Höhere Preise bei Apple: Wir nennen die Gründe

Sven Kaulfuss
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Für hiesige Käufer einer Apple Watch, eines neuen MacBooks und weiterer Hardware beinhalteten die gestrigen Vorstellungen einen Wermutstropfen – der exorbitante Preisanstieg. Die vermeintliche „Gier“ Apples ist hierfür jedoch nicht verantwortlich.

Höhere Preise bei Apple: Wir nennen die Gründe

Der deutsche Apple-Kunde ist aufgebracht. Vergleicht er die Preise im amerikanischen Apple Online Store mit kommt es zum bösen Erwachen. MacBooks wurden teils mehrere hundert Euro teurer und auch die neue Apple Watch ist mit einem Startpreis von 399 Euro gegenüber 349 US-Dollar alles andere als ein Schnäppchen. Bereichert sich Apple hier ungerechtfertigt an den europäischen Kunden?

Erklärung: Nettopreise und Euro-Verfall

Nein. Zwei Faktoren gilt es beim interkontinentalen Preisvergleich zu beachten. Zunächst – man kann es nicht oft genug wiederholen – preist Apple seine Gerätschaften in den USA stets ohne Steuer aus, es sind also reine Nettopreise. Hinzu kommt die desolate Lage des Euros. Seit einem Jahr befindet sich dieser auf den internationalen Währungsmärkten im Sturzflug, verlor nahezu fast ein Drittel an Wert gegenüber dem Dollar. Die Exportwirtschaft freut sich, kann sie doch so ihre Waren günstiger auf dem Weltmarkt anbieten. Der europäische Verbraucher muss indes bei Importwaren mehr zahlen.

Beachtet man diese Umstände, so erscheinen die europäischen Preise Apples gerechtfertigt. Hierzu zwei Rechenbeispiele.

Apple Watch Sport (38 mm Gehäuse):

  • US-Preis: 349 Dollar
  • Deutscher Preis: 399 Euro
  • Umrechnung: 349 Dollar = circa 325 Euro + 19 Prozent Mehrwertsteuer = 386,75 Euro

Die restlichen 12,25 Euro (circa 3 Prozent vom deutschen Preis) benötigt Apple für europäische Sonderausgaben (längere Gewährleistung, Abgaben, Transport-, Vertriebs und Lokalisierungskosten und nicht zuletzt auch zur Rückversicherung von Währungsschwankungen).

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Selbiges gilt für unser zweites Rechenbeispiel:

MacBook 12 Zoll, Einstiegsmodell:

  • US-Preis: 1.299 Dollar
  • Deutscher Preis: 1.449 Euro
  • Umrechnung: 1.299 Dollar = circa 1.208 Euro + 19 Prozent Mehrwertsteuer = 1.437,52 Euro

Hier verbleibt eine „Sicherheitsmarge“ von 11,48 Euro.

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Resümee: Lieber Goldbarren, statt goldene Apple Watch

Zusammengefasst: Bedanken können wir uns für den Preisanstieg in erster Linie bei unserer eigenen Währung und damit verbunden bei der Politik der EZB (europäischen Zentralbank). Da diese neuerdings wieder kräftig frisches „Geld druckt“, dürfte der aktuelle Trend sich wahrscheinlich noch weiter fortsetzen. Ergo: Apple-Produkte und IT-Geräte allgemein könnten auf absehbare Zeit noch teurer werden. Also, vielleicht lieber Goldbarren statt einer golden Apple Watch kaufen.

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