Mit TrueCrypt einen USB-Stick verschlüsseln

Marco Kratzenberg
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USB-Sticks werden häufig dazu genutzt, um wichtige Daten immer bei sich zu tragen. Wenn der Verlust der Sticks nicht nur den Verlust dieser Daten bedeutet, sondern vielleicht auch eine Datenschutzgefahr, dann sollte man ihn sichern. Es ist kinderleicht, mit TrueCrypt einen USB-Stick zu verschlüsseln!

Mit TrueCrypt einen USB-Stick verschlüsseln

Immer wieder liest man davon, dass einer offiziellen Stelle ein USB-Stick mit geheimen Daten verlorenging. Und auch wenn sich niemand vorstellen kann, wie so etwas überhaupt passieren kann, hat doch jeder Angst, dass es ihm auch mal passiert. Und wenn der Stick dann wirklich weg ist, sollte ein Finder wenigstens nichts mit den gefundenen Daten anfangen können. Aus diesem Grund empfiehlt sich eine Verschlüsselung der Daten. Oder besser noch: Den USB-Stick mit TrueCrypt verschlüsseln! Dazu gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder wird mit TrueCrypt die gesamte USB-Partition verschlüsselt, oder man legt einen verschlüsselten Container auf dem Stick an. Beides hat Vor- und Nachteile, die ich hier erläutern möchte.

Mit TrueCrypt auf dem USB-Stick eine verschlüsselte Container-Datei anlegen

In den meisten Fällen erstellt man mit TrueCrypt einen verschlüsselten Container. So bezeichnet man es, wenn man eine große, verschlüsselte Datei anlegt, auf die man dann mit dem Programm zugreift und als virtuelles Laufwerk einbindet. Dieser Container kann dann eine unter vielen Dateien sein, die daneben unverschlüsselt liegen. Der Vorteil dieser Verfahrensweise liegt darin, dass der USB-Stick auch zu gebrauchen ist, wenn man an einem fremden Rechner TrueCrypt nicht installieren kann.

Bei einer idealen Aufteilung befindet sich auf dem Stick eine Containerdatei, die gerade noch so viel Platz lässt, dass man ein portables TrueCrypt ebenfalls auf dem Stick installieren kann. Das gewährleistet, die Containerdatei an jedem beliebigen PC auch öffnen zu können. Zwar wird ein eventueller Finder bei dieser Konfiguration u.U. schnell merken, dass er da einen USB-Stick mit TrueCrypt-Verschlüsselung vor sich hat, aber das Risiko ist verhältnismäßig gering. Bislang konnte noch niemand die Verschlüsselung des Programms knacken und wenn das Passwort komplex und lang genug ist, wird an diese Daten niemand herankommen.

Und eine zusätzlich gute Idee ist auf jeden Fall, im Hauptverzeichnis des USB-Sticks noch eine Textdatei abzulegen, welche die Kontaktdaten des Besitzers enthält. Denn so hat ein ehrlicher Finder die Chance, den Stick auch zurückzugeben.

Gesamte Partition des USB-Sticks mit TrueCrypt verschlüsseln

Will man jedes Risiko vermeiden, dann empfiehlt sich eine Komplettverschlüsselung des USB-Sticks. In diesem Fall wird der Finder nämlich keinerlei Hinweis auf den Inhalt bekommen. Vielmehr sieht es für ihn so aus, als wäre der Stick unformatiert und leer. Selbst die Suche nach gelöschten Dateien bleibt erfolglos. Trotzdem können wir diesen Stick durch TrueCrypt als ganz normales, verschlüsseltes Laufwerk einbinden und nutzen.

Soweit die Vorteile. Die Nachteile liegen allerdings wohl auf der Hand. TrueCrypt muss auf jedem Rechner installiert sein, auf dem dieser Stick genutzt werden soll. Er kann ohne TrueCrypt überhaupt nicht genutzt werden. Nicht mal dazu, etwa ein Bild darauf zu kopieren und es kurzzeitig zu transportieren. Ebenso wenig ist es möglich, auf dem Stick einen Textdatei mit den Kontaktdaten abzulegen. So ein Stick ist also eine Sackgasse. Sicher zwar, aber eben nicht zu gebrauchen, solange TrueCrypt nicht vorhanden ist. Dafür kann man sich allerdings sehr sicher sein, dass ein Finder an keinerlei Daten kommt und nicht mal ahnt, wonach er eventuell suchen müsste. Doch Sicherheit ist bei der ersten Methode, auf einem USB-Stick einen TrueCrypt-Container anzulegen, auch gegeben.

Weiterlesen: Mit TrueCrypt einen USB-Stick verschlüsseln – Schritt für Schritt

Weitere Themen: VeraCrypt, TrueCrypt Foundation

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