Die Zinswende für Privatkunden kündigt sich an: Als erstes großes Geldinstitut in Deutschland hebt die ING ihre Freibeträge für Negativzinsen wieder massiv an. Viele Kunden müssen damit nicht mehr draufzahlen, wenn sie ihr Geld bei der Bank parken, aber nicht alle. Ob sich sparen damit bald wieder lohnt, steht noch auf einem anderen Blatt.

ING hebt Freibeträge an: Viele Bankkunden können aufatmen

Die Zeiten, in denen deutsche Sparer bluten müssen, scheinen sich ihrem Ende zu nähern. Die ING wird ab 1. Juli die Freibeträge für ihre Kundinnen und Kunden massiv anheben: Von aktuell 50.000 Euro steigt der Freibetrag auf 500.000 Euro pro Konto. Die Minuszinsen sind damit zwar nicht abgeschafft, betreffen aber nur noch wenige Kontoinhaber.

„Mit der Erhöhung des Freibetrags für Guthaben auf dem Giro- und Extra-Konto entfällt das Verwahrentgelt für 99,9 Prozent unserer Kundinnen und Kunden“, so Nick Jue, Vorstandsvorsitzender der ING in Deutschland (Quelle: ING). „Wir haben als eine der letzten Banken ein Verwahrentgelt eingeführt und schaffen es als eine der ersten quasi wieder ab.“

Damit löse man zudem für fast alle Kunden das Versprechen ein, die positive Zinsentwicklung am Markt weiterzugeben. Die ist zwar noch gar nicht eingetreten, wird aber im Sommer erwartet. Von einem ersten Schritt der Leitzinserhöhung durch die EZB auf immerhin 0,25 Prozent wird derzeit ausgegangen.

Der nun deutlich angehobene Freibetrag soll laut ING ab 1. Juli 2022 gelten. Für Neukunden, die ab dann ein Konto eröffnen, werden die neuen AGB mit 500.000 Euro Freibetrag gelten. Bestandskunden müssen ab diesem Zeitpunkt ebenfalls unterhalb der Grenze automatisch keine Minuszinsen mehr zahlen.

Neukunden will man zudem ab 1. Juli wieder ein Tagesgeld-Konto, genannt Extra-Konto, anbieten. Dies hatte die ING zuvor für neue Kunden eingestellt. „Sollte sich das Zinsumfeld weiterhin positiv entwickeln, werden wir auch unsere Kundinnen und Kunden an dieser Entwicklung teilhaben lassen“, kündigt der Deutschlandchef weiter an.

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Auch ohne Minuszins: Sparer müssen sich was einfallen lassen

Das Ende der Niedrigzinsphase sei der Schritt hingegen nicht. Wer der hohen Inflation etwas entgegen halten will, muss anderer Wege finden als zu sparen. Das gilt auch für ING-Kunden. Viele von ihnen müssen aber immerhin bald zusätzlich zur allgemeinen Teuerung nicht mehr die regelmäßigen Abbuchungen des Verwahrentgelts fürchten.