Bluetooth: Geschwindigkeit, Reichweite & grundlegende Infos zur Funktechnik

Beschreibung

Bluetooth gehört mit WLAN und NFC zu den verbreitetsten Funktechnologien in heutigen Mobilgeräten. Immer mehr Kopfhörer, Lautsprecher, Mäuse und andere Geräte werden über Bluetooth verbunden. In diesem Ratgeber erfahrt ihr, was es mit Bluetooth auf sich hat, wie hoch Reichweite und Geschwindigkeit liegen, welche Versionen es gibt und worauf ihr sonst noch achten müsst.

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iOS 9: So verbindet ihr Bluetooth-Geräte

Bluetooth 5 – Die neue Generation

Am 08. Dezember 2016 hat die Bluetooth Special Interest Group (SIG) nun die neue Generation des drahtlosen Funkstandards Bluetooth freigegeben, sodass die ersten Bluetooth-5-Geräte wie geplant 2017 auf den Markt kommen. Mit dem Release der ersten kompatiblen Geräte wird zwischen Februar und Juni 2017 gerechnet.

Bluetooth 5 soll mit vierfacher Reichweite, doppelte Geschwindigkeit und achtfacher Übertragungskapazität der Verbindungsstandard für die IoT-Umgebung (Internet der Dinge) und Smart-Home-Lösungen werden, wie Mark Powell, Executive Director der Bluetooth SIG erklärt:

Damit lassen sich gesamte Gebäude abdecken, wodurch neue Anwendungsszenarien für den Außenbereich, die Industrie und kommerzielle Anwendungen Realität werden. Mit der Verfügbarkeit von Bluetooth 5 können wir die Anforderungen von IoT-Entwicklern und Konsumenten noch besser erfüllen

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Bluetooth 5 Neuerungen

Bluetooth: Was ist das überhaupt?

Bei Bluetooth handelt es sich um einen kabellosen, genormten Übertragungsstandard, mit dem sich die unterschiedlichsten Daten zwischen verschiedenen Geräten über kurze Distanz verschicken lassen. Die Geräte können dabei sowohl stationär als auch mobil sein, dazu können mehrere Geräte gleichzeitig miteinander verbunden werden.

So gibt es immer mehr Kopfhörer, Headsets, Lautsprecher, Drucker und viele andere technische Geräte, die ihr über Bluetooth miteinander kommunizieren lassen könnt. So könnt ihr beispielsweise eure Musik, Dokumente oder andere Dateien kabellos übertragen, ohne große Netzwerk- oder WLAN-Einstellungen zu tätigen. Kabelgebundene Geräte wie Kopfhörer oder Anlagen könnt ihr dazu mit Bluetooth-Adaptern in die kabellose Welt integrieren

Bei Smartphones, Laptops und andere Geräten, die sensible Daten enthalten, solltet ihr Bluetooth zur Sicherheit nur dann aktiviert haben, wenn ihr einer bestimmten Schnittstelle Zugriff geben wollt. Da immer noch viele Hacker die Funkttechnik als relativ einfache Einstiegsmöglichkeit nutzen.

Bluetooth: Reichweite & Geschwindigkeit

Bluetooth wird per Funkwelle übertragen, dabei ist zu beachten, dass die Geräte nicht zu weit voneinander entfernt stehen sollten und die Daten komprimiert werden, um die Übertragung zu ermöglichen/erleichtern. Die Reichweite ist dabei stark von verschiedenen Faktoren abhängig. So unterscheidet sich die Reichweite je nach verbauter Bluetooth-Antenne im Sender wie beim Empfänger, den äußeren Umständen (Wände, Türen etc.) sowie Störsignalen (WLAN-Router, Mikrowelle, Schnurlostelefone).

Im Normalfall sollten Geräten mit Bluetooth ab Version 4.X im Haus eine Reichweite von 10 Metern erreichen können, im Idealfall sollen aber auch bis zu 50 Meter möglich sein. Mit Bluetooth 5 soll dieser Wert um 400 Prozent ansteigen, sodass die nächste Bluetooth-Version möglichst die Idee von einer Smart-Home-Verknüpfung erfüllen kann. Weitere Informationen zur Reichweite und wie ihr diese erhöhen könnt, erfahrt ihr in folgendem Artikel: Bluetooth-Reichweite erhöhen – So geht’s.

Die Geschwindigkeit beträgt maximal 25 Mbit/s, wobei Bluetooth Dateien trotzdem durch einen eigenes Komprimierungsverfahren jagt. Wenn ihr eure Musikstücke in einem verlustfreien Format abspeichert, wird die Tonqualität also trotzdem etwas gemindert. Mit Bluetooth 5 soll die doppelte Geschwindigkeit, also bis zu 50 Mbit/s, erreicht werden.

Bluetooth-Lautsprecher im Vergleich: Satter Sound für unterwegs

Bluetooth: Die verschiedenen Versionen

Mit jeder neuen Bluetooth-Version kamen neue bzw. verbesserte Funktionen hinzu, aktuell sind wir bei Bluetooth 4.2 angekommen, das vor allem für das Internet der Dinge besser funktionieren soll. Hier noch ein kurze Auflistung, welche Kernfunktionen welche Bluetooth-Version wann mit sich brachte:

  • 1999 Bluetooth 1.0 und 1.0B: Maximale Datenübertragunsrate von 732,2 kbit/s
  • 2001 – Bluetooth 1.1: Indikator für die Signalstärke wurde hinzugefügt
  • 2003 Bluetooth 1.2: Geringere Empfindlichkeit gegen statische Störungen, max. Datenübertragungsrate von 1 Mbit/s
  • 2004 – Bluetooth 2.0 + EDR: Ca. dreifache Geschwindigkeit (max. 2,1 Mbit/s) bei der Datenübertragung, abwärtskompatibel
  • 2007 – Bluetooth 2.1 + EDR: Neue Funktionen, unter anderem Quality of Service und Secure Simple Pairing
  • 2009 Bluetooth 3.0 + HS: Unterstützung eines Highspeed Kanals (WLAN und UWB), Kommunikation zwischen Geräten funktioniert nun Peer-to-Peer, theoretische Übertragungsraten von 24 Mbit/s sind nun möglich
  • 2010 – Bluetooth 4.0: Geringerer Energieverbrauch (Low Energy), abwärtskompatibel, erste prägnante Schritte in Richtung „Internet der Dinge“
  • 2013 Bluetooth 4.1: umfassender Unterstützung für LTE-Gespräche, verbesserte Verbindungsintervalle
  • 2014 – Bluetooth 4.2 Smart: Einführung von wichtigen Funktionen für das Internet der Dinge (bspw. IPSP), neue Sicherheitsmaßnahmen LE Secure Connections, Link Layer Privacy
  • 2017 – Bluetooth 5: Internet der Dinge bzw. Smart-Home als Fokus, 8 mal so viel Datendurchsatz, 4 mal so große Reichweite und doppelte Geschwindikeit (im Vergleich zu Bluetooth 4.X)

Bluetooth: Die Geschichte hinter der Funktechnologie

Bluetooth2
Der Beginn des kabellosen Datenübertragungsstandards liegt in den 90ern, den Startschuss gab dabei das schwedische Mobilfunktechnik- und Multimediakommunkations-Unternehmen Ericsson. Die im Jahr 1998 gegründete Bluetooth Special Interest Group (SIG) entwickelte den Standard in den folgenden Jahren dann weiter.

Vor allem die ungewöhnliche Namens- und Logofindung ist interessant: Bluetooth leitet sich nämlich vom dänischen König Harald Blauzahn (skandinavisch: Blåtand/Blåtann), der für die Vereinigung von feindlichen Teilen Norwegens und Dänemarks verantwortlich war. Auch im Logo findet sich dieser Ursprung, da das Symbol aus der Kombination der Initialen Harald Blauzahns in Runenform besteht: So wurden die Runen für H (Hagalaz) und B (Berkano) aus dem älteren Futhark genommen und ergeben so das Bluetooth-Symbol.

Bildquelle: Bluetooth Special Interes Group

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Quiz: Bluetooth Lautsprecher: Kaufempfehlung und Test
Gewicht?
Willst Du den Lautsprecher überall mit hinnehmen und notfalls auch in der Hosentasche transportieren können? Oder reicht Dir theoretische Tragbarkeit inklusive Hilfsmittel?

Im Laufe der Jahre haben wir einige Bluetooth-Lautsprecher getestet. Aufgrund dieser Erfahrungen können wir euch hier mit einer Kaufempfehlung die Wahl etwas leichter machen. Findet heraus, welcher Bluetooth-Lautsprecher zu euch passt!

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