WLAN optimieren: Schneller, weiter, besser!

Thomas Kolkmann
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Egal ob euer WLAN Zicken macht oder euer Drahtlosnetzwerk eigentlich problemlos vor sich herschnurrt: Es gibt immer etwas zu verbessern! In diesem Ratgeber wollen wir euch einige Tipps und Tricks zeigen, mit dem ihr euer WLAN optimieren könnt. Denn wer seinen Router auf den Standard-Einstellungen verharren lässt, verschenkt häufig viel Potential und somit auch Zeit.

 Video | WLAN: 2,4 oder 5 GHz – Was ist besser?

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WLAN: 2,4 oder 5 GHz? Welches Frequenzband ist besser?

WLAN optimieren: Standort & Ausrichtung des Routers

Was einigen vielleicht wie Technik-Voodoo vorkommen mag, kann aber das Zünglein an der Waage für die WLAN-Ausleuchtung der Wohnung bis in jeden Winkel sein. Oft stören Wände, Türen, Gegenstände und vor allem andere Funkwellen auf dem gleichen Frequenzbereich (Schnurlostelefone, Mikrowellen etc.) die Ausstrahlung des WLAN-Signals. Aus diesem Grund sollte der Router möglichst hoch positioniert werden, um so über am Boden stehnde Möbel “hinwegsenden” zu können und gleichzeitg überhaupt Funkwellen nach unten absenden zu können.

Wenn der Router Antennen besitzt, solltet ihr diese dazu in die Richtung zeigen lassen, in der ihr noch Probleme mit dem WLAN-Empfang habt. Ob die Standortveränderung etwas bringt, könnt ihr mit einem WiFi-Analyseprogramm nachvollziehen. Mit der App Wifi Analyzer oder dem Freeware-Programm WirelessNetView könnt ihr den genauen Empfang, die Signalstärke und alle Abweichungen schnell überprüfen, und so den besten Standort für euren Router ausmachen.

Wifi Analyzer
Entwickler: farproc
Preis: Free
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Den optimalen WLAN-Standard nutzen

Die Standard-Einstellungen des Routers sind nicht auf die optimale Geschwindigkeit, sondern auf die maximale Kompatibilität eingestellt. Deswegen senden auch neue Router mit alten WLAN-Standards, um möglichst viele Geräte zu unterstützen. Wenn eure Geräte jedoch relativ aktuell sind, könnt ihr so einiges an möglicher Geschwindigkeit einbüßen.

Für die maximale Geschwindigkeit solltet ihr den besten WLAN-Standard wählen, den all eure Geräte unterstützen. Viele Router unterstützen auch bereits Dualband-WLAN, sodass ihr das 5-GHz sowie 2,4 GHz gleichzeitig nutzen könnt. So könnt ihr für beide Frequenzbänder jeweils den bestmöglichen Standard auswählen. Im Auslieferungszustand senden die Router häufig ein gemischtes Signal, um möglichst viele Geräte zu unterstützen, für die Datenrate ist dies jedoch eher hinderlich. Wir haben euch in folgender Tabelle die verschiedenen WLAN-Standards aufgeschlüsselt, sodass ihr das Beste für euer persönliches Heimnetz auswählen könnt:

WLAN-Standard Frequenzband Datenrate (Theorie/Brutto)
802.11 2,4 GHz bis 2 Mbit/s
802.11b 2,4 GHz bis 11 Mbit/s
802.11a/h/j 5 GHz bis 54 Mbit/s
802.11g 2,4 GHz bis 54 Mbit/s
802.11n 2,4 & 5 GHz bis 600 Mbit/s
802.11ac 5 GHz bis ~7000 Mbit/s
802.11ad 60 GHz bis ~7000 Mbit/s

Wenn euer Router nur ein Frequenzband gleichzeitig unterstützt, könnt ihr auch einen zweiten Router verwenden, der auf dem jeweils anderen Frequenzband sendet. So könnt ihr auf allen WLAN-Geräten im Haushalt die jeweilig maximale Geschwindigkeit nutzen.

Das 5 GHz-Band bietet aus verschiedenen Gründen Vorteile: Einerseits ist es in Deutschland noch nicht so stark verbreitet und bietet insgesamt 19 nicht überlappende Kanäle, dadurch sind Interferenzen mit anderen WLAN-Signalen seltener und das Signal somit störungsfreier. Mit dem aktuellen WLAN-Standard IEEE 802.11 ac sind dazu die höchsten Datenraten zu erreichen (vorausgesetzt man hat kompatible Hardware). Jedoch hat das 5 GHz-Band auch einen Nachteil: Die Reichweite ist geringer als beim 2,4 GHz-Band.

Repeater und LAN-Kabel nutzen

Irgendwo hört die Optimierung auf, und wenn ihr den idealen Standort gefunden und die Einstellungen auf das für euer Heimnetz mögliche Optimum eingerichtet habt, aber die Reichweite oder Geschwindigkeit nach wie vor nicht ausreicht, müsst ihr auf Alternativen ausweichen.

Router als Repeater AVM Fritz!Box Titelbild
Dank der freien Router-Wahl dürft ihr bei allen Netzbetreibern in Deutschland auch einen eigenen (und möglicherweise leistungsstärkeren) Router nutzen. Dies ist jedoch mit relativ hohen Anschaffungskosten verbunden. Um das WLAN-Netz auszubauen ist ein die günstigere Option. Wer noch einen Router zuhause herumliegen hat, kann in vielen Fällen auch seinen alten Router zum Repeater umfunktionieren.

Was die Störanfälligkeit und Geschwindigkeit angeht, sollte man sich auch die Option einer kabelgebundenen Lösung anschauen. Wer seine Geräte per LAN-Kabel verbindet, hat keine Probleme mit der Signalstärke oder Geschwindigkeitsabfällen. Auch wenn die WLAN-Standards 802.11ac & ad in der Theorie schneller als eine Gigabit-LAN-Verbindung sein sollten, gibt es hier viele Faktoren, welche die Kabelverbindung in den meisten Situationen als Sieger im Geschwindigkeitsrennen kührt.

Bildquellen: Konstantin Faraktinov via Shutterstock, AVM

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