Handy ins Wasser gefallen? Erste Hilfe für nasse Smartphones und iPhones

Martin Maciej
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Das Smartphone ist inzwischen zum unverzichtbaren alltäglichen Begleiter geworden. Da das Smartphone bei vielen Situationen in jeder Lage griffbereit ist, z. B. als MP3-Player, für ein schnelles Foto oder um seine neuesten WhatsApp Nachrichten zu checken, kann es natürlich leicht passieren, dass das teure Gerät aus der Hand rutscht. Sollte das Handy bzw. das iPhone ins Wasser gefallen sein, ist die Panik groß. Aber das Gerät muss noch nicht verloren sein. Es gibt einige Wege, mit denen man das nasse Smartphone retten kann.

Bereits 2011 ermittelte Plaxo in einer Studie, dass einer von fünf Personen das Smartphone bereits ins Klo gefallen ist. Natürlich solltet ihr bei den teuren Geräten heutzutage möglichst schonend damit umgehen. Dennoch kann es jedem einmal passieren, dass das Smartphone ins Wasser fällt. Folgende Tipps können Erste Hilfe leisten. Im Notfall sollte man schnell reagieren. So lassen sich bei einem Wasserschaden sogar im Glücksfall jegliche Schäden vermeiden.

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Handy ins Wasser gefallen: Erste Hilfe für den Wasserschaden am iPhone oder Android-Gerät

Ein Wasserschaden wird von den meisten Herstellern nicht als Garantiefall angesehen. Mit einem Ersatz im Rahmen einer Garantieleistung sollte man also nicht rechnen. Umso wichtiger ist es, schnell zu reagieren, wenn das Handy ins Wasser gefallen ist. Ein feuchtes Gerät kann aber in vielen Fällen noch gerettet werden. Ein Sturz ins Klo ist also nicht gleichbedeutend mit einem Totalschaden für das Gerät.

Ist euch das Android-Smartphone oder iPhone ins Wasser gefallen, solltet ihr nicht apathisch und geschockt stehen bleiben, sondern das Gerät schnellstmöglich aus dem Klo, der Pfütze oder Badewanne herausfischen. Als erste Maßnahme solltet ihr zudem das Gerät sofort ausschalten und den Akku entnehmen. Versucht dabei, das Smartphone mit dem Display nach oben zu halten, um zu vermeiden, dass Wasser in die Innenseite des Geräts gelangt.

Ist das Handy bereits beim Sturz ins Wasser aus, probiert keinesfalls, es anzuschalten um zu sehen, ob es noch funktioniert. Auf diesem Wege könnt ihr einen Kurzschluss verursachen und eurem Gerät den Rest geben. Erste Hilfe bieten verschiedene Dry-Kits. Der Beutel beinhaltet ein spezielles Trockenmittel, welches dabei helfen soll, ein nass gewordenes technisches Gerät binnen 48 Stunden zu trocknen. Der Hersteller gibt an, dass das Material bis zu 700 % leistungsfähiger ist, als Reis. Ein DryKit gibt es bereits unter 15 € – weit weniger also, als die Anschaffung eines neuen Geräts kosten würde.

Handy ins Wasser gefallen? Reis hilft beim Trocknen!

Nach dem Ausschalten zerlegt ihr das Smartphone soweit, wie es geht, in seine Einzelteile, sprich, ihr entnehmt die SIM-Karte, die SD-Speicherkarte und weiteres Zubehör. Fangt nun an, die entnommenen Einzelteile, sowie das Smartphone mit einem trockenen Tuch abzutrocknen. Dabei solltet ihr darauf achten, dass es sich um ein fusselfreies Handtuch handelt, um euer Smartphone nicht zu verunreinigen. Auch wenn es nahe liegt, ihr solltet das Gerät nicht mit einem Fön bearbeiten und auch nicht direkt an die Heizung, bzw. der direkten Sonneneinstrahlung aussetzen. Der Fön kann dafür sorgen, dass sich die Flüssigkeit nur noch weiter im Gerät verteilt. Eine warme Heizung und direkte Sonne können Teile des Geräts durch Hitze beschädigen. Legt das Smartphone an einen trockenen Ort und lasst es 24 Stunden lang trocknen. Logischerweise gilt auch: Auch wenn das Essen schön warm gekocht wird, in eine Mikrowelle gehört das Gerät ebenfalls nicht...

Wasserschaden beim Smartphone vermeiden – Übersicht

  1. Gerät aus dem Wasser, bzw. der Bier-, Cola-, Tee-, Fanta-, Pfütze nehmen.
  2. iPhone/Smartphone sofort ausschalten, nicht wieder anschalten!
  3. Akku-Klappe öffnen und entnehmen – bei iPhones ohne Spezialwerkzeug leider nicht möglich.
  4. SIM-Karte, SD-Karte etc. entnehmen
  5. Gerät und Zubehör mit Tuch abtrocknen. Dabei sollte nicht gewischt, sondern getupft werden.
  6. Kein Fön, keine Heizung, keine Sonne!
  7. 24 Stunden lang an einem trockenen Ort aufbewahren.
  8. Reis wirkt häufig Wunder. Legt das Gerät in einen Beutel mit trockenem und ungekochtem Reis. Verschließt den Beutel. Bei dem Reis sollte man allerdings beachten, dass sich kleine Staub- bzw. Bruchstücke am Gerät absetzen und Verschmutzungen verursachen können. Alternativ kann auch ein Säckchen mit bzw. Silicagel verwendet werden.
  9. Lasst das Smartphone ein bis zwei Tage im Beutel. Der Reis zieht die Flüssigkeit aus dem Handy.
  10. Auf das Beste hoffen.

“Hilfe, mein Handy ist ins Klo gefallen!”

Versucht das Smartphone nach einem Tag wieder anzuschalten. Reagiert es nicht, bleibt noch die Hoffnung, dass lediglich der Akku und nicht das Smartphone selbst Schaden genommen hat. Sollte das Smartphone nach 24 Stunden nicht angehen, versucht den Akku aufzuladen, bzw. auszutauschen.

Um alle Register zu ziehen, könnt ihr den im Netz weit verbreiteten Reis-Trick bei einem nassen Handy anwenden. Verwendet dafür trockenen und natürlich ungekochten Reis. Legt diesen zusammen mit dem Handy, dass ins Wasser oder Klo gefallen ist, in eine luftdicht verschlossene Tüte, bzw. Behälter. Der Reis kann dem Handy Flüssigkeit entziehen und eventuell das Schlimmste verhindern.

So deaktiviert ihr ungewollte Apps (Android)

iPhone, Android, Windows Phone: Handy ins Wasser gefallen? Das solltet ihr tun

Funktioniert das Gerät nicht mehr, solltet ihr es in eine Handy-Werkstatt bringen. Eventuell kann es dort wieder zum Leben gebracht werden. Technisch versierte können auch selbst anlegen und das Gerät auseinanderbauen. Hierbei gilt jedoch: Vorgehen auf eigene Gefahr! Baut im Falle eines Wasser getränkten Handys die Platine aus und legt diese für 24 Stunden in reinen Alkohol (z. B. Isopropanol, ). Wer sich schon einmal durch einen elenden Kater nach der letzten Party gequält hat, sollte wissen, dass Alkohol Flüssigkeit entzieht. Im Falle des Smartphone aus dem Wasser sorgt der Alkohol ebenfalls dafür, dass das Wasser und später der Alkohol selbst im Gerät verdunstet. So lässt sich eine Korrosion vermeiden.

Handy im Klo, oh oh!

Generell sollte bei Smartphones klar sein, dass ihr ein besonderes Auge auf die teuren Geräte haben. solltet Natürlich lässt sich das ins Wasser fallen eines Handys nie 100%ig vermeiden. Und auch mit den oben genannten Tipps lässt sich nicht jedes Smartphone vor dem bitteren Ende bewahren. Wer besonders tollpatschig ist, sollte ein Outdoor-Handy, z. B. das ins Auge fassen.

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Viele Outdoor-Handys müssen sich technisch und optisch nicht vor herkömmlichen Geräten verstecken, bieten jedoch zusätzlichen Schutz bei Stürzen, übermäßiger Staubentwicklung oder eben Wasserunfällen. Auch eine Handyversicherung könnte zusätzliche Sicherheit geben, wenn man besonders gerne Handy ins Wasser fallen lässt. Hier sollte man jedoch in den Bedingungen besonders darauf achten, ob solche Fälle tatsächlich abgesichert sind. Auch solltet ihr nicht in die Versuchung kommen, einen Wasserschaden beim Smartphone bei der Versicherung oder beim Händler mit einem unerklärlichen Hardwaredefekt zu erklären. Das geübte Auge sieht schnell, ob ein Smartphone durch Wasser oder eine andere Flüssigkeit beschädigt wurde.

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Ursprünglicher Artikel vom 20.11.2013, zuletzt überarbeitet am 27.06.2016

Bildquelle: wk1003mikelucadpLiquipel

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