3 psychologische Gründe, warum wir uns in manchen Videospielen wie „zu Hause“ fühlen

Daniel Hartmann 2

Vielleicht kennst du das friedliche und angenehme Gefühl, wenn du nach einer langen Reise nach Hause kommst, auch aus einem Videospiel. Eine schöne Erfahrung, die mit einem kurzen Blick in unser Gehirn sogar recht simpel zu erklären ist.

3 psychologische Gründe, warum wir uns in manchen Videospielen wie „zu Hause“ fühlen

In Videospielen finden wir immer wieder Orte, an die wir gerne zurückdenken und noch viel lieber zurückkehren. Es sind Orte mit einem guten und vertrauten Gefühl, fast wie ein Zuhause. Das ist kein Gerede, um die eigene Zockerei zu rechtfertigen, sondern schlicht ein Resultat daraus, wie unser Gehirn Emotionen mit Orten, Dingen und Personen verknüpft. Polygon hat in diesem Zusammenhang mit Jenny Saucerman gesprochen, einer Expertin in Sachen Lernpsychologie, die Lernspiele und Simulationen entwickelt. Ich habe aus dem Artikel die drei maßgeblichen Gründe zusammengefasst, die dazu führen, dass wir uns in einigen Videspielen wie „zu Hause“ fühlen.

Mein persönliches virtuelles Zuhause ist die Normandy, das Raumschiff aus Mass Effect 1-3. Ein Ort an dem ich mich immer wohlgefühlt habe und die Psychologie weiß auch ganz genau warum.

Vertrauen durch Gewohnheit

Der erste Grund nennt sich Mere-Exposure-Effekt (oder auch Familiarity-Effect) und bedeutet einfach, dass wir, je öfter wir einer Sache begegnen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass wir sie mögen. Das tritt selbst dann ein, wenn wir der Sache bei der ersten Begegnung nur neutral gegenüber stehen. Vielleicht kennst du das von einem Song, der dir je öfter du ihn hörst immer besser gefällt.

Mit meinen über 600 Stunden in Mass Effect, von denen ich an anderer Stelle schon mal erzählt habe, habe ich einiges an Zeit auch auf der Normandy verbracht und das Schiff wuchs mir ans Herz. Ich kenne also gefühlt jede Computerkonsole und jede Schweißnaht auf diesem Schiff.

Der dritte Ort

Die Orte Eins und Zwei sind das tatsächliche Zuhause und die Arbeit. Der dritte Ort ist Rückzugsort dieser beiden Dinge. Häufig finden Menschen diesen, in Orten mit sozialer Interaktion. Es ist eine Umgebung abseits von alltäglichen Verpflichtungen, die aber auch etwas Vertrautes und Gewohntes hat. Für viele Menschen handelt es sich dabei um Bars, Kinos oder eine Kirche. Der dritte Ort muss aber nicht zwangsweise ein realer sein. Auch Bücher oder eben Videospiele können so ein Ort sein. Grundsätzlich geht es um das Bedürfnis eine Nische zu finden, um dem eigenen Alltag zu entfliehen.

Selbst innerhalb des Spiels ist die Normandy kein Ort, an dem ich „arbeite“, das meiste der Geschichte in der ich wirklich aktiv bin, passiert außerhalb des Schiffes. Auch wenn es sich bei den Crew-Mitgliedern um NPCs handelt, so findet die soziale Interaktion im übertragenen Sinne durch Commander Shepard auch statt. Wenn ich spiele, ist die Normandy ein Ort der Ruhe und des Auftankens, also ein dritter Ort innerhalb des Spiels.

Nostalgie

Gerade Spiele oder Spiele-Reihen, die uns seit Jahren, wenn nicht sogar seit unserer Kindheit begleiten, haben einen ganz besonderen Platz in unseren Herzen und psychologisch gesprochen damit auch in unserem Gehirn. Nostalgie beschreibt das Hervorrufen eines bestimmten Gefühls durch einen Reiz. Wir sehen, hören, riechen oder fühlen etwas, das uns an eine Sache und das damit verbundene Gefühl erinnert.

Das Rauschen beim Flug mit Überlichtgeschwindigkeit, mit dem gelegentlichen Piepsen einer Konsole ist mein akustischer Nostalgie-Reiz. Allein das Hören dieses Geräusches kann bei mir die Stimmung aufhellen.

Dieses „Zuhause-Gefühl“ ist naturgemäß rein subjektive Wahrnehmung und bedeutet für jeden etwas anderes. Gerade in Spielen, in denen wir Einfluss auf Verlauf und Geschwindigkeit der Geschichte haben, sind wir emotional viel investierter, was dann auch zu einer stärkeren emotionalen Bindung zu einem Spiel führt.

Mehr Emotionen in Videospielen findest du in diesem Artikel-

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Welches Spiel oder welcher Ort innerhalb eines Spiels fühlt sich für dich wie „zu Hause“ an? Was löst dieses Gefühl aus? Möglicherweise das, was du siehst oder das, was du hörst? Teile deine Geschichte in den Kommentaren.

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