12 Zoll MacBook (2017) im Test: Pfiffiges Kerlchen oder Witzfigur?

Sebastian Trepesch
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Es wird in Profikreisen eher belächelt, das 12 Zoll MacBook: „Schön ist es ja, aber es kann nicht viel.“ Ist das so? Beziehungsweise: Ist das noch so? Wofür reicht es? Wir haben das MacBook von 2017 getestet – und erlebten eine kleine Überraschung.

12 Zoll MacBook (2017) im Test: Pfiffiges Kerlchen oder Witzfigur?

Die interessanten Neuerungen für MacBook Pro und iMac (Test) mitsamt deren Leistung haben das kleine MacBook etwas in den Hintergrund gerückt. Es war von Anfang an ein Design-Highlight aus dem Apple-Bereich, deutlich schicker als das MacBook Air und wirklich extrem schlank. Ungefähr so schlank wie ein iPad mit Case und Deckel Smart Cover.

Auch wenn das MacBook Air immer noch im Programm von Apple ist, ist das 12 Zoll MacBook dessen Nachfolger. Nun hat Apple schon die dritte Generation veröffentlicht, da sieht man manche Eigenschaften nicht mehr so verbissen. Beispiel: Nur ein USB-C-Anschluss, ist das schlimm? Wir klären.

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12 Zoll MacBook im Test: So flach, ein Witz

Nur zwei Anschlüsse und einer davon für Audio – bei der ersten Vorstellung dieses MacBooks im Jahre 2015 mag das wie ein Witz geklungen haben. Dem Erfolg hat die Anschlussarmut offensichtlich nicht geschadet, zumindest hat Apple die Reihe weder beim Update 2016, noch jetzt, 2017, ändern müssen. Dass ein Ethernet- oder ein gewöhnlicher USB-Port keinen Platz hat, ist klar. Aber zwei USB-C- oder noch besser Thunderbolt-Ports hätten es unserer Meinung nach schon sein dürfen. Zumal der Anschluss nicht nur für Datenschnittstellen, sondern auch für das Laden des Akkus verwendet wird.

Zum Glück muss der nicht allzu häufig geladen werden: Einen Büroarbeitstag kommt man durchaus im Akkubetrieb über die Runden, wie sich in unserem Test zeigte. Mit Textverarbeitung, etwas Bildanpassung und Nichtstun (weil dann doch der komplett eingerichtete iMac eingesetzt wurde) lag der Akkustand am Abend bei rund 20 Prozent. Respekt. Die Herstellerangabe „10 Stunden“ für die Akkulaufzeit ist also kein Phantasiewert, wenngleich man das Gerät hierfür nicht auf Hochtouren laufen lassen darf.

Leistungssport: Auf Aufholjagd

Und schon sind wir beim nächsten Stichwort: Was kann das MacBook 2017 leisten? Der Geekbench-4-Durchlauf überrascht: Für einen m3-Prozessor (ja, wir haben die schwächste Ausführung des MacBooks im Test) sehen die Werte nicht schlecht aus!

  • Single-Core Score: 3528
  • Multi-Core Score: 6683

Dabei erwärmt sich das MacBook nicht einmal sonderlich, obwohl nur passiv gekühlt. Freilich, das MateBook X und das MacBook Pro vom letzten Jahr, das wir zur Hand haben, können mehr.

Man muss allerdings dazu einschränken: Der Turbo Boost des m3-Chips in der siebten Generation kann die Leistung kurzzeitig drastisch erhöhen, was wohl auch für die guten Werte sorgt – aber eben nur kurzzeitig. Die Differenz zwischen 1,2 GHz als normale Taktung und 3,0 GHz als Spitze ist enorm.

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Eine heißere Angelegenheit ist dagegen GFXBench (Open GL Bild oben, vergleiche iMac-Test): Das MacBook schafft je nach Szenario immerhin die Hälfte der Arbeit, die der getestete 27-Zoll-iMac mit einer Radeon Pro 570 leistet. Wer den Vergleich mit dem MateBook X (Test folgt auf GIGA in Kürze) anstellen möchte, dem sei gesagt: Mit Metal-Unterstützung steigt die Leistung in vielen Einzeltests von GFXBench um rund 25 Prozent. Letztendlich muss man wohl auf das finale macOS High Sierra mit Metal 2 sowie die Unterstützung der Benchmarktests und vor allem der Software warten.

Das MacBook schlägt sich in den automatisierten Tests also wacker. Und in der Praxis? Nun, Final Cut wollten wir gar nicht erst installieren. Photoshop Lightroom zeigte schon, worauf das bei komplexeren Geschichten hinausläuft: Man sieht das Bild vor lauter Werkzeugen nicht mehr, der 12 Zoll Bildschirmdiagonale geschuldet. Der Trend geht sowieso zur Vollbildansicht ...

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iMovie durfte ein knapp eineinhalb minütiges Video rendern – in der hohen Qualitätsstufe dauerte dies 2:05 Minuten. Zum Vergleich:

  • Das 13 Zoll MacBook Pro 2016 (2 GHz i5) benötigte nur etwas mehr als die Hälfte der Zeit: 1:09 Minuten.
  • Unser Bürorechner 27 Zoll iMac 2013 (3,2 GHz i5) rechnete 1:57 Minuten.

Das MacBook holt gute, aber schon ein paar Jahre alte Rechner also fast schon ein.

Zweite Seite des Tests: Ausstattung, Preis und Fazit

bewertete "
MacBook
" mit
80 von 100 Punkten
(20. Juli 2017)

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