Was ist LTE? Alle Infos zum mobilen Highspeed-Netz

Selim Baykara
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„Was ist LTE?“ ist ebenso eine häufig gestellte Frage wie „Brauche ich überhaupt LTE?“. Antworten auf beide Fragen sowie weitere Informationen zu dem Mobilfunkstandard „Long-Term-Evolution“ bekommt ihr in diesem Artikel.

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LTE ist inzwischen im mobilen Internet fest etabliert – der Standard bietet hohe Übertragungsraten beim Surfen auf dem Smartphone und ermöglicht euch, Musik, Videos und Webseiten blitzschnell mobil abzurufen. Dennoch fragen sich viele Nutzer immer noch: “Was ist LTE eigentlich genau?”

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Was ist LTE? Leicht erklärt

LTE ist ein Mobilfunkstandard, der in Europa, Asien und Nordamerika genutzt wird und eine Weiterentwicklung der Standards UMTS und HSPA darstellt. Die Technologie wird üblicherweise der vierten Generation zugeordnet – daher spricht man in diesem Zusammenhang manchmal auch von 4G. LTE bietet im Vergleich zum Vorgänger zwei entscheidende Vorteile:

  • Höhere Downloadraten
  • Schnellere Übertragung der Daten

Das LTE-Netz ist im Unterschied zu früheren Netzen vollständig auf die Übertragung von Daten ausgerichtet und nicht auf Telefonie. Das äußert sich zum einen in den wesentlich höheren Download-Raten: Theoretisch sind mit LTE Datenraten von bis zu 300 Megabit pro Sekunde (MBit/s) im Download möglich. Für den Endverbraucher fast noch wichtiger ist aber die höhere Geschwindigkeit der Übertragung: Während ein Datenpaket bei UMTS rund 60 bis 120 Millisekunden benötigte, um gesendet zu werden, sind die Daten mit LTE nur noch halb so lange unterwegs, nämlich zwischen 30 und 60 Millisekunden. Das führt zu deutlich schnelleren Seitenaufrufen und einem insgesamt flüssigeren Gefühl beim Surfen.

Video: Was ist LTE?

Noch kurz zu der Abkürzung: LTE steht für Long Term Evolution (deutsch etwa: Langzeitentwicklung) – das sollte man aber nicht so verstehen, dass LTE die Vorgänger ersetzt. Stattdessen ergänzt der neue Mobilfunkstandard die bestehenden Netze – aller Voraussicht nach werden die beiden Techniken noch viele Jahre weiter gemeinsam existieren. Generell gilt aber, dass alle deutschen Netzbetreiber inzwischen LTE-Tarife anbieten und diese bei den Kunden aus oben genannten Gründen sehr beliebt sind.

LTE: Superschnelles Internet sinnvoll?

LTE ist nicht nur schneller, sondern fungiert sozusagen als zweites Netz im Netz:  Die Technik wurde erstmals im August 2010 getestet und ist seit März 2011 für viele mobile Geräte verfügbar. Dank der neuen Funktechnik sind Internetverbindungen wie oben beschrieben mit theoretisch bis zu 300 Mbit/s möglich, die auch bei einigen Providern angeboten werden. Aber was bedeuten 300 Mbit/s-Verbindungen eigentlich genau?

Dieselbe Geschwindigkeit, die mit einem 100 Mbit/s-LTE-Vertrag erreicht werden kann, ist die Leistung eines DSL-100.000 Vertrags. Das heißt also, dass pro Sekunde 12,5 MB Daten übertragen werden können. Das entspricht etwa 2 Minuten YouTube  (pro Sekunde!) oder sechs Bildern mit sehr hoher Auflösung und Qualität. Und das pro Sekunde. Lohnt sich das für den Ottonormalverbraucher? Die Antwort ist ein ganz klares “Jein”, denn es hängt vor allem davon ab, wie man selbst das Internet nutzt. Im Normalfall ist zwar eher selten, dass ein Smartphone sehr große Verbindungsgeschwindigkeiten benötigt, doch mit wachsenden Datenmengen (größere Videodateien, höhere Auflösungen bei Bildern auf Webseiten etc.) steigt auch der Wunsch nach einer schnelleren Datenübertragung.

Der größte spürbare Unterschied zwischen UMTS und LTE (also dem kleinen “H” oder dem “4G” bzw. “LTE”) in der Symbolleiste sind die Pingzeiten. Das heißt, dass sich das Surfen im Internet allgemein schneller anfühlt, auch wenn Webseiten genauso langsam aufgebaut werden.

LTE wird tatsächlich erst dann interessant, wenn das UMTS-Netz nur lückenhaft in einer Region ausgebaut ist. Die LTE-Funktechnik ist sehr einfach zu erweitern und kann an bereits bestehende Funktürme angebaut werden. Um ein Überblick über die LTE- und UMTS-Netzabdeckung zu geben, sollte man sich die Netzabdeckungskarten der großen Funkbetreiber anschauen:

Was ist LTE und LTE-Advanced?

So wie es bei GPRS die Weiterentwicklung EDGE gibt und bei UMTS die aktualisierte Variante HSDPA gibt, hat bereits LTE eine Weiterentwicklung namens LTE-Advanced. LTE-A bietet gegenüber seinem Vorgänger größere Datenbandbreiten von bis zu 1000 Mbit/s. Dieser Netzstandard könnte für diejenigen interessant werden, bei denen kein DSL erschlossen ist oder mit technischen Problemen wie Leitungsrauschen zu kämpfen haben. LTE-A wird in Deutschland seit Anfang 2014 getestet.

Das LTE-Fazit

Für das Smartphone ist LTE nicht unbedingt notwendig inzwischen aber empfehlenswert, da es das Surfen im mobilen Netz deutlich angenehmer und schneller machen. Interessant wird LTE aber vor allem dann, wenn man in ländlichen Regionen wohnt, wo kein UMTS verfügbar und auch das DSL-Angebot eher dürftig ist. So ist LTE dort für das Heim-Internet zu empfehlen, da durch niedrige Latenzen und hohe Bandbreiten gleich mehrere Geräte unterschiedlichste Multimedia-Angeboten nutzen könnten.

Bildquellen: ra2studio, Subbotina Anna, Issarawat Tattong

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