Warum iOS eine Game-Controller-API braucht

von

Caliber Advantage
iOS ist die erfolgreichste mobile Spieleplattform auf dem Markt. Dieses Potenzial würden Zubehör-Hersteller gerne nutzen, doch leider fehlt es an passenden Schnittstellen.

Unter den aktuell knapp 130.000 Spielen im App Store findet sich fast alles aus allen Genres, von Puzzle bis Shooter, von Casual bis sehr anspruchsvoll und täglich kommen durchschnittlich 120 neue Spiele hinzu.

Zur teureren Kaste der Spiele gehören unter anderem Ego-Shooter. Diese erfreuen sich großer Beliebtheit, obwohl die Steuerung eines Ego-Shooters auf einem Touchscreen-Gerät alles andere als optimal ist. Folglich könnten diese Apps in Kombination mit guten Hardware-Steuerelementen noch erfolgreicher sein. Es gibt wirkliche viele ansprechende Spiele mit beeindruckender Grafik im App Store, die aufgrund der schlechten Touchscreen-Steuerung zumindest für mich unattraktiv sind.

Auf der aktuell in Las Vegas stattfindenden CES 2013, von der wir auch vor Ort berichten, präsentiert auch das Unternehmen Zagg mit dem 70 Euro teuren “Caliber Advantage” einen neuen und vielversprechenden Game-Controller für iOS. Auch für diesen müssen Entwickler eigene Schnittstellen in ihre Spiele integrieren. Gerüchten zu folge will Electronic Arts dessen iOS-Spiele speziell für diesen Controller anpassen. Und genau das zeigt das Problem auf.

Seit Jahren entwickeln zahlreiche Hersteller, darunter vermutlich sogar Apple selbst, immer noch bessere Spiele-Kontroller für iPhone und neuerdings auch iPad. Das einzige Problem mit diesen Game-Controller ist, dass Spiele-Entwickler den jeweiligen Controller speziell unterstützen müssen. Es gibt keine standardisierte Programmschnittstelle in iOS für solche Game-Controller.

Zwar bringt iOS (mittlerweile) ein vollständiges Bluetooth-Protokoll (Version 4.0) mit, die kabellose Verbindung mit Zubehör ist aber nicht das eigentliche Problem. Ohne eine Standard-Programmschnittstelle (API) kocht jeder Controller-Hersteller notgedrungen sein eigenes Süppchen und als Entwickler eines iOS-Spieles ist es schlicht nicht rentabel für jeden bereits verfügbaren oder womöglich kommenden Controller eigene Schnittstellen einzubauen und diese zu pflegen, zumal Apple nicht gut auf private Programmschnittstellen zu sprechen ist. Apple muss also selbst für eine sehr gute API sorgen.

Den einzigen Vorteil, den mobile Spielekonsolen wie Gameboy und PS Vita gegenüber iOS-Geräten haben, sind die Hardware-Bedienelemente. Die Grafikchips, die Apple mittlerweile in seinen iOS-Geräten verbaut sind eigentlich schon zu gut für Casual Games. Ein Angry Birds braucht keinen Dual-Core-Grafikchip. Das Grafik-Potenzial, dass beispielsweise der A6 bzw. A6X bietet, kann eigentlich nur von anspruchsvollen Spielen mit beeindruckenden 3D-Welten ausgereizt werden. Wenn man sich in detailreichen, virtuellen Spielewelten präzise bewegen möchte, wie beispielsweise in einem Shooter, braucht es präzise Bedienelemente, die auch Feedback geben: Joysticks, Buttons – im Idealfall eben einen Game-Controller.

Besonders interessant wäre natürlich die Kombination von Apple TV und einem Game-Controller. Apple könnte die kleine schwarze Box relativ einfach zu einer beeindruckenden und kostengünstigen Spielekonsole machen, erst recht da die Zahl der Games im App Store täglich steigt.

 

Weitere Themen: iPhone 5, iPhone 4S, App Store, AppKack der Woche: Die schlechtesten Mobile Games, Apple


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