Tapatalk und der zweifelhafte Datenschutz

Marco Kratzenberg

Tapatalk ist eine App, mit der ihr kompatible Foren auf dem Handy komfortabler nutzen könnt. Allerdings müsst euch vom Gedanken eines echten Datenschutzes verabschieden.

Tapatalk gibt es als eingeschränkte, werbefinanzierte App sowie als kostenpflichtige App, die alle Features freischaltet und auf Werbung verzichtet. Trotzdem sollte man die App lieber etwas kritischer betrachten. Denn laut Datenschutzerklärung sammelt sie jede Menge Nutzerdaten und die werden vom Hersteller weitergegeben.

Tapatalk gibt Benutzerdaten weiter!

Datenschutzregelungen und Nutzungsbedingungen werden selten gelesen. Gerade bei Tapatalk wäre das aber zu empfehlen. Nachdem die App installiert wurde, seht ihr auf der ersten Seite ganz klein, dass der Benutzer beim Fortfahren die EULA und Datenschutzerklärung automatisch anerkennt. Und Letztere hat es in sich!

Lang und breit wird in der ausschließlich englischsprachigen Datenschutzerklärung ausgeführt, dass man keine „persönlichen Daten“ im Sinne der EU sammeln würde. Allerdings fallen laut dieser Erklärung noch jede Menge „nicht persönlich identifizierbarer“ Daten an. Und die werden fleißig weitergegeben.

Beispielsweise erfasst Tapatalk:

  • Die IP-Adresse
  • Art des zugreifenden Computers
  • Browserdaten
  • Demografische Daten
  • Profildaten
  • Identifizierung des Gerätes
  • GPS-Daten
  • Hersteller, Modell und Betriebssystem des Handys
  • Stärke des WLAN- oder Bluetooth-Signals
  • Akkuladung des Handys

Und das sogar, wenn man nicht in die App eingeloggt ist!

Wie im Screenshot zu sehen, führt Tapatalk auch aus, was die Firma mit diesen Daten macht. Sie werden mit Werbetreibenden und anderen Firmen geteilt! Das geschieht sicher nicht aus reinem Altruismus – da wird Geld fließen.

Wir finden: Das ist ganz schön frech, angesichts der Tatsache, dass die Pro-Version ohnehin über 3 Euro kostet und dann noch teure In-App-Käufe anbietet.

72 gute WhatsApp-Status-Ideen – von crazy bis seriös

Was kann Tapatalk?

Prinzipiell ist Tapatalk eine nützliche App, die eine beträchtliche Zahl der weltweit genutzten Forensysteme unterstützt. Dadurch müsst ihr eure liebsten Foren nicht mehr in einem Browser aufrufen und euch dann durch winzige Schriften und kaum zu erreichende Buttons klicken. Stattdessen wird das Foren-Layout in eine perfekte Handyansicht „übersetzt“, sodass ihr alle Funktionen auch auf einem kleinen Display finden könnt. Das GIGA-Forum lässt sich so beispielsweise auch auf dem Handy bequem nutzen.

Die grundlegenden Funktionen könnt ihr mit der kostenlosen Version der App nutzen. Die kostenpflichtige Version ist werbefrei und bietet unbegrenztes Fotosharing ohne Tapatalk-Wasserzeichen. Allerdings zeigen die Kritiken in den App-Shops, dass hier vieles nicht ganz sauber funktioniert.

Einige Nutzer suchen mittlerweile nach einer Tapatalk-Alternative, aber außer der Nutzung des Browsers gibt es hier nicht viele Möglichkeiten. Im Windows-Store gibt es mTalk, aber das ist eben nicht für Handys. Also habt ihr letztlich nur die Möglichkeit, entweder auf den Datenschnüffler zu verzichten und dafür unbequemere Möglichkeiten zu nutzen, oder euch damit abzufinden, dass die App ununterbrochen Daten über euer Nutzerverhalten, euren Standort und euer Handy nach Hause schickt.

Umfrage wird geladen
Umfrage: Was haltet ihr von Online-Shopping?
Kauft ihr lieber im Netz ein oder geht ihr eher in den Laden?
Hat dir "Tapatalk und der zweifelhafte Datenschutz" von Marco Kratzenberg gefallen? Schreib es uns in die Kommentare oder teile den Artikel. Wir freuen uns auf deine Meinung - und natürlich darfst du uns gerne auf Facebook, Twitter oder Google+ folgen.

Neue Artikel von GIGA TECH