Der „Ghettoblaster 2.0“ geht in die zweite Runde. Das Berliner Unternehmen Teufel hat ein bereits rundum gelungenes Produkt dezent verfeinert und ist nah dran an der Perfektion, was Bluetooth-Lautsprecher angeht.

Teufel Boomster (Neue Generation) im Test: Dein Freund für den nächsten Sommer
Bildquelle: GIGA

Unser Testurteil: Teufel Boomster (2017)

Der Teufel Boomster war erstmals auf der IFA 2017 in der neuen Generation zu sehen. Statt alles neu zu machen, haben die Berliner nur ganz sachte Hand am Vorgänger aus dem Jahr 2014 angelegt. Den „Neuen“ erkennt man am besten, wenn er eingeschaltet ist, denn dann zeigt eine rot leuchtende Segment-LCD-Anzeige die gewählte Quelle an – der „alte“ Boomster musste ohne Display auskommen. Dazu noch eine Teleskopantenne und ein integriertes Digitalradio (DAB+) – fertig ist der Nachfolger eines bereits fast perfekten Bluetooth-Lautsprechers.

Der Boomster trifft beim Format die goldene Mitte, wie wir finden: Ausreichend Gehäusevolumen für mächtigen Sound, aber gerade noch kompakt genug für den Rucksack oder die Strandtasche. Dabei vermeidet es die Box, irgendwie größer zu klingen, als sie tatsächlich ist.

Diese Bescheidenheit ist eine Wohltat: Wer auf einen authentischen und ausgewogenen Klang ohne Effekthascherei steht, wird beim Boomster fündig. Hier trifft ein stabiles Bassfundament (integrierter Subwoofer) auf aussagekräftige Mitten und klare Höhen – keine virtuelle Verbreiterung der Bühne oder fragwürdige Tricks mit Signalprozessoren, die dem Klang seine Natürlichkeit nehmen könnten. Ob dies eine Reminiszenz an die „goldene Ära“ der Ghettoblaster darstellt? Wie dem auch sein mag – der Boomster ist ein ehrlich klingender und leistungsstarker Weggefährte, der mit jedem musikalischen Genre zurechtkommt.

Obwohl sich unsere Wertungsmesslatte in Anbetracht des technischen Fortschritts jedes Jahr etwas weiter nach oben verschiebt, kann der neue Boomster die Spitzennote seines Vorgängers reproduzieren. Die zusätzliche Ausstattung in Kombination mit bewährten Eigenschaften (Klang, Verarbeitungsqualität, Praxistauglichkeit) hat uns überzeugt. Teufel ist mit dem Boomster nah dran an der Perfektion und somit auf dem besten Weg, ein Kultobjekt zu werden. Der Sommer kann kommen – die passende Box steht schon bereit.

Bewertung: Teufel Boomster (2017)

  • Klang Sprache/TV: 90 Prozent
  • Klang Musik: 95 Prozent
  • Ausstattung: 90 Prozent
  • Praxis: 85 Prozent

Gesamt: 90 Prozent

Teufel Boomster (2017): Das hat uns gefallen

  • Pegelfester, neutraler und spielfreudiger Klang: Der Bass des Boomsters lässt sich in 13 Stufen anpassen und wird so jeder Musik-Situation gerecht. Sogar als Lautsprecher für Filme ist die Box geeignet: Wir haben uns Christopher Nolans „The Dark Knight Rises“ auf einem iPad angeschaut und den Sound per Bluetooth über den Boomster wiedergegeben. Das hat super funktioniert und bringt klanglich so manche ausgewachsene TV-Soundbar in Erklärungsnot.
  • Verarbeitung: Wie beim Vorgänger setzt Teufel auf eine robuste Bauweise und ein minimalistisch-modernes Design. Der Haltegriff auf der Oberseite ist nun etwas ergonomischer geformt, auch insgesamt fühlt sich die Box einfach gut an. Die Materialqualität sorgt für insgesamt 3,35 Kilogramm auf der Waage – ein Leichtgewicht ist der Boomster also nicht.
  • Digitalradio: Ob DAB+ ein echter Vorteil ist, kommt auf die Empfangssituation an. Mitten in Berlin hat man eine stattliche Senderauswahl in glasklarer Klangqualität – dem rauschenden analogen Empfang weint man keine Träne hinterher. Ein FM-Radio ist beim Boomster trotzdem mit dabei, für alle, die es noch immer lieben.
  • Digitale Anzeige: Die gewählte Quelle wird mittels rot leuchtender Letter unterhalb des Frontgitters eingeblendet (Segmentanzeige). Das ist zwar nicht so fortschrittlich wie das OLED einer Smartwatch, aber absolut passend zum Ghettoblaster-Stil der Box. Manchmal ist weniger eben mehr, das trifft auch bei diesem coolen Retro-Detail zu.

Teufel Boomster (2017): Das fanden wir nicht so gut

  • Nicht wasserdicht: Die Anschlüsse auf der Rückseite sind zwar mit Gummikappen geschützt, aber wirklich wasserdicht ist der Boomster leider nicht. Teufel rät in der Bedienungsanleitung vom Einsatz in Feuchträumen (Bad) ab.
  • Keine WLAN-/Multiroomfunktionalität, kein Bluetooth 5.0, kein digitaler Assistent: Ob sich der auf Mobilität ausgelegte Boomster überhaupt mit Multiroomsystemen und smarten Lautsprechern (z.B. Sonos Playbase, , Google Home) messen muss, sei dahingestellt. Trotzdem muss an dieser Stelle erwähnt werden, dass Teufel beim Boomster auf solche Features verzichtet hat. Wer sich für WLAN-Funktionen interessiert, wird in fündig. Schade ist der Verzicht auf Bluetooth 5.0, das zumindest auf dem Papier deutlich bessere Reichweiten als das verwendete Bluetooth 4.0 verspricht. Immerhin wird aptX für hohe Klangqualität unterstützt.
  • Tiefbass ist der Endboss: Obwohl der Boomster ausgesprochen laut aufspielt, kann auch er die Gesetze der Physik nicht aushebeln. Mit dem Technotrack „Zeolites“ (Juan Atkins and Moritz von Oswald) ist es uns gelungen, das Gehäuse leicht zum Scheppern zu bringen. Vergleichbare Songs wie „Lucky“ von Daft Punk blieben hingegen klangstabil bis in ohrenbetäubende Regionen. Es kommt offenbar auf den Titel an, ob extreme Pegel den Boomster ins Schwitzen bringen.

Teufel Boomster (NG): Gut zu wissen

  • 3D-Sound: Wer Sourroundeffekte oder 360-Grad-Sound möchte, muss sich woanders umschauen (z.B. Bose Soundlink Revolve). Der Boomster strahlt nach vorne hin ab, wie ein Studiomonitor. Der beste Klang wird mittig in rund drei Metern Abstand erzielt.
  • Der Boomster setzt voll auf Bedienung per Touch-Feld. Das ist zwar zeitgemäß, aber es soll ja noch einige Fans echter Hardware-Buttons geben. Wer es richtig retro möchte, kann einen Blick auf den spottbilligen Auna Duke werfen – hier ist wirklich alles wie vor 30 Jahren.
  • Der neue Teufel Boomster der neuen Generation ist im Netz auch unter den Bezeichnungen „Teufel Boomster (2017)“ oder „Teufel Boomster (NG)“ zu finden.
  • Optional erhältlich ist eine Fernsteuerung namens

 

  • Das Akkufach des Boomsters lässt sich mit einer Münze öffnen. Wer möchte, kann statt dem 4400-mAh-Akku auch 8 AA-Batterien einsetzen
  • Der Akku des Boomsters hält bis zu 10 Stunden durch. Mit handelsüblichen AA-Batterien kommt man auf eine kombinierte Laufzeit von bis zu 16 Stunden (Akku + Batterien) – abhängig von der Lautstärke.

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