Der Corona-Impfstoff des britisch-schwedischen Herstellers Astrazeneca soll künftig auch in Deutschland zum Einsatz kommen. Dafür hat sich die Bundesregierung bereits Millionen Dosen gesichert, noch liegt aber keine Zulassung vor. GIGA erklärt, welche Nebenwirkungen bekannt sind.

 

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Bereits am 30. Dezember hat die britische Regierung als erstes Land den Corona-Impfstoff von Astrazeneca und der Universität Oxford zugelassen. Der inseleuropäische Impfstoff wartet im Rest Europas auf die Zulassung durch die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA). Dafür sind aus Großbritannien bereits die Nebenwirkungen der Alternative zum Präparat von Biontech und Pfizer bekannt. Darüber berichtet die Hessische/Niedersächsische Allgemeine (HNA).

Corona-Impfstoff von Astrazeneca: Das sind die Nebenwirkungen

Demnach listet die britische Regierung die bekannten Nebenwirkungen des Impfstoffes von Astrazeneca und der Universität Oxford auf:

  • Kopfschmerzen
  • Fieber
  • Schwächegefühl
  • Schwindel, Übelkeit, allgemeines Unwohlsein
  • Schmerzen, Blutergüsse, Wärme, Rötungen und Juckreiz an der Injektionsstelle
  • erhöhte Schmerzempfindlichkeit
  • Muskelschmerzen
  • Appetitlosigkeit
  • Anschwellen der Lymphknoten

Die Nebenwirkungen seien in manchen Fällen so stark gewesen, dass die Probanden mehrere Tage Zuhause blieben. Dort hätten die Symptome sich jedoch innerhalb dieser Zeit wieder gelegt. Einige Reaktionen auf den Impfstoff seien auch als positive Zeichen zu verstehen: Sie würden zeigen, dass das Immunsystem auf den Wirkstoff reagiere.

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Britischer Impfstoff hat Vorteile gegenüber deutschem – und ein Problem

Der Impfstoff aus Großbritannien, wo zuerst ein mutiertes Virus nachgewiesen wurde, bietet gegenüber dem Produkt der Mainzer Firma Biontech einen wesentlichen Vorteil: Die Dosen können in handelsüblichen Geräten gekühlt werden, wohingegen der von der EMA zugelassene Wirkstoff bisher nicht bei Temperaturen wärmer als -70 Grad Celsius gelagert und transportiert werden kann. Damit ist das Vakzin von Astrazeneca etwa für das Verimpfen vom Hausarzt besser geeignet.

Ein Problem bleibt: Für die Zulassung der EMA in Deutschland fehlen notwendige Daten. Bei der Studie zur Wirksamkeit des Astrazeneca-Impfstoffs hatte es Unregelmäßigkeiten gegeben. Im Mittel wird die Wirksamkeit mit 70 Prozent angegeben, berichtet Welt. Es wurden aber auch Werte von bis 90 Prozent erreicht, anscheinend abhängig von der jeweiligen Dosis. Es wird daher weiter geforscht. Auch andere Pläne, um mehr impfen zu können, sind in Planung.