Überzeugende Präsentation erstellen: So gelingt der Aufbau garantiert

Stefan Bubeck
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Ihr müsst jemanden von einer Idee überzeugen – aber: Womit fängt man an? Wie erzeugt man Interesse und Spannung? Wann bringt man die Argumente? Wir zeigen euch die wahrscheinlich einfachste Anleitung für den Präsentationsaufbau, die es gibt. Nützlich für die Powerpoint-Folien in der Schule oder an der Uni, den Pitch für ein Start-Up, eine Rede vor Publikum und vieles mehr.

Überzeugende Präsentation erstellen: So gelingt der Aufbau garantiert

Kennst ihr das? Powerpoint läuft schon, ihr habt damit bereits Erfahrung. Ihr wollt eigentlich sofort loslegen, wisst aber nicht wie. Das Problem auch nicht das Thema an sich, denn damit kennt ihr euch ja aus. Die Frage ist vielmehr, wie man es interessant rüber bringt und ob es nicht eine ganz einfache Methode gibt, die immer funktioniert.

Präsentation erstellen: Die drei Bausteine einer Präsentation

Glücklicherweise gibt es die – und zwar für alle Situationen, in denen jemand von einer neuen Idee überzeugt werden soll. Die Grundlage ist, seine Präsentation in drei Teile zu gliedern, und zwar in dieser Reihenfolge:

  1. Die Gegenwart.
    (Wo stehen wir heute? / Was ist aktuell das Problem?)
  2. Die Zukunft.
    (Was wollen wir erreichen? / Was ist erstrebenswert?)
  3. Der Weg dorthin.
    (Wie schaffen wir das? / Mit welchen Mitteln erreichen wir das Ziel?)

Präsentation-Aufbau

Das klingt zunächst noch abstrakt, ist aber ganz einfach. Deshalb hier die drei Bausteine im Detail:

Teil 1: Die Gegenwart.

Umgangssprachlich würde man sagen, man muss die Zuhörer erst mal „abholen“. Diese sind mit dem Kopf vielleicht gerade irgendwo anders, aber nicht bei eurem Thema. Lasst euch jetzt nicht dazu verleiten, die besten Argumente ganz an den Anfang zu stellen, so nach dem Motto „Am Schluss passt doch keiner mehr auf“. Das ist falsch – man kann nämlich das Interesse stufenweise aufbauen. Euer eigentliches Thema braucht ihr hier noch nicht – sondern vielmehr das Umfeld. Den inhaltlichen Rahmen, in dem es stattfindet. Sucht euch dazu zwei bis vier passende Beispiele, die zeigen wo es hier und jetzt Probleme gibt. Am besten Situationen, die das Publikum kennt. Damit bringt ihr alle Zuhörer auf den gleichen Stand. Ziel ist es, in diesem Teil zu klären:

  1. in welchem Themengebiet wir uns befinden
  2. welche Probleme hier bekannt sind.

Teil 2: Die Zukunft.

Auch jetzt müsst ihr eure Argumente noch zurückhalten – denn nun kommt erst der Aufbau einer positiven Zukunftsvision. Oder anders ausgedrückt: Der „Wäre-es-nicht-schön-wenn“-Teil. Hier beschreibt ihr einen Zustand, den es zu erreichen gilt. Dreht die Wut des Publikums, die Teil 1 erzeugt hat und verwandelt sie in Begierde. Nennt konkrete Punkte, denen die Zuhörer zustimmen werden – weil sie es einfach müssen.

Die Punkte bauen am besten direkt auf den zuvor genannten Problemen auf, sind deren logische Gegenstücke. Wichtig ist, dass es sich um ein schlüssiges Gesamtbild handelt. Ihr könnt versuchen, einen Oberbegriff zu finden, der die Vision zusammenfasst („Vertrauen“, „Einfachheit“, „Effizienz“). Das Publikum soll sich nach Teil 2 denken: „Ja stimmt, das ist besser als das, was jetzt ist. So sollte es eigentlich sein.“

Teil 3: Der Weg dorthin.

Das Beste kommt am Schluss, nämlich die Idee. Idealerweise habt ihr sie nicht ein einziges Mal beim Namen genannt, nichts davon enthüllt. Es wurde zwar ein Problem beschrieben und ein Wunsch – aber nicht die Lösung zum Ziel. Das kommt jetzt, am besten mit Verweisen auf Teil 1 und Teil 2 gespickt. Wenn das Publikum sich denkt: „Das ist der einzig logische Weg“ – dann habt ihr alles richtig gemacht.

Präsentation halten: Die zeitliche Aufteilung

Die drei Bausteine müssen nicht exakt gleich lang sein. Tendenziell sind Teil 1 und 2 kürzer als der dritte Teil – so könnte man etwa die erste Hälfte der Zeit für „Gegenwart“ und „Zukunft“ einplanen und die zweite Hälfte für „Der Weg dorthin“. Wie ihr das macht, müsst ihr selbst ermitteln, es kommt auf euer Thema an. Manchmal ist das Problem hochkompliziert und die Lösung ganz simpel – in so einem Fall würde der erste Teil mehr Zeit benötigen. Seid flexibel und bindet auch das Publikum gelegentlich ein, wie es im Beitrag Präsentationstechniken: 5 Tricks für gelungene Vorträge beschrieben ist.

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Entscheidend beim Drei-Bausteine-Plan ist also die Reihenfolge. Es geht darum, einen häufig gemachten Fehler zu vermeiden: Man sollte sein Pulver nicht zu früh verschießen! Eine gute Präsentation ist nämlich kein Geschäftsbericht (da kommt das Wichtigste zuerst), sondern eine spannende Story – und die beginnt man meistens nicht mit einem Spoiler.

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