Kostenlose Online-Virenscanner: Viren uploaden!

Marco Kratzenberg 1

Online Virenscanner treten immer dann in Aktion, wenn mal wieder eine Datei sehr verdächtig ist, aber der installierte Virenscanner nichts finden kann. Wir können hier Viren uploaden und erfahren, um was für Schädlinge es sich handelt.

Virenscanner sind nur so gut, wie ihre Erkennungsmechanismen. Zwar versorgen sich die Programme heutzutage automatisch mit den neuesten Mustern, aber sie sind nun einmal nicht alle gleich gut und gleich aktuell. Das Beste wäre, man könnte gleichzeitig mehrere Virenscanner auf dem Rechner nutzen. Das Zweitbeste sind Webseiten, auf denen man die Beute gleich mehreren Online Virenscannern vorwerfen kann.

Sehr häufig sind verschiedene Dateien ja bereits beim Eintreffen verdächtig. Wenn mal wieder eine seltsame Abmahnung per Email eintrifft, die eine angebliche Rechnung in einer ZIP-Datei enthält, dann sollte im Idealfall der gratis Virenscanner Alarm schlagen und die Bedrohung finden. Wenn das aber nicht der Fall ist und das verwendete Virenschutz den neuen Gegner noch nicht kennt, dann will man vielleicht sichergehen, und dann empfiehlt sich ein Test mit verschiedenen Online Virenscannern.

Der Online Virenscan mit mehreren Scannern gleichzeitig

Die Produzenten von Virenscannern bieten teilweise die Möglichkeit an, Dateien zum Online-Virenscan hochzuladen. Das sind aber leider nicht alle und vor allem bedeutet das in der Praxis, dass man so lange von Webseite zu Webseite wandert, bis man endlich ein klares Ergebnis bekommt. Oder noch schlimmer: Man verlässt sich darauf, dass der Online Virenscan der ersten Seite ausreicht, bekommt ein negatives Ergebnis und öffnet die Datei. Schon ist es passiert und man hat sich einen Trojaner eingefangen.

Es gibt aber auch Seiten, die in enger Zusammenarbeit mit mehreren Herstellern kommerzieller und kostenloser Virenscanner einen Dienst anbieten, bei dem man eine verdächtige Datei hochladen und auf Viren online scannen lassen kann. Der Vorteil dabei: Die Datei wird gleichzeitig von bis zu 46 (bei Virustotal) verschiedenen Virenscannern untersucht. Die Wahrscheinlichkeit ist also hoch, dass einer dieser Online-Virenscanner die Bedrohung erkennt, wenn sie wirklich vorhanden ist.

Die bekanntesten und vermutlich auch besten dieser Multi Online Virenscanner-Seiten sind zum einen der Jotti Virenscan Online-Service, zum anderen der Multi Virenscanner, den Virustotal online anbietet. Jotti scannt derzeit mit 21 verschiedenen Online Virenscannern. Virustotal bietet sogar den Online Virenscan mit 46 verschiedenen Programmen. Der Service ist kostenlos und wird in der Regel sofort nach dem Datei Upload gestartet. Bereits nach wenigen Minuten weiß man Bescheid, ob die verdächtige Datei wirklich von einem Virus oder Trojaner befallen ist.

Allerdings sollte man sich so oder so nicht zu einhundert Prozent auf das Ergebnis verlassen. Findet wirklich keiner der Virenscanner online einen Virus, dann heißt das nicht, dass auch absolut keiner drin ist! Es kann sein, dass der vermutete Virus so aktuell ist, dass keines der Programme ihn kennt. Doch ist in so einem Fall zugegebenermaßen die Wahrscheinlichkeit schon recht hoch, dass die Datei sauber ist. Andersherum bedeutet es nicht, wenn sich ein oder zwei der Programme über einen angeblichen Virenfund beschweren, dass die Datei wirklich gefährlich ist. Einige Programme schlagen bereits Alarm, wenn eine ausführbare Datei mit einem Packer bearbeitet wurde, der sie kleiner machen soll. Das werten sie als Versuch, die Virenkennung zu verstecken. Ein Beispiel dafür ist das obige Bild von Jotti - die Datei ist absolut sauber, aber Clam AV mag keine Packer.

Eine Datei mit einem Virenscanner online analysieren lassen

Noch einen Schritt gründlicher ist der Malware Check von ThreatExpert. Wer hier ein sofortiges Ergebnis erwartet wird enttäuscht. Denn diese Virenanalyse geht noch einen Schritt weiter, als die normalen gratis Online-Virenscanner. Hier muss man die verdächtige Datei hochladen und auch eine Emailadresse angeben. Und dann wird die Datei in einer künstlichen Windows-Umgebung gründlich untersucht. Sie wird nötigenfalls entpackt und dann gestartet. Dabei beobachtet das Online-Viren-Analysetool das Verhalten des Programme. Was tut es? Welche Dateien und Ordner legt es an? Versucht es vielleicht sogar, sich mit einem anderen Server zu verbinden und einen Download zu starten?

All solche Verhaltensweisen werden genau protokolliert. Zusätzlich findet natürlich ein Virenscan statt. Und am Ende bekommt der Einsender eine Mail mit einem Link zu einem genauen Protokoll. Hier kann er ganz genau sehen, was die eingesendete Datei tut und er bekommt eine Einschätzung hinsichtlich ihrer Gefährlichkeit.

Die Online-Virenanalyse von ThreatExpert ist natürlich auch nicht der Weisheit letzter Schluss, aber sie weist schon deutlich auf verdächtiges Verhalten hin. Wer ganz sicher gehen will, nutzt sowieso gleich mehrere Online-Virentests und muss selbstverständlich auch seine kostenlose Antiviren Software ständig aktuell halten. Sonst ist sie sinnlos.

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