Deutschland steuert auf den Winter der Wahrheit zu: Reicht das Gas oder wird Privathaushalten und Unternehmen der Hahn abgedreht? Die Bundesnetzagentur bereitet sich auf den Extremfall vor und hat dazu eine Software entwickelt, die die schlimmsten Folgen eines Gasmangels verhindern soll.

Ganz Deutschland schaut mit Furcht auf die kommenden Wintermonate. Die verringerten Gaslieferungen aus Russland schüren die Sorge vor einem kalten Winter. Im Mittelpunkt der Krise: die Bundesnetzagentur. Die deutsche Behörde entscheidet im Fall der Fälle, wer noch Gas bekommt – und wer hingegen leer ausgeht. Eine neue Software soll das Management dieser Entscheidung erleichtern.

Bundesnetzagentur entscheidet mit neuer Software, wer wie viel Gas bekommt

Die „Sicherheitsplattform Gas“, so der Name, kommt zum Einsatz, wenn die Bundesregierung die dritte und letzte Stufe im nationalen Notfallplan Gas aktivieren muss. Das passiert, wenn aufgrund der verringerten russischen Gaslieferungen der Gasmarkt in Deutschland zusammenbricht und Verbraucher nicht mehr versorgt werden können (Quelle: Welt).

Ab dem 1. Oktober sind die größten Gasverbraucher in Deutschland verpflichtet, sich dort zu registrieren und aktuelle Daten vorzulegen. Dazu gehören etwa die Kosten einer unterbrochenen Gasversorgung, die restliche vorhandene Gasmenge oder die soziale Relevanz der eigenen Produkte. Sollte es zu einer Gas-Rationierung kommen, will die Bundesnetzagentur unter anderem anhand dieser Daten entscheiden, welches Unternehmen noch wie viel Gas erhält. Auch die Verletzbarkeit von Lieferketten ist Teil der Abwägung. So soll verhindert werden, dass die Rationierung vor- oder nachgelagerte Branchen nicht unnötig in Mitleidenschaft zieht.

Mit der Sicherheitsplattform Gas will die Bundesnetzagentur also die negativen Effekte einer Gas-Rationierung so gering wie möglich halten.

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