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Divinity Original Sin 2: Auf diesen Spielmodus haben Rollenspieler seit 40 Jahren gewartet


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Der Game-Master-Mode von Divinity: Original Sin 2 ist eine Offenbarung für alle Pen&Paper-Fans aber auch das perfekte Tool für alle Neueinsteiger.

Divinity: Original Sin 2 - Early-Access-Trailer

Wer noch nie Pen&Paper-Rollenspiele gespielt hat, für den ist das erste Mal eine große Hürde. Komplexe Regelwerke wollen studiert, Charaktere kreiert und Hintergrundgeschichten erdacht werden. Weiterhin muss einer die Rolle des Spielleiters übernehmen, mühevoll Kampagnen vorbereiten oder vorgefertigte Szenarien organisieren — und die kosten natürlich. Geht das Abenteuer dann endlich los folgt die große Ratlosigkeit. Keine Questmarker, keine Dialogauswahl, was mach ich eigentlich?

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Der Game-Master-Mode umgeht die bisher größten Hindernisse

Sind diese Hürden jedoch überwunden, kann sich kaum jemand der Faszination von Pen&Paper entziehen, so vielfältig sind die Elemente, die dort zusammentreffen: Soziale Interaktion, Improvationstheater, komplexe Kampfsysteme, Planung, Organsisation, Kreativität und einfach nur purer Spaß. Trotzdem ist für jede Kampagne jede Menge Vorbereitung nötig, nicht zu vergessen  die Hürde, alle Spieler regelmäßig für mehrere Stunden zu versammeln, weshalb sich selbst eingespielte Gruppen mitunter auflösen.

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Im Editor kannst Du Deine eigenen Kampagnen entwerfen. Oder Dir fertige Abenteuer aus dem Steam-Workshop laden.
Im Editor kannst Du Deine eigenen Kampagnen entwerfen. Oder Dir fertige Abenteuer aus dem Steam-Workshop laden.

An dieser Stelle setzt der Game-Master-Mode von Divinity: Original Sin 2 ein, denn das Tool verspricht, viele der bekannten Probleme deutlich zu vereinfachen. Larian Studios hat uns in der Redaktion besucht und mit uns die offizielle Dungeons & Dragons Kampagne The Lost Mine Of Phandelver gespielt. Allerdings nicht mit Stift und Papier, sondern am Laptop. Statt unsere Charaktere auszuwürfeln, nutzen wir den praktischen Charaktereditor von Divinity. Ich entscheide mich für die in der Nekromantie bewanderte Echsenfrau Mara, mein Begleiter für den Dolch-schwingenden Roderick. Schon nach wenigen Minuten kann das Abenteuer beginnen.

Du hast eine Idee? Raus damit!

Gleich im ersten Gebiet treffen wir auf einen Wolf, der sich an einem toten Pferd gütlich tut. Unser Spielleiter fragt, was wir tun wollen. Den Wolf angreifen? Uns vorbei schleichen? So wirklich gefällt mir keine der Antworten. Schließlich habe ich mir nicht umsonst eine Totenbeschwörerin erstellt. Ich frage also, ob ich denn nicht versuchen kann, das tote Pferd wieder zu beleben. Das Spiel wird pausiert, unser Spielleiter hämmert kurz in die Tastatur und schon lächelt mir mit „Das Pferd wiederbeleben“ eine neue Option entgegen.

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Die Auswahlmöglichkeiten lassen sich mit wenigen Klicks erweitern.
Die Auswahlmöglichkeiten lassen sich mit wenigen Klicks erweitern.

Möglich ist das, weil unser Spielleiter auf so ziemlich alles im Spiel Einfluss nehmen kann. Lebensenergie verteilen, Feinde beschwören, Items verteilen, die Tageszeit ändern; ein mächtiger Editor öffnet Tür und Tor für alle Ideen, die den Mitspielern um Kopf rumspuken. Ob es mir gelingt, das tote Pferd wiederzubeleben, entscheidet Pen&Paper typisch aber ein Würfelergebnis. Je nachdem, wie erfolgreich der Wurf ist, kann der Spielleiter anschließend die Spielwelt manipulieren. Ich würfele eine 7, 20 wäre der Höchstwert gewesen. Ideal also nicht, aber immerhin beschreibt unser Spielleiter, wie das halb zerfresse Pferd sich kurz erhebt, wieder zu Boden fällt und den Wolf immerhin verdutzt zurücklässt. Zu sehen gibt es davon nichts, das Geschehen spielt sich lediglich in unseren Köpfen ab, trotzdem faszinierte die Szene mehr als jede Script-Sequenz.

Divinity: Original Sin 2 - Definitive Edition

Divinity: Original Sin 2 - Definitive Edition

Larian Studios

Was zählt sind die Geschichten

Das wichtigste beim Pen & Paper: Jede Menge Würfel!
Das wichtigste beim Pen & Paper: Jede Menge Würfel!

So wie die Charaktererstellung laufen auch die Kämpfe innerhalb des Divinity-Regelwerks ab. Der Game-Master-Mode ist also kein Dungeons-and-Dragons-Simulator, sondern in erster Linie ein Storytelling-Tool, welches den Spielern und dem Spielleiter jede Menge Vorbereitungsarbeit abnimmt und sich ganz dem widmen kann, was in Rollenspielen sowieso am wichtigsten ist: Das Erzählen von Geschichten. Und gute Pen&Paper-Geschichten entspringen nicht den Ideen eines Autors oder den Auswahlmöglichkeiten eines Dialogfensters, sondern der Kreativität der Spieler. Und genau auf diese kann der Game-Master-Modus perfekt eingehen.

In der aktuellen Early-Access-Version ist der Game-Master-Modus noch nicht spielbar. Er ist aber Teil der Vollversion, die noch vor Ende des Jahres erscheinen soll.

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