Sonos-Lautsprecher zu teuer? Hersteller lockt mit neuem Angebot

Stefan Bubeck

Wenn man sich ein Stereo-Setup aus zwei Sonos One Lautsprechern holt, ist man beim Kauf schnell 400 Euro oder mehr los. Nun testet der Multiroom-Lautsprecher-Hersteller ein neues Vertriebsmodell, bei dem sich der Nutzer die Boxen gegen eine monatliche Gebühr ausleiht. GIGA-Audioexperte Stefan wägt die Vor- und Nachteile dieser Lösung ab.

Sonos-Lautsprecher mieten: Ab 15 Euro monatlich, direkt vom Hersteller

Sonos testet zur Zeit ein neues Angebot namens „Sonos Flex“, bei dem Lautsprecher vom Nutzer nicht dauerhaft erworben werden, sondern gemietet. Bisher läuft dieser auf 500 Teilnehmer begrenzte Test allerdings nur in den Niederlanden – wobei es bei einem erfolgreichen Verlauf sicherlich Chancen darauf gibt, dass dieses Modell zukünftig auch in anderen Ländern angeboten wird. Schauen wir auf die monatlichen Kosten, drei Sets stehen zur Auswahl:

  • 15 Euro pro Monat: Zwei Sonos One (UVP: 458 Euro; Straßenpreis ca. 400 Euro)
  • 25 Euro pro Monat: Eine Sonos Beam (TV-Soundbar) und zwei Sonos One Lautsprecher (UVP: 907 Euro; Straßenpreis ca. 800 Euro)
  • 50 Euro pro Monat: Playbar (TV-Soundbar), Subwoofer und zwei Sonos One Lautsprecher (UVP: 2.056 Euro; Straßenpreis ca. 1.780 Euro)

Der Abonnent bleibt technisch immer auf dem neuesten Stand, denn die ausgeliehenen Lautsprecher werden auf Wunsch durch die neuesten Modelle ersetzt – falls denn zwischenzeitlich welche erschienen sind. Das Lautsprecher-Abo kann jederzeit geändert oder gekündigt werden. Nach dem Ende des Abonnements gehen die Boxen wieder zurück an Sonos, die auch sämtliche Lieferkosten tragen.

Sonos Flex: Kann Mieten statt Kaufen sinnvoll sein?

Das kalifornische Unternehmen Sonos ist nicht einfach einzustufen. Da ist zum einen die starke Strahlkraft der Marke, die für hochwertige Technikprodukte und wundervolles Design steht. Zum anderen sind da aber die zahlreichen Konkurrenten, die in den letzten Jahren von allen Seiten her angreifen: Auch Amazon (Echo) und Apple (HomePod) mischen beim Multiroom-Lautsprecher-Markt mittlerweile mit. Es gilt also, der Kundschaft interessante Angebote zu machen, sodass sich letztlich die Nutzerbasis vergrößert und man langfristig nicht zwischen den IT-Giganten untergeht.

Was aufgehen könnte: Jemand ohne Sonos-Erfahrung holt sich beispielsweise das kleine Stereo-Set für 15 Euro nach Hause und probiert es 1-2 Monate aus. Danach ist er „angefixt“ und kauft sich mehr von Sonos, für den kompletten Haushalt. Wie alle Lautsprecher-Hersteller steht Sonos vor der Herausforderung, dass der Kunde oftmals nicht weiß, was ihm entgeht – bis er die WLAN-Boxen dann in den eigenen vier Wänden spielen hört. Die Sonos-Boxen klingen super und sind dank App-Steuerung, Einmessung und Multiroom-Funktionen viel komfortabler als die Stereoanlage aus den 90ern, die dann endlich mal in Rente geschickt wird. Aber dazu muss es wie gesagt erstmal zum wichtigen Erstkontakt kommen.

Wie Multiroom mit Sonos funktioniert, zeigt dieses Herstellervideo:

Das Sonos-Soundsystem (Herstellervideo).

Der zweite Faktor ist der relativ günstige Preis (– wenn er denn so bleiben sollte). Vergleichbare Technik-Mietangebote gibt es auch hierzulande bereits von zahlreichen Anbietern (z.B. Grover oder Otto Now), aber die Flex-Mietkosten bei Sonos direkt liegen darunter. So könnte man zwar eine einzelne Sonos Beam bei MediaMarkt mieten, aber je nach Mietdauer liegen die monatlichen Kosten hier zwischen 39,90 Euro (1 Monat) und 19,90 Euro (12 Monate). Da greift man lieber zum oben genannten Set aus Beam und zwei One für 25 Euro im Monat, wie es der Hersteller in den Niederlanden selbst anbietet.

Was gegen Sonos Flex spricht: Ein solches Mietmodell eignet sich nicht für lange Zeiträume, denn irgendwann holt die Mietgebühr den Kaufpreis ein. Nach rund 2,5 Jahren hätte man sich für die Miete von zwei Sonos One (15 Euro) auch einfach ein Paar davon kaufen können (ca. 400 Euro). Die Krux an der Sache ist, dass Sonos eigentlich nur Produkte anbietet, die auf jahrelangen Gebrauch ausgelegt sind und (anders als etwa Bluetooth-Boxen) keinen saisonalen Bedarfsschwankungen unterliegen. Dass der Hersteller gemietete Boxen jederzeit durch neuere Modelle ersetzt, ist ein schwacher Trost – in den letzten Jahren hat sich gezeigt, dass die Kalifornier eben nicht so oft neue Produkte auf den Markt bringen, sondern eher für eine nachhaltige Produktpalette stehen.

Fazit: Auf die Produktgattung „WLAN-Lautsprecher aus dem Premiumsegment“ will ein Mietmodell irgendwie nicht so recht dazu passen. Es wäre eher interessant für schnelllebigere Produkte, die aufgrund von Abnutzung und ständig neuer Modelle ohnehin schon „Abo-Artikel“ sind: Ein zwei Jahre genutzter Bluetooth-Kopfhörer für 120 Euro „kostet“ monatlich 5 Euro. Trotzdem könnte es Sonos mit Flex gelingen, den sprichwörtlichen Fuß in die Türe derer zu bekommen, die eine passende Lösung fürs Zuhause suchen. Für uns als Kunden ist die Möglichkeit zum Ausprobieren auf jeden Fall zu begrüßen.

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