Test: Mit Sonos One klingt Alexa so gut wie noch nie

Johann Philipp

Sonos stellt seinen ersten sprachgesteuerten Lautsprecher vor: Klanglich kann der Sonos One im Test überzeugen, die Integration von Alexa hat aber noch ein paar Schwächen.

Test: Mit Sonos One klingt Alexa so gut wie noch nie
Bildquelle: GIGA

Unser Urteil

Der Sonos One bietet herausragenden Sound, ein schickes Design, unterstützt so ziemlich jeden Streamingdienst und integriert mit Alexa und bald auch Google Assistant gleich zwei Sprachassistenten. Auf den ersten Blick scheint der Lautsprecher die perfekte Wahl für Freunde von Amazons Echo-Geräten zu sein, die guten Sound haben wollen. Doch gerade bei Alexa muss Sonos nachbessern. Sie befindet sich gefühlt noch im Testmodus: Viele Funktionen werden noch nicht unterstützt, wie beispielsweise das Vorlesen der täglichen Nachrichten. Jedoch kündigt Sonos an, bereits in diesem Jahr ein Update zu verteilen, um Alexa zu verbessern.
Die drei wichtigsten Fragen zu Alexa auf dem Sonos One:
Kann der Sonos One als Ersatz für Amazons Echo überzeugen?
Aktuell noch nicht. Alexa ist auf dem Sonos One noch nicht voll ausgereift. Sie liest zwar den Wetterbericht vor, beantwortet Wissensfragen, steuert Smart-Home-Geräte und beherrscht auch einige Alexa-Skills, aber den vollen Umfang bietet sie noch nicht.
Wie gut sind die Mikros?
Etwas schlechter als im Echo. Mann muss lauter sprechen, damit der Sonos-Lautsprecher reagiert. Hier könnte der Hersteller aber durch ein Update die Empfindlichkeit der Mikrofone verbessern.
Was kann Alexa auf Amazons Echo Geräten, was sie auf dem Sonos One nicht kann?
Die neue Anruf-Funktion von Amazon wird vom Sonos One nicht unterstützt. Aktuell kann keine tägliche Zusammenfassung abgespielt werden. Die Sprachsteuerung funktioniert bisher nur mit den Musik-Diensten Amazon Music und TuneIn. Spotify, Apple Music, Deezer und alle weiteren großen Streamingdienste lassen sich aber problemlos über die App steuern. Die Sprachsteuerung von Spotify wird ab dem 21. Dezember 2017 funktionieren. Mit weiteren Updates von Sonos, die noch in diesem Jahr verteilt werden sollen, wird auch der Umfang an Alexa-Funktionen wachsen.

Sonos One im Test: Bewertung

GIGA-Award_Sonos-One

  • Klang: 90 Prozent
  • Sprachassistenz: 60 Prozent
  • Musikangebot: 100 Prozent
  • Design: 90 Prozent

Gesamt: 86 Prozent (Der Klang bildet 50 Prozent der Gesamtnote)

Das hat uns gefallen

  • Klangqualität: Trotz aller smarten Sprachassistenten, der Klang bleibt bei einem Lautsprecher das Wichtigste. Der erste Song, Michael Jacksons Billie Jean, haut mich um. So detailreich, so voluminös, so brillant. Der Klang aus dieser kleinen Box ist beeindruckend. Aber auch ruhige Acoustic-Songs, ballernde Hip-Hop Hooks und sanfte Klassiktitel beherrscht der Lautsprecher.
  • Abmischung: Der Sound setzt den Fokus auf die Mitten und Höhen. Bässe sind zwar da, aber gerade bei Elektro-Titeln eher weich. Das tut dem Hörgenuss jedoch keinen Abbruch, denn bei allen objektiven Kriterien: Worauf es ankommt, ist, dass es Spaß macht, Musik zu hören – egal ob Pop, Hip-Hop, Elektro oder Klassik – und darin ist der Sonos One ein Meister. Er schafft die Balance zwischen zu dominante Tiefen, wie man sie von Beats Kopfhörern kennt, und übertriebenen Mitten, wie man es der Konkurrenz von Bose häufig nachsagt.
  • Design: Ein kleiner Kasten mit matter Oberfläche in Weiß oder Schwarz. Schon der Play:1 sah gut aus, der One gefällt uns noch ein Stück besser – vor allem in Weiß.
  • Verarbeitung: Nichts klappert, nichts dröhnt, nichts wackelt. Der Lautsprecher ist hochwertig verarbeitet und wirkt mit seinem Gewicht von 1,85 kg schon beim Auspacken sehr wertig.
  • TruePlay: Die automatische Einmessung des Raums verspricht eine bessere Klangqualität, in dem es die Raumgröße, Grundriss, Einrichtung und die Position des Lautsprechers analysiert. Unser Ergebnis im Test: TruePlay ist keine Funktion aus der Marketing-Abteilung von Sonos, sondern bringt erhebliche Vorteile. Ihr solltet es unbedingt einmal ausprobieren. 
  • Smart-Home-Steuerung: Da man den Sonos One mit seinem Alexa-Konto verknüpfen kann, erkennt der One alle gespeicherten Lampen, Schalter und Steckdosen, die auch Alexa kennt. Die Steuerung von Philips-Hue-Lampen funktionierte im Test ohne Probleme.
  • Multiroom-Funktion: Wer mehrere Geräte besitzt, kann sie zu Hause von jedem Raum aus steuern und Musik in nur einem oder in allen Räumen gleichzeitig abspielen.

Das fanden wir nicht so gut

  • Alexa-Integration: So sehr der Lautsprecher beim Klang begeistert, so schnell kommt die Ernüchterung mit Alexa: Die Sprachbedienung fühlt sich aktuell noch wie im Beta-Teststadium an. Das ist grundsätzlich nicht schlecht, aber alle Käufer, die auf die Alexa-Funktion gewartet haben, sind im ersten Moment enttäuscht. Spotify über Sprache steuern? Soll erst Ende des Jahres möglich sein. Die tägliche Zusammenfassung abspielen? Soll erst Ende des Jahres möglich sein. Skills aktivieren? Soll grundsätzlich funktionieren, aber klappte im Test nicht immer. Die sechs Mikrofone an der Oberseite reagieren zudem nicht ganz so zuverlässig wie bei den Echo-Geräten und wenn Alexa keine Antwort weiß, oder den Befehl nicht verstanden hat, schweigt sie einfach und lässt den Benutzer ohne einen Hinweis zurück. Das hat Amazon besser gelöst.
  • Einrichtung: Ohne Alexa ist die Einrichtung ein Kinderspiel. Doch mit der Sprachassistentin wird es zur langwierigen Tortur. Die eigene Sonos-App führt zwar Schritt für Schritt durch die Installation, jedoch sind vier verschiedene Konto-Verknüpfungen notwendig. Die App leitet zuerst zu Amazon, dann zum eigenen Sonos-Konto, dann zu Spotify und zum Schluss zur Alexa-App weiter. Wenn man die Apps nicht auf dem Smartphone oder sein Passwort und Benutzernamen nicht sofort griffbereit hat, kann die Einrichtung schon mal 20-30 Minuten dauern. Plug and play geht jedenfalls anders.

Gut zu wissen

  • Der Google Assistant soll ab 2018 auf dem Sonos One verfügbar sein und über ein Update freigeschaltet werden.
  • Über die Touch-Bedienung auf der Oberseite kann man die Lautstärke regeln, zum nächsten Titel springen und das Mikrofon ein- und ausschalten.
  • Mit AirPlay 2 können iPhone-Nutzer ab 2018 jeglichen Audio Input – wie beispielsweise YouTube-Videos und Netflix-Filme – auf den Lautsprecher übertragen.
  • Der Sonos One bietet kein Bluetooth an.

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86 von 100 Punkten
(02. November 2017)

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