.

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Was für ein Theater!

Peach will sich eine Auszeit von ihren royalen Pflichten gönnen und stattet dem Funkeltheater einen Besuch ab. Noch vor der ersten Vorstellung wird das Theater von der bösen Grape und ihren maskierten Schergen überfallen. Sie entführen die Funkeli, die Hauptdarsteller der Stücke, und stiften auf allen Bühnen Chaos. Die Funkelfee Stella bittet Peach um Hilfe. Jetzt liegt es an euch, die Gruselvorstellung zu beenden und alle Funkeli zu retten.

Ein sehr genauer Blick auf Princess Peach: Showtime!

Wie in einer klassischen Levelauswahl üblich betretet ihr über das Theater die jeweiligen Level. Jedes Level verfolgt ein Thema mit einer kurzen Geschichte und ist wie ein Bühnenstück aufgebaut sowie liebevoll dekoriert – typisch Nintendo eben. So müsst ihr euch im ersten Stück einen Weg zu einem mittelalterlichen Schloss bahnen und den König retten.

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Anders als ihr es aus Mario-Spielen kennt, sind die Level nicht kurz und knackig, sondern laden zum längeren Erkunden ein. Die längsten Level können deshalb schon mal 10 bis 15 Minuten dauern. In jedem Level könnt ihr bis zu zehn Funkelkristalle sowie eine versteckte Schleife erhalten, indem ihr verschiedene und teilweise optionale Aufgaben löst. Dabei sammelt ihr natürlich auch jede Menge Münzen ein, mit denen ihr euch im Laden neue Kleider und Schleifen für Peach und Stella kaufen könnt.

Es gibt zwar nicht viele davon, aber die Zwischensequenzen sind wirklich schick. (Bildquelle: Nintendo)
Es gibt zwar nicht viele davon, aber die Zwischensequenzen sind wirklich schick. (Bildquelle: Nintendo)

Eine wandlungsfähige Darbietung

Im ersten Akt eines Stücks seid ihr zunächst als gewöhnliche Peach unterwegs, könnt aber zumindest mit Stellas Funkelkraft die Gegner vertreiben oder mit Gegenständen interagieren. Nach ein paar Minuten erreicht ihr schließlich eine Verwandlungsplattform, mit der Peach in die Hauptrolle des Stücks schlüpft und besondere Fähigkeiten erhält. So darf sich Peach als Fechterin, Detektivin, Superheldin oder gar Eiskunstläuferin versuchen. Insgesamt zehn solcher Verwandlungen erwarten euch im Spiel.

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Als Cowgirl macht ihr den Wilden Westen unsicher. (Bildquelle: Nintendo)
Als Cowgirl macht ihr den Wilden Westen unsicher. (Bildquelle: Nintendo)

Die Verwandlungen sind das Alleinstellungsmerkmal des Spiels und sorgen für jede Menge Abwechslung und einen wilden Genre-Mix. Während Peach als Fechterin oder Kung-Fu-Meisterin die Schergen im Nahkampf verkloppt, müsst ihr euch als Ninja oder Diebin bedeckt halten und euch an Gegnern vorbeischleichen. Im Detektiv-Stück ist die Lupe eure Waffe und es gilt Spuren zu folgen, sowie die richtigen Schlussfolgerungen zu ziehen. Als Patissière müsst ihr vorwiegend in Minispielen bestehen, indem ihr Torten dekoriert oder Kekse backt. Und als Meerjungfrau erkundet ihr die Gewässer und lenkt Fische mit eurer magischen Stimme.

Zu jeder Verwandlung der zehn Verwandlungen gibt es drei Level, macht unterm Strich also insgesamt 30 Level. Die meisten Verwandlungen wurden gut umgesetzt und bieten über die Level hinweg genug Varianz. Auf der anderen Seite gibt es aber auch repetitive Segmente, wenn ihr zum Beispiel als Patissière oder Eiskunstläuferin im Grunde immer die gleichen Minispiele absolvieren müsst.

Einige Spielabschnitte erinnern an Minispiele aus Mario Party. (Bildquelle: Nintendo)
Einige Spielabschnitte erinnern an Minispiele aus Mario Party. (Bildquelle: Nintendo)

Für wen ist das Spiel geeignet?

Die Abwechslung der zahlreichen Verwandlungen hat aber auch seinen Preis: Da sich Peachs Fähigkeiten ständig ändern, muss alles sehr simpel bleiben, damit es nicht zu Verwirrungen kommt. Das Spiel wird mit der Zeit auch nicht komplexer, sondern bietet einen eher einheitlichen Schwierigkeitsgrad, der äußerst niedrig ist. Princess Peach: Showtime richtet sich an die ganz kleinen Nintendo-Fans oder unerfahrene Spielerinnen und Spieler, die Gaming gerade als Hobby für sich entdecken. Das sieht man schon daran, dass Peach standardmäßig fünf Treffer einstecken kann, bevor ihr am Checkpoint neu starten müsst – drei weitere Herzen lassen sich hinzuschalten.

Das ist schade und ärgerlich, denn in der Regel versucht Nintendo, an all seine Fans zu denken. Klar, auch ein Super Mario Bros. Wonder will zunächst die jungen Spieler erreichen. Nichtsdestotrotz gibt es dort eine angemessene Lernkurve und optionale Spezial-Level, die selbst Nintendo-Experten eine Herausforderung bieten. Das fehlt leider in Princess Peach: Showtime.

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Die Minibosse und Bosse bieten noch die größte Herausforderung und sind durchaus gelungen. (Bildquelle: Nintendo)
Die Minibosse und Bosse bieten noch die größte Herausforderung und sind durchaus gelungen. (Bildquelle: Nintendo)

Ach ja, bei nur 30 Leveln fragt ihr euch bestimmt, wie es mit der Spielzeit aussieht. Die Länge der Stücke gleicht das aus, sodass ihr circa 7 bis 8 Stunden benötigt, um Princess Peach: Showtime durchzuspielen. Das ist ein ordentlicher Umfang für dieses Genre. Neue Inhalte nach dem Spielende und die Suche nach allen Funkelkristallen können euch noch einige Stunden mehr beschäftigen. Allerdings wird die Spielzeit dabei auch ordentlich gestreckt. Das liegt in erster Linie daran, dass ihr Level immer komplett abschließen müsst, wenn ihr verpasste Sammelobjekte nachholen wollt. Sonst wird der Fortschritt nicht gespeichert. Da die Level sehr lang sein können, verliert man schnell die Motivation, alles im Spiel abzuschließen.

Die Detektiv-Level sind auch so nicht besonders spannend. Eine Qual wird es, wenn ihr sie wegen verpassten Sammelobjekten wiederholen müsst. (Bidlquelle: Nintendo)
Die Detektiv-Level sind auch so nicht besonders spannend. Eine Qual wird es, wenn ihr sie wegen verpassten Sammelobjekten wiederholen müsst. (Bildquelle: Nintendo)

Gestreckt wird die Spielzeit aber leider auch mit langen Ladezeiten. Bis ein Level startet, vergehen schon mal 20 Sekunden. Darüber hinaus wird die hübsche Präsentation durch weitere technische Unzulänglichkeiten getrübt. Die Auflösung ist überraschend niedrig und kleine Ruckler fallen immer wieder negativ auf. Und das, obwohl das Spiel mit 30 Bildern pro Sekunde läuft, feste Kameraperspektiven hat und sonst auch grafisch nichts Anspruchsvolles stemmen muss. Die Power der Switch liefert in diesem Fall keine Rechtfertigung für die Performance-Probleme.

Princess Peach: Showtime! - [Nintendo Switch]
Princess Peach: Showtime! - [Nintendo Switch]
Preis kann jetzt höher sein. Preis vom 23.07.2024 19:38 Uhr

Fazit zu Princess Peach: Showtime

Eine Bewertung fällt mir schwer, denn ich bin eindeutig nicht die Zielgruppe für Princess Peach: Showtime. Dafür ist das Spiel zu simpel und zu einfach. Die ganz kleinen Nintendo-Fans wird Peachs zauberhaftes Abenteuer begeistern, aber es ist unüblich, dass Nintendo so viele Fans ausschließt.

Erfahrenen Spielern will ich aber nicht komplett vom Spiel abraten. Wenn ihr etwas Entspanntes zocken und euch vom Nintendo-Charme berieseln lassen wollt, dann ist das vielleicht auch was für euch. Die Liebe zum Detail, die Abwechslung und die kurzweiligen Minispiele kann ich auch ohne die Herausforderung wertschätzen. Einzig die Detektiv-Level waren für mich wirklich langweilig, da hier seichte Dialoge und Rätsel im Mittelpunkt stehen.

Wenn ihr die Befürchtung habt, dass der Schwierigkeitsgrad ausschlaggebend sein könnte, dann solltet ihr die Demo des Spiels testen, die ihr kostenlos im eShop herunterladen könnt. Viel schwieriger wird es nach Abschluss der Demo nämlich nicht.

Wertung
7.5/10
“Endlich mal wieder ein neuer Ansatz und kein klassischer Nintendo-Plattformer. Peachs Verwandlungen sorgen für viel Abwechslung, aber es fehlt die Herausforderung. Erfahrene Spieler könnten sich deshalb langweilen. Die technische Umsetzung lässt ebenfalls zu wünschen übrig.”
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