Google hat heute das lang erwartete Pixel 6 und Pixel 6 Pro endlich offiziell vorgestellt. Wer in den letzten Wochen keine Scheuklappen auf hatte, wird die beiden Smartphones schon kennen – zumindest was das Design und die Hardware angeht. Die Software ist es aber, die die beiden Google-Handys besonders auszeichnet. Ich konnte mir bereits einen ersten Eindruck verschaffen und bin sehr angetan.

 
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Google Pixel 6 im Hands-On: Das Android-Aushängeschild Abonniere uns
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Google Pixel 6 und Pixel 6 Pro: Tensor macht den Unterschied

Das Pixel 6 und Pixel 6 Pro sind die ersten Smartphones, die tatsächlich als echte Google-Handys bezeichnet werden können. Erst mit der Entwicklung des eigenen Tensor-Chips ist es dem Unternehmen möglich, Funktionen zu integrieren, die auf dem Smartphone bisher undenkbar waren. Die Hardware wurde perfekt an die Software angepasst und das spürt man beim Pixel 6 und Pixel 6 Pro. Das Tolle an der nächsten Generation ist, dass die neuen Software-Features tatsächlich auch in Deutschland funktionieren.

Live-Übersetzung:

Live-Übersetzung direkt auf dem Pixel 6 und Pixel 6 Pro. (Bild: Google)

Erhaltet ihr in einem Messenger mehrere Nachrichten in einer anderen Sprache, schlägt euch die Live-Übersetzung vor, dass die Nachrichten automatisch übersetzt werden. Ihr ladet einfach nur die passenden Sprachen runter und könnt beispielsweise direkt in WhatsApp die Übersetzung sehen – ganz als hätte der andere Kontakt euch auf Deutsch geantwortet. Funktioniert mit der polnischen Sprache sehr gut, auch wenn die Grammatik nicht immer perfekt ist. Die Live-Übersetzung funktioniert auch in der Kamera oder über den Google Assistant als Dolmetscher. So könnt ihr euch im Ausland einfacher verständigen.

Rekorder:

Die neue Version des Rekorders auf dem Pixel 6 und Pixel 6 Pro ist mächtig. Ihr sprecht und es kann direkt ein Transkript erstellt werden. Darin könnt ihr dann direkt suchen. Das Besondere? Das funktioniert auch Offline ohne eine Verbindung zum Internet.

Magischer Radierer:

Der "magische Radierer" entfernt auf dem Pixel 6 und Pixel 6 Pro einfach das, was nicht ins Bild passt. (Bild: Google)

In Google-Fotos findet sich nun eine Funktion, die „magischer Radierer“ heißt. Damit lassen sich ungewollte Bereiche eines Fotos einfach entfernen. Man sucht dazu nur ein Foto aus, markiert grob den Part, den man entfernt haben möchte, und die Software entfernt den Teil und erstellt den Part neu, sodass nicht auffällt, was dort mal war. Als Beispiel hat man ein Portrait aufgenommen und eine Person im Hintergrund gehört nicht dort hin. Einfach auswählen und sie ist weg. Das funktioniert tatsächlich überraschend gut, wie ich selbst ausprobieren konnte.

Neue Kamera-Funktionen:

Google Pixel 6 und Pixel 6 Pro können mit dem Bewegungsmodus (rechts) ein normales Foto (links) komplett verändern. (Bild: Google)
  • Mit dem Bewegungsmodus macht Google eure Fotos dynamischer. Ihr macht ein Foto in dem Modus und die Kamera-App erzeugt ein ganz besonderes Ergebnis. Die KI erkannt, was sich bewegt und was nicht. Beispielsweise bei einem Wasserfall das Wasser, wie man oben sehen kann. Der Rest des Bildes bleibt scharf, sodass ein ganz besonderer Effekt erzeugt wird.
  • Der Scharfzeichner macht eure unscharfen Fotos wieder brauchbar. Fotografiert ihr ein sich bewegendes Kind und das Ergebnis ist unscharf geworden, könnt ihr es direkt nachschärfen und das Bild so trotzdem noch nutzen.
  • Durch Real Tone werden alle Hautfarben von Menschen so natürlich wie noch nie erfasst, ohne sie zu verändern.
  • Über Live HDR+ Video lassen sich Videoaufnahmen in noch nie da gewesener Qualität erzeugen. Gleichzeitig wurde die Bildstabilisierung auf ein neues Level gehoben, um ein ruckelfreies Ergebnis zu liefern.
  • Damit ihr in lauten Umgebungen in Videos auch verstanden werdet, ist eine verbesserte Sprachqualität integriert worden. Diese müsst ihr in der Kamera-App im Video-Modus aber manuell aktivieren, wenn ihr euch in so einer Umgebung befindet.

Anrufe vor dem Annehmen filtern:

Google kann für euch ans Telefon gehen. (Bild: Google)

Call Screening gibt es in den USA schon länger und jetzt wird die Google-Assistant-Funktion auch in Deutschland aktiviert. Google prüft, ob es sich um eine bekannte Spam-Nummer handelt. Ist das nicht der Fall, geht der Google Assistant für euch ran und fragt, um was es geht. Ihr könnt in der App sehen, was geantwortet wird und dann ablehnen oder abheben. Das Transkript lässt sich auch nach dem Anruf noch nachlesen.

Weitere Verbesserungen mit Android 12

Das waren nur die wichtigsten Neuerungen, die auf dem Pixel 6 und Pixel 6 Pro umgesetzt wurden. Es gibt noch viele weitere Verbesserungen von Android 12, die beispielsweise die Sicherheit betreffen. So könnt ihr die Kameras oder Mikrofone des Smartphones jetzt einfach ausschalten. Im Sicherheits-Hub lässt sich der aktuelle Status des Handys im Blick haben. Das Privatsphäre-Dashboard verrät euch, wie es um den Datenschutz steht. Außerdem lässt sich das Pixel-Handy einfacher durchsuchen, das Design passt sich individuell an und die Spracherkennung allgemein funktioniert in meinen Augen erheblich besser.

Zudem wird die Update-Politik besser. Fünf Jahre Sicherheitsupdates und mindestens drei neue Android-Versionen sichert Google zu. Eventuell aber auch mehr, wenn es möglich ist.

Technik des Pixel 6 und Pixel 6 Pro

Google Pixel 6 und Pixel 6 Pro sind endlich in der Oberklasse angekommen. (Bild: GIGA)

Es ist natürlich auch wichtig, was das Pixel 6 und Pixel 6 Pro technisch so drauf haben. Da gibt Google in diesem Jahr Vollgas. Den eigenen Tensor-Prozessor haben wir ja schon erwähnt und das Design der Smartphones war schon seit Wochen bekannt. Das Display des Pixel 6 arbeitet mit 90 Hz, misst 6,4 Zoll und hat eine FHD+-Auflösung. Das Display des Pixel 6 Pro arbeitet mit 120 Hz und ist ein 6,7-Zoll-LTPO-Display mit 3.120 x 1.440 Pixel, das extrem scharf ist. Beide werden von Corning Gorilla Glass Victus geschützt.

Der Akku besitzt eine Kapazität von 4.614 mAh (Pixel 6) und 5.003 mAh (Pixel 6 Pro). Diese können per Kabel (30 Watt) oder kabellos (12 Watt) schnell aufgeladen werden. Ladegeräte liegen nicht bei. Es gibt 8 GB RAM beim Pixel 6 und 12 GB RAM bei Pixel 6 Pro. Beide haben 128 GB internen Speicher. Das Pro-Modell gibt es für 100 Euro mehr aber auch mit 256 GB. Der Speicher ist nicht erweiterbar.

Entsperrt werden können die Smartphones mit optischen In-Display-Fingerabdrucksensoren. Die funktionieren auch ganz gut, trotzdem wären Modelle mit Ultraschall besser. Auch die Fläche ist recht klein. Dieser Punkt und das Gewicht von 207 Gramm beim Pixel 6 und 210 Gramm beim Pixel 6 Pro sind bisher die auffälligsten Nachteile. Außerdem fällt das Pixel 6 in meinen Augen unnötig groß aus und hat sehr dicke Rahmen um den Bildschirm. Dafür kostet es deutlich weniger.

Komplett neue Kameras im Pixel 6 und Pixel 6 Pro

Google hat komplett neue Kameras im Pixel 6 und Pixel 6 Pro verbaut. (Bild: GIGA)

Komplett neu sind die Kameras. Die Hauptkamera löst nun mit 50 MP auf, die Sensoren sind deutlich größer geworden, sodass viel mehr Licht eingefangen werden kann. Fotos werden mit 12,5 MP gemacht, die Pixel-Binning-Technologie ist immer eingeschaltet, fasst somit permanent vier Pixel zu einem zusammen. Dazu gibt es ein 12-MP-Ultraweitwinkelobjektiv. Das Pixel 6 Pro besitzt zusätzlich ein 48-MP-Teleobjektiv mit Periskop-Technologie. Damit wird ein vierfacher optischer Zoom möglich. Maximal ist ein 20-facher „Super-Resolution-Zoom“ drin. Sowohl die Haupt- als auch die Zoom-Kamera ist optisch bildstabilisiert.

Preis und Verfügbarkeit des Pixel 6 und Pixel 6 Pro

Das Pixel 6 kostet mit 8 GB RAM und 128 GB internem Speicher 649 Euro. Das Pixel 6 Pro mit 12 GB RAM und 128 GB internem Speicher kommt auf 899 Euro. Die Version mit 256 GB kostet 999 Euro. Wer bis zum 27. Oktober 2021 bei einem teilnehmenden Händler vorbestellt, erhält die Bose Noise Cancelling Headphones 700 kostenlos.

Meine Einschätzung

Mein Favorit: Das Google Pixel 6 Pro. (Bild: GIGA)

Der erste Eindruck vom Pixel 6 Pro ist hervorragend. Google hat endlich das Smartphone gebaut, das seinem Namen wirklich gerecht wird. Es ist nämlich wirklich mit so vielen smarten Funktionen ausgestattet, dass es vielen Menschen das Leben erleichtern kann. Das alles wird möglich durch den Tensor-Prozessor, wie Google uns vorab mitgeteilt hat.

Doch auch das Design und die sonstige Hardware haben mich überzeugt. Allein das Gewicht macht mir aktuell noch zu schaffen. Das hätte etwas geringer ausfallen können. Was mir sonst noch so aufgefallen ist, erfahrt ihr bald im Testbericht.