Die Mutter der Handelsketten Lidl und Kaufland möchte Amazon einen wichtigen Geschäftsbereich streitig machen. Eine Cloud-Lösung für Unternehmen und öffentliche Verwaltungen soll es werden, die auf Rechenzentren in Deutschland setzt.

 
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Lidl-Mutter will ins Cloud-Geschäft

Die Schwarz-Gruppe, zu der unter anderem Lidl und Kaufland gehören, möchte seine bislang intern genutzte Cloud-Lösung auch öffentlich anbieten. Die Cloud-Plattform Stackit soll dabei sowohl anderen Unternehmen wie auch der öffentlichen Verwaltung angeboten werden. Man möchte sich als deutsche und europäische Lösung für einen Markt präsentieren, der bislang von US-Konzernen wie Amazon (AWS) und Microsoft (Azure) dominiert wird.

Ziel des Angebots sei es, die „digitale Souveränität und Wettbewerbsfähigkeit“ der deutschen Wirtschaft zu stärken. Seit drei Jahren ist die Plattform Stackit bei der Schwarz-Gruppe intern im Einsatz. Bei der IT-Tochter sind rund 4.000 Mitarbeitern beschäftigt. Die Rechenzentren befinden sich in Deutschland und sollen „höchsten europäischen Sicherheitsstandards“ gerecht sein. Eigenen Angaben zufolge ist die Zuverlässigkeit auch zu Spitzenlastzeiten stets gegeben.

Neben umfangreichen Cloud-Diensten möchte die Lidl-Mutter auch Colocation-Services anbieten. Hier betreiben Kunden ihre eigene IT-Hardware bei der Schwarz-Gruppe, die sich wiederum um eine geeignete und sichere Umgebung kümmert. Die dafür vorgesehenen Rechenzentren stehen in Deutschland und Österreich (Quelle: Schwarz-Gruppe).

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Cloud-Geschäft als Cashcow für Amazon

Für die großen Tech-Konzerne ist das Geschäft mit der Cloud äußerst profitabel. Neuesten Zahlen von Amazon zufolge erwirtschafteten die Amazon Web Services im ersten Quartal des Jahres einen Betriebsgewinn von 6,52 Milliarden US-Dollar (6,17 Milliarden Euro), was einem Plus von fast 57 Prozent entspricht.