Spielen in 4K: Gaming-Monitor Acer Predator XB321HK im Test

Frank Ritter

Wie gut spielt es sich auf einem Gaming-Monitor für knapp 1.000 Euro? Macht die 4K-Auflösung auf dem Desktop einen Unterschied? Wir haben uns einen Top-Monitor mit Gaming-Fokus, den Acer Predator XB321HK, geschnappt und ihn auf Herz und Nieren durchgetestet.

Spielen in 4K: Gaming-Monitor Acer Predator XB321HK im Test
Bildquelle: Hersteller

Mitglied der GIGA-TECH-Redaktion zu sein, hat durchaus seine Vorteile. Ende des letzten Jahres bekam ich Lust, einen neuen Gaming-Monitor auszuprobieren, um in der Zeit zwischen den Jahren so richtig stilecht zocken zu können. Meine Kriterien: WQHD- oder UHD-Auflösung, IPS-Panel und G-Sync. Also schnell bei Acer nachgefragt, ob sie ein entsprechendes Testmuster am Start haben und schon wenige Tage später lag ein ziemlich dickes Paket in meinen Wohnzimmer. Inhalt: der Acer Predator XB321HK – ein gigantischer 32-Zoll-Monitor mit der UHD-Auflösung von 3.840 × 2.160, der Haken an all meinen Kriterien macht, aber selbst beim Straßenpreis noch über 900 Euro kostet, obwohl er bereits im November 2015 auf den Markt kam.

Natürlich sollte es im Testzeitraum nicht nur um mein privates Vergnügen gehen, vielmehr trieben mich zwei Fragen um: Was taugt spezifisch dieses Monitormodell und wie gut funktioniert 4K-Auflösung beim Desktop-PC mittlerweile, sowohl in Games als auch im Alltagseinsatz?

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Aufbau des Acer Predator XB321HK

Der Monitor ist gut verpackt, aufgrund der geschäumten Pufferkissen sind Transportschäden ziemlich unwahrscheinlich. Der Standfuß musste nur in den rückwärtigen Teil eingeschoben werden und schon stand das Gerät. Angeschlossen wird der Bildschirm über ein beiliegendes Displayport-Kabel; wer den Monitor auch als USB-3.0-Hub nutzen möchte (zwei Ports an der Rückseite, zwei an der linken Gehäuseseite), kann außerdem ein Kabel zum Rechner durchschleifen. Der Aufbau ist alles in allem nur wenigen Minuten erledigt, aufgrund der schieren Größe und des Gewichts von Bildschirm und Standfuß sollte man allerdings etwas Kraft mitbringen und Vorsicht walten lassen.

Dank entsprechender Bohrlöcher kann der Monitor übrigens auch an einer VESA-kompatiblen Halterung genutzt werden. Wer häufig die Position des Monitors wechseln möchte, sollte diese Option nutzen, denn viele Verstellmöglichkeiten bietet der XB321HK nicht: So ist sind Höhenverstellung und Kippwinkelanpassung nur in einem geringen Maß möglich, eine Hochkant-Funktion (Pivot) und die Möglichkeit zum seitlichen Schwenken (Swivel) fehlen ganz. Löblich ist, dass Acer einen gelungenen Kompromiss aus Standfestigkeit und Platzbedarf gefunden hat: Der Monitor ist nicht so raumgreifend wie andere Exemplare, das Modell passt auch noch gut auf kleine Schreibtische.

Erster Eindruck

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Der Acer Predator XB321HK ist ein Gaming-Monitor und er versucht gar nicht erst, das zu verstecken: Die Farbgebung – Schwarz mit roten Akzenten im Standfuß, der markige „Predator“-Schriftzug an der Front, die kantige Formsprache könnten einem Lehrbuch über Gamer-Klischees entsprungen sein. Ich bin kein Fan dieser aggressiven Optik, ein „Dealbreaker“ ist sie aber auch nicht.

Die Verarbeitung des Monitors geht in Ordnung. Dank des massiven Standfußes wackelt der Bildschirm selbst dann nicht, wenn man mal so richtig auf den Tisch haut, das überwiegend aus Hartplastik gefertigte Monitorgehäuse wirkt auch stabil. Wer Multi-Monitor-Setups bevorzugt, wird wahrscheinlich bei anderen Modellen glücklicher, da die seitlichen Rahmen des Monitors vergleichsweise breit sind. Entgegen dem aktuellen Trend biete der XB321HK kein gebogenes Panel – was ich nicht weiter schlimm finde.

Anschlüsse und Inbetriebnahme

Das Netzteil des Monitors ist in der Rückseite integriert, sodass ein handelsübliches C13-Netzkabel reicht, um ihn mit Saft zu versorgen. An der Rückseite des Monitors nach unten weisend finden sich noch zwei Anschlüsse nach den Standards HDMI 1.4 und Displayport 1.2, zwei weitere USB-Ports und ein Klinkenanschluss (obligatorischer iPhone-7-Witz hier). Einen veralteten DVI-Anschluss bietet das Gerät nicht – wozu auch? Zu bedauern ist freilich das Fehlen eines Thunderbolt/USB-C-Anschlusses und die Wahl der HDMI-Revision: So unterstützt der HDMI-Standard in Version 1.4 nur 4K-Übertragungen mit 30 Hz. Wer also beispielsweise eine PS4 Pro anschließen möchte, kann die Möglichkeiten der Hardware nicht ausreizen, weil die Konsole technisch gesehen 4K-Material in 60 Hz anzuliefern imstande ist. Aber auch mit anderen Zuspielern kann es Probleme geben, weil neuere Versionen des HDCP-Kopierschutzstandards auf dem HDMI-Port nicht unterstützt werden.

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Andere Player oder Konsolen mit 4K-Output schließt man also nach Möglichkeit eher an ein passendes TV-Gerät an. Für PC-Spieler empfiehlt es sich dagegen dringend, den Displayport nutzen. Der unterstützt zwar theoretisch bis zu 75 Hz in der nativen Auflösung, bei diesem Monitor ist aber bei 60 Hz Schluss. Auch G-Sync funktioniert nur über den DP-Anschluss.

Etwas anstrengend in der Einrichtung war leider, dass der Monitor nicht von Windows 10 automatisch erkannt wurde, das System identifizierte ihn nur als Standard-Plug&Play-Monitor. Einen für Windows 10 passenden Treiber bietet der Hersteller irritierenderweise nicht an, stattdessen muss man sich den Treiber für Windows 8 herunterladen und im abgesicherten Modus unter Deaktivierung der Treibersignierung installieren – komplizierter geht es kaum.

Immerhin geht die Anpassung des Monitor-Farbbildes einfach von der Hand: An der Front befinden sich Druckknöpfe, mit ein wenig Übung kann man das gut bedienen und schnell das gewünschte Farbbild einstellen. Zudem lässt sich mit einem Knopfdruck zwischen unterschiedlichen Presets wechseln, der Wechsel zwischen DP und HDMI geht ebenfalls recht schnell von der Hand. Da die Software keine automatische Erkennung des Eingangssignals aufweist, muss man das recht häufig nutzen, wenn man zwei Geräte an den Monitor angeschlossen hat. Das Menü ist zwar auch noch nicht intuitiv, aber besser als so manch anderes, was Monitorhersteller sonst so anbieten.

Für die Akten sei erwähnt, dass der Monitor auch Stereo-Lautsprecher besitzt. Die klingen furchtbar, aber das ist bei praktisch jedem aktuellen Monitor der Fall.

Der Acer Predator XB321HK als Bildschirm

Kommen wir zum wichtigsten Punkt: Wie gut ist der Acer Predator XB321HK denn nun als Monitor? In einem Wort: fantastisch. Das matte IPS-Panel bürgt für gute Bildqualität bei wenig störenden Reflexionen, eine hohe Maximalhelligkeit, intensive wohlkalibrierte Farben und hohe Farbtreue auch bei steilen Blickwinkeln. Wenn Nutzer über die Qualität von IPS-Displays diskutieren, fällt in der Regel schnell das Schlagwort „Panel-Lotterie“. Gemeint ist, dass gleiche Displays unterschiedliche Qualitätsniveaus aufweisen können, hinsichtlich Pixelfehlern, aber vor allem auch dem so genannten Backlight Bleeding, also schimmernden Lichthöfen am Displayrand, wenn der Monitor ein eigentlich schwarzes Bild zeigen sollte. Zumindest bei unserem Testgerät war das Backlight Bleeding kaum wahrnehmbar, bei geringem Umgebungslicht und dunklem Bildinhalt könnte man schwache Lichthöfe links unten und rechts unten schwach wahrnehmen.

Im Vergleich zu einem „herkömmlichen“ Monitor in der verbreiteten Größe von 27 Zoll erzielen die 5 Zoll mehr Bilddiagonale beim Acer Predator XB321HK einen erheblichen Unterschied aus. Doch auch die 4K-Auflösung macht einen riesigen Unterschied: So zeigt sich Windows aus dem Desktop mit einer beeindruckenden Klar- und Detailliertheit und auch in Spielen merkt man den Unterschied deutlich – dazu gleich mehr. Überraschend war für mich, der vorher noch kein 4K-Display für längere Zeit genutzt hatte, dass selbst in vielen der eher wackeligen 4K-Videos ein deutlicher Unterschied sichtbar war, die ich in den letzten Jahren mit dem Handy aufgenommen hatte.

Spielen auf dem Acer Predator XB321HK

Kommen wir zum Thema Spiele. Mein System besteht aus einem Intel Core i5-4690K der Haswell-Generation, getaktet auf 4 GHz, 8 GB RAM und einer Nvidia Geforce GTX 980 Ti. Rein nominell ist das ein Rechner, mit dem man viele Titel in 4K-Auflösung zocken kann, wenngleich in einigen neuen und besonders anspruchsvollen Spielen die Details reduziert werden müssen.

In der Praxis bestätigt sich das dann auch, ist aber weit weniger schlimm als gedacht. Zum einen, weil ein Großteil der Spiele auch in 4K funktioniert und hervorragend aussieht – selbst bei Frameraten unter 60 FPS – G-Sync sei Dank, dazu gleich mehr. Problemlos in 4K und stets an der 60-FPS-Grenze selbst in höchsten Details und mit AA liefen zum Beispiel Doom (2016), Shadow Warrior (2016) und Trackmania Turbo. Ein gängiger Kritikpunkt an IPS-Displays ist der gegenüber TN-Panels höhere Input-Lag, den nahm ich nicht wahr – selbst schnelle Shooter wie Doom (2016) ließen sich hervorragend und präzise ohne merklichen Versatz steuern. Dank Nvidias DSR lässt sich die Auflösung sogar noch weiter hochschrauben und per Downsampling ausgeben. Im Test konnte ich beispielsweise Team Fortress 2 und die Half-Life-2-Mod „Half-Life 2: Update“ in der abenteuerlichen Auflösung von 7.680×4.320 spielen. Zwar waren die Menüs unlesbar klein und zu 4K mit Anti-Aliasing war kein echter Unterschied sichtbar, aber immerhin: Es ist möglich – in diesem, aber auch einem ganzen Haufen anderer, älterer Spiele.

Das Pfund, mit dem der Monitor wuchert, ist natürlich G-Sync-Kompatibilität. Wenn man eine Nvidia-Grafikkarte neuerer Bauart besitzt, kann ein daran angeschlossener Monitor seine Bildwiederholfrequenz dynamisch ändern und an die FPS der Grafikkarte anpassen. Im Effekt gibt das ein ruhigeres Bild mit geringerem Input Lag (gegenüber VSync) oder ohne Bildrisse (gegenüber Vsync off). G-Sync ist toll, macht aber dank des dafür im Monitor notwendigen Modules ebenjenen auch teurer. Zudem ist G-Sync nicht mit AMD-Grafikkarten und Intels-Onboard-Grafikchips kompatibel – diese setzten auf das konkurrierende FreeSync-Protokoll. Soll heißen: Natürlich kann man den Monitor auch mit Grafiklösungen von AMD und Intel betreiben, dann jedoch nicht mit adaptiver Bildwiederholrate.

G-Sync lässt das Bild jedenfalls auch mit Bildraten unter 60 FPS subjektiv flüssiger beziehungsweise ruhiger wirken. Das nutzt man gerade bei einer so hohen Auflösung gerne. Subjektiv nahm ich im Test schnelle Wechsel der Bildwiederholraten zwischen hoch und niedrig trotzdem noch als störend wahr. Rise of The Tomb Raider und Hitman (2016) sind beispielsweise Games, deren Bildrate in ein und derselben Szene stark variieren kann. Durch die variierenden Frames wirkt das Spiel, genauer gesagt: das Framepacing, trotz G-Sync unrund. Das ist natürlich auch und noch stärker bei Monitoren der Fall, die kein G-Sync implementiert haben. Aber darum geht's auch nicht, sondern um falsche Erwartungen – die Wunderheilung gegen Bildruckler ist G-Sync dann nämlich doch nicht. Das war auch der Grund, warum ich mich entschieden habe, einige Titel lieber in WQHD (2.560×1.440) statt UHD zu spielen, namentlich Rise of the Tomb Raider und The Crew. In Battlefield 1 wiederum war mir die verbesserte Übersicht und Bildschärfe durch 4K hingegen wert, dass ich mit einigen Details runterging, um stabile 60 FPS zu erreichen.

Unterm Strich macht der Monitor im Bereich Gaming aber eine grandiose Figur, die Bildqualität ist schlicht fabelhaft. 60 Hz in Kombination mit G-Sync sind absolut ausreichend, wenn man nicht gerade im Bereich E-Sports aktiv ist. Allein der Rest der Hardware muss stimmen, wenn man in 4K spielen will: Eine Geforce GTX 980 Ti oder GTX 1070 sollte es schon sein und ein Intel- oder AMD-Prozessor neuerer Bauart mit mindestens 4 Kernen.

Arbeiten auf dem Acer Predator XB321HK

Ein bisschen skeptisch war ich in Bezug auf den Einsatz des Acer-Bildschirms im Windows-Betrieb. Nach meinen letzten Erfahrungen war Windows und waren vor allem die unter Windows laufenden Anwendungen nicht richtig vorbereitet auf den Einsatz mit High-Res-Displays. Nun, an dieser Stelle kann Entwarnung gegeben werden: Windows 10 skaliert mittlerweile hervorragend auf Bildschirmen mit hohen Pixeldichten, und auch die meisten Anwendungen sind mittlerweile angepasst. Probleme hatte ich lediglich mit zwei Programmen: Das Freeware-Tool Clover, mit dem man dem Windows Explorer Tabs und Ordner-Bookmarks im Stil von Google Chrome hinzufügt, zeigte Ordner und Dateien extrem grobpixelig und hässlich an, das Open-Source-Tool MediathekView, mit dem man Videos aus den Mediatheken der Öffentlich-Rechtlichen TV-Sender herunterladen kann, zeigte grundsätzlich alles zu klein an.

Aber selbst mit diesen Einschränkungen lässt sich leben. Denn: Man erhält durch die Größe des Monitors mehr Übersicht, dank der Auflösung eine höhere Schärfe und Klarheit, die vor allem bei Bildbearbeitung und Videoschnitt helfen.

Test-Fazit zum Acer Predator XB321HK

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Der Acer Predator XB321HK hat mich überzeugt, ich lasse ihn nur ungern gehen. Er könnte trotzdem als Lehrbuchbeispiel für ein Produkt „toll, wenn du Teil der Zielgruppe bist – zu vernachlässigen, wenn nicht“ gelten. Wer ein „markantiges“ Design mag, wird die Optik des Monitors lieben, Freunde von Understatement in der Optik und hauchdünnen Rändern eher weniger. Der Monitor ist geeignet für PC-Gamer, denen Bildqualität und -schärfe wichtig ist, die aber nicht auf die 2017 fällige Neuerungen wie HDR-Support und Bildwiederholfrequenzen von über 60 Hz bei 4K warten wollen. Dazu sollte man eine potente Nvidia-Grafikkarte nutzen (GeForce GTX 1070 bzw. 980 Ti und aufwärts), um von G-Sync zu profitieren, ansonsten lohnt sich der üppige Aufpreis nicht. Wer in diese Zielgruppe fällt und knapp 1.000 Euro locker hat, kann aber beherzt zugreifen – bereuen wird man den Kauf des Acer Predator XB321HK ziemlich sicher nicht.

  • Bildqualität (50 %): 5 von 5
  • Ergonomie (15 %): 3 von 5
  • Verarbeitung (15 %): 4 von 5
  • Anschlüsse (10 %): 3 von 5
  • Bedienung (10 %): 3 von 5

Gesamt: 83 %

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Bildergalerie Acer Predator XB321HK 4K Gaming Monitor - offizielle Produktbilder

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(16. Januar 2017)

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