Handy weg oder verloren – was tun?

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Es kann so schnell gehen: Gerade hat man das Handy noch in der Hand gehabt, plötzlich ist es weg. Diagnose: Handy verloren. Bereits jeder Zehnte hat diese Erfahrung mitgemacht. Egal, ob es verloren gegangen oder gestohlen worden ist, die Situation ist äußerst unglücklich. Jetzt heißt es Ruhe bewahren und die nächsten Schritte planen.

Handy weg oder verloren – was tun?

Auch wenn es Diebe und Finder meist nicht darauf abgesehen haben, dem Opfer weiteren Schaden zuzufügen, so ist die Gefahr weiterer negativer Folgen eines verlorenen Handys einfach zu groß, um nichts zu unternehmen.

Handy verloren, sofort anrufen!

Ist das Smartphone wirklich verloren gegangen, kann es sich vielleicht durch Anrufen wiederfinden lassen. Eventuell meldet sich auch ein ehrlicher Finder am anderen Ende der Leitung. Wurde es aber gestohlen, so ist die Wahrscheinlichkeit, dass es sich noch in der Nähe befindet und angeschaltet ist, äußerst gering.

SIM-Karte sperren lassen

Vor allem für Vertragskunden gilt: Erste Amtshandlung sollte die Sperrung der SIM-Karte sein, wenn das Handy einmal verloren ist. Auch wenn es Finder oder Diebe eher auf die Hardware abgesehen haben, so können schnell hohe Kosten auf das Opfer zukommen. Mittlerweile müssen nicht einmal teure SMS oder Anrufe getätigt werden, um Nutzern zu schaden. Da viele Mobilfunkanbieter das Bezahlen von Apps über die Mobilfunkrechnung erlauben, können die Kosten in kürzester Zeit geradezu explodieren (Bsp.: 89,99€ In-App-Käufe bei Die Simpsons: Springfield).

Nummern und Internetadressen verschiedener Anbieter:

Deutschland
Service-Nummer Internetseite
T-Mobile 0800 3 302202
Vodafone 0 800 1721212 (Vertragskunden)
0172 229 0 229 (CallYa-Kunden)
 (keine Onlinesperrung?)
O2 01804 055 222/
0176 888 55 222
BASE 0163-163-1140 (aus BASE-Netz: 1140) (Vertragskunden)
0177-177-1147 (aus BASE-Netz 1147) (Prepaidkunden)
 (im Kundenbereich)
1&1 0721 96 00
Mobilcom-Debitel 0180 51 40 44 00 44  (im Kundenbereich)
Österreich
A1 0800 664 100
Orange 0699 70 699  (im Kundenbereich)
T-Mobile 0676 2000
3 0660 30 30 30
Schweiz
Swisscom 0800 55 64 64  (im Kundenbereich)
Sunrise 0800 707 707
Orange 0800 700 600
Alle Angaben ohne Gewähr. Stand 05/2013

Für die Online-Sperrung sind Benutzername und Passwort für den Mitgliederbereich des jeweiligen Anbieters nötig. Je nach Anbieter müssen auch bei der telefonischen Sperrung verschiedene Informationen (persönliches Passwort, PUK-Code, oder ähnliches) vorliegen, um die Karte sperren zu können. Am besten informiert man sich vorher beim entsprechenden Anbieter, sodass im Notfall die notwendigen Daten schnell zur Verfügung stehen.

Nachdem die Sperrung eingeleitet wurde, kann es im schlimmsten Fall wenige Stunden dauern, bis diese wirksam wird. Für die Kosten, die zwischen der Sperrung durch den Kunden und die endgültige Sperrung aufgetreten sind, muss man in der Regel nicht zahlen. Je nach Anbieter werden für Sperrung, Entsperrung und Ersatzkarten aber zusätzliche Gebühren in verschiedener Höhe fällig.

Als einziger deutscher Anbieter erlaubt es Vodafone, das Handy für das eigene Netz zu sperren. Dazu muss die IMEI-Nummer angegeben werden. Diese steht normalerweise auf der Verpackung des Smartphones oder kann durch die Tastenkombination *#06# herausgefunden werden.

Anzeige erstatten

Ihr habt euer Handy nicht verloren, sondern seid euch sicher, dass es gestohlen wurde? In diesem Falle sollte dieser der Polizei gemeldet und eine Anzeige erstattet werden. Die Wahrscheinlichkeit, dass das Gerät wieder auftaucht, mag zwar gering sein, dennoch macht es Sinn, dabei die IMEI-Nummer anzugeben, über die sich jedes Gerät eindeutig identifizieren lässt.

So findet man die IMEI heraus:

  • Tastenkombination *#06#
  • auf Originalverpackung
  • im Bereich des Akkus oder auf Geräterückseite

Anti-Theft-Software benutzen

Wer vorbereitet ist und eine Diebstahlschutzsoftware wie Lookout oder avast! installiert hat, kann diese benutzen, um das Smartphone aus der Entfernung sperren, löschen oder orten zu lassen, egal ob ihr das Handy nun verloren habt oder es gestohlen wurde. Einige Hersteller wie Samsung und Motorola bieten eigene Softwarelösungen an, mit denen man sein Handy orten und vor fremdem Zugriff schützen kann. (Samsung Find My Mobile, Motorola Device Manager).

Account-Passwörter ändern

Welche Apps waren auf dem Smartphone installiert und vor allem welche von ihnen haben Zahlungsinformationen gespeichert? Das ist eine wichtige Frage, die man sich unbedingt stellen muss. Bei den zugehörigen Konten dieser Apps sollte das Passwort zuerst geändert werden.

Wurden im eigenen Google-Account Kreditkarteninformationen hinterlegt, sollte dessen Passwort schnellstens geändert werden, da hohe Kosten durch den Play Store entstehen können (s. Beispiel weiter oben). Selbiges gilt für Apps wie den Amazon AppShop. Während der Play Store die Möglichkeit bieten, PIN- und Passwortabfrage vor einem Kauf zu nutzen, funktioniert das beim Amazon AppShop leider nicht. Durch den 1-Click-Kauf kann im AppShop jeder mit Zugriff auf das Smartphone Apps ungehindert kaufen. Aus diesem Grund ist die App jetzt von meinen Geräten verbannt.

Wichtig ist, auch Passwörter zu Konten mit privaten Daten zu ändern. Dazu gehört bei Android-Geräten definitiv das Google-Passwort (falls noch nicht geschehen) und Passwörter von Konten wie Dropbox, Facebook, E-Mail, Twitter und Skype. Werden Tools wie Titanium Backup häufiger genutzt, sollte man auch überlegen, ob auf dem Speicher liegenden App-Backups Zugriff auf Konten mit sensiblen Daten ermöglichen. Am besten erstellt man eine Liste mit allen relevanten Apps und arbeitet diese ab.

Zum Thema: Apps sperren unter Android: So geht’s mit PIN und Muster

Vorbereitet sein

Natürlich rechnet man nicht damit, sein Handy zu verlieren. Deshalb sollte man sich vorbereiten, bevor es zu spät ist. Eine völlige Sicherheit vor einem Verlust ist unmöglich, denn die kleinen Technikwunder werden durch ihr Größe gerne mal verlegt und sind aufgrund ihres oft relativ hohen Wertes bei Dieben begehrt.

Um Daten zu schützen, empfiehlt es sich deshalb, den SIM-PIN aktiviert zu lassen und eine Bildschirmsperre (Muster, PIN, Passwort) zu nutzen. Das verschafft beim Verlust Zeit, die genutzt werden kann, um oben genannte Handlungen durchzuführen. Bei aktuelleren Android-Versionen lässt sich eine Sperrbildschirmnachricht anlegen, die Findern beim Zurückgeben des Smartphones helfen kann.

Sperrbildschirmnachricht Android

Sperrbildschirmnachricht Android

Viele Apps mit Zugang zu sensiblen Daten besitzen die Möglichkeit, diese durch einen PIN zu schützen. Das gilt beispielsweise für den Play Store sowie Dropbox und stellt einen einfachen und wirksamen Schutz dar.

Legt regelmäßig Backups der Daten desSmartphones auf einem PC an und löscht unnötige Daten vom Speicher des Mobilgeräts. Fotos vom Urlaub im letzten Jahr müssen nicht unbedingt noch auf dem internen Speicher liegen, wenn das Smartphone einmal verloren geht.

Zuletzt sollte USB-Debugging (standardmäßig deaktiviert) nicht unnötig angeschaltet gelassen werden und Custom-Recoveries sollten durch Herstellerversionen ersetzt werden, falls sie nicht regelmäßig benötigt werden.

Andere Tipps, wie Daten geschützt werden können, findet Ihr in meinem Android Essentials-Artikel zum Thema.

Titelbild: Shutterstock: Oval red button PANIC and hand cursor, bearbeitet von Steffen Pochanke

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