Selbst ohne Betriebssystem hat jeder PC ein Gehirn. Das BIOS ist ein komplexes Steuerprogramm für Hardwarefunktionen. Auch hier gibt es bisweilen Updates und man kann sein BIOS flashen – also mit aktuellen Daten überschreiben – um dem Computer neue Fähigkeiten zu verleihen.

Ein BIOS flashen - Ein Update für das PC-Gehirn

Das BIOS sitzt auf einem eigenen speziellen Speicherbaustein. Dieser hat die ungewöhnliche Eigenschaft, dass er mehrmals neu programmiert, also mit neuen Daten beschrieben werden kann, die auch bestehen bleiben, wenn der Computer nicht mit Strom versorgt wird. Man nennt diese Bausteine auch Flash-Speicher, weswegen man bei einer Neuprogrammierung vom „flashen“ redet. Es gibt eigentlich nur drei Gründe, aus denen ein PC-Besitzer das BIOS flashen muss:

  1. Es kommt zu Hardwarefehlermeldungen, die sicher an einem BIOS-Fehler liegen.
  2. Man will durch das BIOS-Update seinem PC neue Möglichkeiten spendieren und hat vorher ein neueres Motherboard eingebaut. Das hat allerdings in der Regel bereits ein aktuelles BIOS!
  3. Eine Rootkit-Schadsoftware hat sich ins BIOS eingenistet und übernimmt die Steuerung wichtiger Funktionen.

Ansonsten gilt eigentlich die alte Regel: Wenn es funktioniert, fass‘ es nicht an!

Tipp: Wie ihr euer BIOS-Update durchführt, erfahrt ihr hier: BIOS: Update und aktualisieren – So geht’s.

Wie kann man sein BIOS flashen? Risiken und Tipps!

Ein BIOS zu flashen ist im Idealfall eine Sache weniger Sekunden. Allerdings setzt eben dieser Idealfall eine Menge voraus. Um es mit einer Metapher zu erklären: Der Flash-Baustein ist wie eine Schultafel. Man löscht den alten Inhalt und beschreibt sie neu. Doch es gibt spezielle Tafeln für Mathe, für Englisch, für Chemie oder für Latein. Und die passen auch nicht in jeden Raum.

Das „BIOS-Programm“ muss auf den richtigen Speicherbaustein und dann muss es noch zu dem eingebauten Motherboard passen. Mit etwas Glück hat ein Fehler keine sofort merkbaren Auswirkungen. Aber auf einmal werden Laufwerke nicht mehr erkannt, der Monitor spinnt oder der Hauptspeicher arbeitet fehlerhaft. Man muss also darauf achten, dass alles zusammenpasst. Eine 4-5 Jahre neuere BIOS-Version schadet unter Umständen mehr, als sie nützt. Weil das BIOS zwar beispielsweise generell nun andere Laufwerkstypen unterstützt – aber das Motherboard hat gar keine Anschlüsse dafür. Andererseits ist ein BIOS-Update fast zwingend nötig, wenn man ein neues Motherboard eingebaut hat. Denn das erwartet zur korrekten Kommunikation aller Teile einfach das aktuellste BIOS.

Vor dem BIOS-flashen: Motherboard- und BIOS auslesen

Zuallererst sollte man mal seine aktuelle BIOS-Version auslesen. Dazu eignet sich das Windows-Programm CPU-Z. Neben vielen anderen Infos zeigt es uns auch den Hersteller sowie die Version des BIOS an. Wahlweise kann man auch beim Booten aufmerksam seinen Bildschirm beobachten, weil dort die wichtigen BIOS-Daten angezeigt werden. In der Regel muss man dann allerdings mehrmals neu starten, weil man den richtigen Bildschirm verpasst hat. Wer sein BIOS flashen will, muss dazu nicht zwingend die allerneuste Version nehmen. Oft ist es besser, wenn man nur wenige Stufen aufsteigt.

Als nächstes muss festgestellt werden, welches Motherboard eingebaut ist. Hier sind der Hersteller und die sogenannte Revision des Motherboards wichtig. Nicht jedes BIOS verträgt sich mit jedem Motherboard. Schon aus dem Grund sollte man nicht einfach so sein BIOS flashen und dabei vielleicht sogar einen komplett anderen BIOS-Hersteller wählen. Das oben genannte Programm kann auch den BIOS-Hersteller auslesen. Wie man im obigen Bild allerdings sieht, sind solche Angaben manchmal reichlich nichtssagend. Denn diese Herstellerangaben können von Computerfirmen geändert werden. In so einem Fall sollte man versuchen, auf die originalen Dokumente zurückzugreifen. Oder man findet die notwendigen Angaben auf dem Motherboard aufgedruckt. Manchmal findet man sie auch auf einem Aufkleber, der sich hinten am Rechner bzw. bei Notebooks darunter befindet. Meist werden Angaben zum Motherboard ebenfalls beim Booten angezeigt.

Was weniger bekannt ist: Windows enthält in seinem Betriebssystem ein Kommandozeilenprogramm, das uns diese Angaben auch verschaffen kann.

Klickt man auf den Startbutton und wählt dann ausführen, kann man ein Programm aufrufen, das uns viele Informationen über den Computer ausspuckt. Wir geben dazu einfach an der Befehlszeile „cmd“ ein und klicken auf OK. Dadurch öffnet sich ein Eingabefenster, in dem wir nun den Befehl systeminfo eingeben. Daraufhin arbeitet das Programm eine Zeitlang, um uns dann alle wichtigen Infos anzuzeigen. Wenn auch da keine eindeutigen Herstellermerkmale herauskommen, sollte man den Hersteller des gesamten PCs befragen. Im obigen Fall z.B. den Support von Medion. Hier sollte man übrigens auch zuerst nach einer neuen BIOS-Version gucken!

Die richtige Version zum BIOS flashen!

Damit BIOS und Mainboard zusammenpassen, wenn man ein neues BIOS flashen will, muss man die genaue Bezeichnung des Motherboards in Erfahrung bringen. Manche Hersteller wählen Ihre Bezeichnungen so, dass man ganz genau auf minimale namensunterschiede achten muss, die sich manchmal nur im Datum oder einem Buchstaben der Revisionsbezeichnung unterscheiden. Trotzdem handelt es sich dann um komplett andere Boards!

Der erste Anlaufpunkt für die korrekte BIOS-Version sollte der Motherboard-Herstellersupport sein. Auch die Suche in entsprechenden Hardware-Foren ist empfehlenswert. In den BIOS-Listen der Motherboards findet man oft die passenden BIOS-Versionen gleich als Link zum Downloaden.

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