Numan Two im Test: Das stilvolle Spotify-DAB-Bluetooth-Internet-CD-Radio

Stefan Bubeck
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Das Numan Two ist ein kompakter Wunderkasten aus Holz und Aluminium, der fast alles abspielt, was man sich nur vorstellen kann. Wir haben uns das Multitalent aus Berlin angehört.

Numan Two im Test: Das stilvolle Spotify-DAB-Bluetooth-Internet-CD-Radio

Stell dir vor, bei einer Casting-Show käme ein Kandidat an, der alles kann: Singen, Rappen, Tanzen, Jonglieren und Salto rückwärts aus dem Stand. So etwas gibt’s auch im Hi-Fi-Bereich. Wo andere Lautsprecher-Hersteller bei ihren neuesten Modellen (nur) auf Bluetooth (oder WLAN) setzen und davon ausgehen, dass das Smartphone als Quelle dann den Rest erledigt, geht die junge Marke Numan aus Berlin einen ganz anderen Weg. Sie geben ihrer Box Numan Two so viele Features mit, dass sie in der altehrwürdigen Liga der Multifunktionsradios spielt.

Der Einsatzbereich ist der Wohnraum, denn das Numan Two muss ans Stromnetz. Trotzdem ist es so portabel, dass auch ein schneller Wechsel von der Küche auf die Terrasse kein Problem darstellt. Wo auch immer es steht, ist für Rundumunterhaltung gesorgt, denn die formschöne Klangkiste spielt alles von CD bis UKW.

Technisch gesehen handelt es sich beim Numan Two um das Flaggschiff der Produktserie „Hi-Fi-Kompakt”. Zur Familie gehören auch Mini One (UKW und DAB), (Internetradio, DAB, UKW) und der „kleine Bruder“ (ähnlich wie Two, aber ohne CD-Player).

Numan Two: Technische Daten

Das Numan Two trägt den Zusatz „2.1“: Das bedeutet hier, dass auf der Unterseite ein Subwoofer verbaut ist, der die beiden Lautsprecherchassis an der Front in Sachen Tieftonwiedergabe unterstützt.

  • Abmessungen: 35 × 12,4 × 21,5 cm (BxHxT)
  • Gewicht: 4,8 kg
  • Zentrales Display: 7 cm (2,8 Zoll) Diagonale, TFT-Farbdisplay
  • Anschlüsse: 1 x RJ45-LAN-Schnittstelle, 1 x 3,5mm-Klinken-AUX-Eingang, 1 x 3,5mm-Klinken-Line-Ausgang, 1 x 3,5mm-Klinken-Kopfhörer-Ausgang, 1 x USB-Anschluss
  • Unterstützte Quellen und Standards: CD, USB, Bluetooth, Spotify Connect, DAB, DAB+, DMB, UKW, Internetradio, AUX, DLNA, DHCP, UPnP

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Numan Two: Ausstattung, Verarbeitung und Design

Numan platziert sich als Marke etwas ambivalent: Einerseits ist da das hochwertige Design, eine schicke Verpackung mit Premiumbeigaben wie einer feinen Textiltasche und einem Paar weißer Baumwollhandschuhe – da könnte man fast meinen, man wäre in der absoluten High-End-Liga bei Bang & Olufsen oder Burmester angelangt. Andererseits ist der Preis für das Numan Two bei 379 Euro angesetzt und kann in Anbetracht der technischen Ausstattung durchaus als günstig bezeichnet werden.

Das Numan Two steht vor uns und glänzt schon vor der Inbetriebnahme durch seine gelungene Gestaltung. Natürlich ist es schwierig, Ästhetik zu bewerten, aber wir versuchen es trotzdem: Die Front zeigt eine proportional durchdachte Anordnung aus CD-Schlitz, zwei Frontspeakern und einem zentralen Farbdisplay. Der Korpus kleidet sich in eine Echtholzfurnieroberfläche, die an den Ecken abgerundet ist – sehr sauber verarbeitet. Unser Testexemplar hat die Farbe „Walnuss“ und könnte optisch gut in ein stylisches Café oder gehobenes Hotelzimmer passen. „Modern-minimalistisch trifft auf klassisch-elegant“ würde vielleicht in einer Zeitschrift für Wohnungseinrichtung stehen.

Das Display misst in der Diagonalen 7 Zentimeter (2,8 Zoll) und zeigt alle Informationen in gut lesbarer Schrift an. Die Darstellungsqualität kann nicht mit den Smartphonedisplays mithalten, die heutzutage verbaut werden. Es erinnert in seiner pixeligen Darstellung eher an ein älteres Handy oder ein Nintendo DS, was aber nicht heißen soll, dass es seinen Zweck nicht hervorragend erfüllen würde.

Auf der Unterseite befindet sich der durch ein Metallgitter geschützte Tieftöner, der nach unten abstrahlt. Deshalb sollte man unbedingt darauf achten, dass das Numan auf einer stabilen Oberfläche steht. Im Klangtest hatten wir ein Scheppern gehört und waren kurz herbe enttäuscht – das stammte allerdings nicht vom Numan selbst, sondern vom dünnen Regalboden darunter. Das kompakte Gerät (35 × 12,4 × 21,5 cm) kann beachtliche Kräfte freisetzen, aber dazu später mehr.

Auf der Rückseite sind der USB-Port, eine RJ45-LAN-Schnittstelle, eine große Teleskopantenne, ein Ein-/Ausschalter sowie Cinch-Anschlüsse (Line Out, AUX IN) untergebracht.

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Das runde Bedienelement auf der Oberseite versammelt alle Funktionen. Leider fühlt es sich etwas klapprig an und wird dem schicken Holzgehäuse nicht gerecht. Ein Klick (oder eher ein „Klack”) auf die Drehscheibe in der Mitte bestätigt die Auswahl. Auch die beigelegte Fernbedienung gehört eher zu Gattung „einfach statt schick“ – da wäre vielleicht mehr drin gewesen, geht aber in Ordnung. Je nach Nutzungsweise hat man damit aber vielleicht gar nicht so viel zu tun, denn das Numan Two unterstützt die App UNDOK, mit der man die Wiedergabe vom Smartphone aus steuern kann. So ein Handschmeichler wie das Samsung Galaxy S8 als Fernbedienung? Warum eigentlich nicht.

Numan Two: Praxis

Nach dem Start verbinden wir das Numan Two mit dem WLAN. Der edle Holzkasten verlangt sogleich nach einem Softwareupdate auf die neueste Version. Es folgt ein Neustart und nun kann es endlich losgehen.

Die Bedienung des Numan Two erfolgt entweder über das Bedienfeld am Gerät, der beiliegenden Fernbedienung oder optional mit der kostenlosen App UNDOK, die sich zur Steuerung von Multiroomsystemen eignet.

UNDOK
Preis: Free

UNDOK
Preis: Free

Wir haben während unseres mehrtägigen Testlaufs hauptsächlich die „klassische“ Variante genutzt, also über die mitgelieferte Fernbedienung. Die auf dem Display des Numan Two angezeigte Benutzeroberfläche ist kein Meisterwerk der Benutzerführung oder des Komforts. Einzelne umständliche Stellen und erfordert etwas viele Klicks durch die Tiefen des Menüs – aber insgesamt ist die Bedienung des Numan gelungen, so dass wir uns schnell daran gewöhnen konnten. Vorbildlich: Uns sind keine Bugs aufgefallen, die Software wirkte in der Hinsicht sehr ausgereift.

So lernten wir Eigenheiten kennen, wie beispielsweise: Wenn man eine CD abspielen möchte, muss man zuerst „CD“ als Quelle auswählen. Tut man das nicht, nimmt der CD-Slot keine Silberscheiben an, eine automatische Aktivierung ist auch nicht eingebaut. Anfangs glaubt man an einen Defekt, aber wenn man einmal Bescheid weiß, macht man es richtig.

Da wir in Berlin-Mitte sitzen, war die empfangene Auswahl an DAB-Radiosendern sehr groß – das kann in anderen Regionen allerdings deutlich magerer ausfallen und ist dann natürlich ein fehlendes Pro-Argument für diese Geräteklasse. Das Numan kann aber zum Glück auch UKW und Internetradio, es kommt also keine Langeweile auf. Einen USB-Stick mit Musik nimmt das Two auf seiner Rückseite entgegen und zeigt den Inhalt in einem Dateibrowser an.

Insgesamt fügt sich das Multifunktionsradio gut in den Alltag ein, es fühlt sich ein wenig so an wie „früher“, wo man ein Gerät erst mal kennenlernen musste und sehr viele Buttons drückt, um es zu bedienen. Uns hat dieses Feeling gefallen, es ist gewissermaßen das Gegenstück zu dem Sorglos-Prinzip der fast berührungslosen Streamingdienste (z.B. Spotify), die einem sogar die Musikauswahl abnehmen.

Bevor wir zum Klang kommen, muss eine weitere Eigenheit des Numan Two erwähnt werden: Das Radio ist außergewöhnlich aufstellungskritisch. Will heißen: Das volle klangliche Potenzial lässt sich nur abrufen, wenn man mehrere Positionen ausprobiert hat. Eine technische Hilfestellung per Einmesssystem, wie es die SONOS Playbase (GIGA-Testbericht) mit „Trueplay“ bietet, ist hier nicht vorhanden. Das ist kein Beinbruch – aber einfach nur in die erstbeste Ecke stellen sollte man das Two lieber nicht, denn dann geht eventuell Klangqualität verloren. Wir erzielten ein optimales Ergebnis auf einem Massivholz-Sideboard und rund drei Metern Hörabstand auf Ohrenhöhe.

Auf der nächsten Seite folgt die Klangwertung und das Fazit zum Numan Two.

bewertete "
Numan Two
" mit
80 von 100 Punkten
(04. Mai 2017)

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