Jelly Bean: Android 4.1, 4.2 und 4.3 in der Übersicht

Android Jelly Bean ist die nächste große Android-Iteration nach 4.0 Ice Cream Sandwich; frei nach Googles alphabetischer Süßspeisen-Nomenklatur wurde diese Version nach den in den USA bekannten Bonbons in Bohnenform benannt. Da es sich bei Jelly Bean eher um ein Update mit Optimierungen im Detail handelt, trägt diese Version nicht die Versionsnummer 5.0, sondern wurde ursprünglich als 4.1 ausgerollt, zwischenzeitlich aber auch auf die Version 4.2 und schließlich 4.3 aktualisiert.

Android 4.1

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Inhaltlich brachte der am 27.06.2012 vorgestellte Ice Cream-Sandwich-Nachfolger Jelly Bean in der Version 4.1 zahlreiche Neuerungen sowohl optischer, technischer, als auch funktionaler Natur:

Auf technischer Ebene sind die Verbesserungen des Android-Frameworks die wohl wichtigste Optimierung: Unter dem Codenamen Project Butter hat Google dafür gesorgt, dass Android 4.1 unter anderem dank Triple Buffering und VSync butterweich läuft. Das sorgt nicht nur insgesamt für eine bessere Performance, sondern lässt auch Apps deutlich schneller starten.

Das Platzieren von Widgets auf dem Homescreen wurde mit Jelly Bean noch intuitiver: So verschieben sich bereits vorhandene Verknüpfungen selbsttätig um das neue Widget, oder dieses wird automatisch verkleinert, sollte der Platz auf dem Screen nicht ausreichen. Auch die Benachrichtigungsleiste wurde um neue Funktionen wie erweiterte Gestensteuerung und direkte Rückrufe erweitert. Auch wurde mit Jelly Bean der bisherige Vanilla-Browser von Android durch das Chrome-Pendant, das damit auch das Beta-Stadium verlassen hat, ersetzt.

In Sachen Bedienung und Komfortfeatures trumpft Jelly Bean mit einer an Googles Knowledge Graph angebundenen Suche auf, die nicht nur mit verbesserter Spracheingabe sondern vor allem auch mit einer gesprochenen Antwort überzeugt – dieser Google Now genannte persönliche Assistent steht in seinem vollen Funktionsumfang bisher aber nur in englischer Sprache und für Geräte, die komplett auf Englisch laufen, zur Verfügung.

Nutzer dürfen sich dank Google Now nun bei alltäglichen Geschäften nun noch mehr auf ihr Android-Smartphone verlassen: Now erinnert nicht nur an bevorstehende Termine, sondern benachrichtigt auch auf Basis des ermittelten Standorts und der in Maps ermittelten Verkehrssituation darüber, wann es Zeit zum Losgehen ist, wie das Wetter am Zielort ist und wo es dort gute Bars und Restaurants gibt. Wer sich im Ausland befindet, erhält mit Google Now praktische Tipps zu lokalen Sehenswürdigkeiten, Währungsumrechnungskurse, einen Übersetzer und mehr.

Abseits vom der konkreten Nutzererfahrung sind noch die inkrementellen Updates von Apps ein wichtiger Schritt nach vorne: So lassen sich Aktualisierungen für Anwendungen aus dem Play Store künftig auch einspielen, ohne dass die gesamte APK erneut heruntergeladen werden muss – quasi als Patches, wie man es vom PC kennt.

Auch hinsichtlich der OS-Updates ergriff Google mit der ersten Jelly Bean-Iteration neue Maßnahmen: Um der Verschleppung des Ausrollens neuer Android-Versionen entgegenzuwirken, werden künftig auch die Hersteller von Hardware enger und frühzeitiger in die Weiterentwicklung des Betriebssystems eingebunden.

Android 4.2

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Mit Android 4.2, das am 29. Oktober 2012 offiziell und wegen des zu diesem Zeitpunkt an der US-Ostküste tobenden Hurrikans Sandy nur online, ohne spezielles Event, vorgestellt wurde, halten weitere neue Funktionen Einzug in Android Jelly Bean: So kann die Kamera-App der Nexus-Geräte nun die sogenannten Photo Spheres erzeugen — frei dreh- und zoombare 360°-Panoramen, zu deren Aufnahme man während der Fotografierens in beliebige Richtungen schwenkt.

Weitere Neuerungen von Android 4.2 sind

  • ein stärker am Smartphone-UI angepasstes Layout für Tablets
  • ein Lockscreen, der mit Widgets erweitert werden kann
  • Tastatureingaben mittels Wischgesten, wie von Swype bekannt
  • der Mehrbenutzer-Betrieb auf Tablets
  • Schnelleinstellungen, die per Zweifingergeste erreicht werden können
  • die so genannten Daydream-Bildschirmschoner
  • die kabellose Übertragung von Bildern, Sound und Videos auf zum Beispiel Fernsehgeräte per Miracast-Empfangsmodul (Dongle)
  • sowie zahlreiche Erweiterungen des Google Now-Assistenten.

Android 4.3

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Für viele überraschend stellte Google die dritte und mutmaßlich letzte Jelly Bean-Iteration nicht auf der Google I/O im Mai 2013 vor, obwohl es bereits Wochen zuvor zahlreiche Gerüchte und Hinweise auf die Existenz dieser Android-Version unter dem erneuten Jelly Bean-Label gegeben hatte. Stattdessen erfolgte die Android 4.3-Präsentation auf einem separaten Event am 24. Juli 2013.

Mit Android 4.3 hält eine neue Kamera- und Galerie-App Einzug, Unterstützung für das Bluetooth Low Energy-Profil und diverse Kleinigkeiten, unter anderem

  • ein neues Live Wallpaper
  • eine verbesserte Roboto-Schriftart
  • eingeschränkte Nutzerprofile
  • ein dauerhaft aktiver WLAN-Modus, der die Ortung des Nutzers verbessert
  • und Unterstützung der OpenGL ES 3.0-Grafikschnittstelle für bessere Optik in 3D-Anwendungen und Spielen.

Das waren kurz zusammengefasst die wichtigsten Neuerungen von Android Jelly Bean – unten findet ihr alle Artikel zum Thema mit noch mehr Detailinformationen.

Dieser Artikel ist ursprünglich auf androidnext.de erschienen. androidnext und GIGA ANDROID sind jetzt eins. Mehr erfahren.
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