Das Bier ist kalt gestellt, der Grill langsam herausgeputzt und das EM-Sonderheft landet allmählich in den Kiosken. Die EM 2016 steht vor der Tür. Egal, ob daheim vor dem TV-Gerät, auf der Fanmeile beim Public Viewing oder unterwegs im Live-Stream, die Spiele der Fußball-Europameisterschaft werden wieder viele Leute ansehen, die sonst kaum mit Fußball in Berührung kommen.

Was ist Abseits beim Fußball? Definition der Regel

Da wird sich bei vielen regelmäßig die Frage stellen: „Was ist Abseits?“ Bei uns findet ihr eine schnelle und leicht verständliche Antwort, mit der auch Fußballanfänger und Bolzplatz-Laien etwas anfangen können.

Was ist Abseits? Schnell und einfach erklärt

Ob Abseits oder nicht, dürfte neben „Drin oder nicht drin“ eine der meist diskutierten Fragen sein, seitdem gegen den Ball getreten wird. Die Abseitsregel, wie man sie heute im Fußball kennt, gilt seit 1925. 1990 wurde das Abseits auf gleicher Höhe aufgehoben.

Doch fangen wir von vorne an. Neben der Grundregel, was als Abseits definiert wird, gibt es noch zahlreiche Sonderfälle, die auch bei Fußball-Kennern noch regelmäßig für neue Diskussionen sorgen Das Abseits im Fußball wird in Regel 11 des offiziellen FIFA-Regelwerks definiert:

Ein Spieler steht im Abseits, wenn dieser bei einer Ballabgabe eines Spielers seiner eigenen Mannschaft näher am gegnerischen Tor ist, als zwei verteidigende Spieler.

Dabei muss der im Abseits stehende Spieler bei Abgabe des Balles folgende Eigenschaften aufweisen:

  • Der Spieler ist näher an der gegnerischen Torlinie, als der Ball.
  • Der Spieler ist näher an der gegnerischen Torlinie, als der vorletzte Gegenspieler, bzw. steht im Abseits, wenn weniger als zwei Gegner bei der Ballabgabe vor ihm sind.

Ein Spieler befindet sich genau dann im Abseits, wenn er bei der Ballabgabe näher zum gegnerischen Tor steht als zwei Spieler der gegnerischen Mannschaft. Bei den gegnerischen Spielern kann es sich um den Torwart oder um einen Feldspieler handeln. Als Gegenspieler gelten dabei sowohl Verteidiger, als auch Stürmer. Lümmelt ein Torwart im Spielfeld herum, hängt die Abseitsentscheidung von den letzten beiden Verteidigern vor dem eigenen Tor ab.

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Eine Abseitsposition in der eigenen Spielhälfte ist nicht möglich. Auch bei den Standardsituationen Eckball, Abstoß und Einwurf gibt es kein Abseits. Befinden sich der eigenen Spieler und der gegnerische Verteidiger auf einer Linie, wird auf „gleiche Höhe“ entschieden. Dabei wird kein Abseits gepfiffen. Ausschlaggebend sind alle Körperteile, die zum Toreschießen eingesetzt werden können. Ist ein Angreifer also mit der Fußspitze über der imaginären Linie, wird „Abseits“ gepfiffen, Arme und Hände werden hingegen nicht in die Entscheidung mit einbezogen.

Aufgehoben wird die Abseitsregel zudem, wenn der Ball von einem Angreifer (1) zurückgespielt wird, der zweite Angreifer (2) sich also hinter dem Ball befindet.

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Weiterhin ist ein Spieler nicht im Abseits, wenn er zwar näher an der gegnerischen Linie ist, als der vorletzte Gegenspieler, allerdings hinter dem Ball steht, also z. B. bei Rückpässen eines Offensivspielers.

Immer wieder wird zudem vom „passiven Abseits“ gesprochen. Diese Regel greift, wenn ein angreifender Spieler sich zwar in einer Abseitsposition auf dem Spielfeld wiederfindet, jedoch nicht aktiv in das Spielgeschehen eingreift. Befindet sich ein Spieler etwa an der Eckfahne, während der Ball im Strafraum gespielt von anderen Spielern bespielt wird, liegt kein Abseits vor. Für eine Abseitsposition muss der Spieler jedoch nicht zwangsläufig den Ball berühren. Vielmehr reicht es bereits aus, wenn der Akteur in Abseitsposition direkt vor dem Torwart steht und diesem etwa die Sicht behindert. Auch hier wird die Frage mit „Ist das Abseits“ mit „Ja“ beantwortet, wenn der Angreifer ohne Ballkontakt alleine durch seine Position eine Situation beeinflusst. Das „passive“ Abseits wird so aufgehoben.

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Was ist Abseits? Definition der Regel – passives Abseits?

Befindet sich ein Spieler noch im Strafraum, z. B. weil er eine kurzweilige Blessur hatte, kann der Angreifer das Spielfeld verlassen und sich hinter die Grundlinie stellen. So hebt er seine eigene Abseitsstellung auf, darf allerdings nicht ohne Weiteres wieder auf den Platz, sondern muss sich beim Schiedsrichter melden. Auf der Gegenseite dürfen sich Abwehrspieler allerdings nicht vom Platz schleichen, um Angreifer ins Abseits zu stellen. Ist ein Spieler außerhalb des Spielfelds hinter dem Tor, zählt der Schiedsrichter den Spieler als aktiven Verteidiger, der für die Abseits-Definition zu werten ist.

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Schwarz auf weiß liest sich das sehr plausibel und verständlich, doch in der Spielpraxis sind schon einige Fäuste geflogen und Millionen verbrannt worden, weil Abseitsstellungen falsch erkannt wurden und so unberechtigterweise für Tor oder Nicht-Tor entschieden wurde. Die Schiedsrichter müssen binnen Sekunden entscheiden, ob ein Spieler bei der Ballabgabe im Abseits steht oder nicht. Zwar helfen die Linienrichter auf den Außenlinien bei der Entscheidung, doch auch hier handelt es sich um Menschen, die durchaus Fehler machen können oder ihre eigene Einschätzung haben. Im Gegensatz zur Entscheidung, ob ein Ball im Tor war oder nicht, wird es auch in Zukunft nur auf die menschliche Entscheidung ankommen, ob ein Spieler im Abseits stand. Bei uns findet ihr alle Infos zu den Regeln und zum Modus der WM 2014.

Bilder: Michael Dechevchaiyapruek youprasert

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