iPhone 8 zerkratzt: Hat Apple zu viel versprochen?

Florian Matthey
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Das iPhone 8 hat ein Glas- statt ein Aluminiumgehäuse – was vielen Sorgen wegen möglicher Brüche bereiten dürfte. Apple verspricht, dass es sich um das stabilste Glas der Welt handelt. Hat der Hersteller mit dieser Angabe Recht?

iPhone 8 zerkratzt: Hat Apple zu viel versprochen?

Das iPhone 8 hat – wie einst das iPhone 4 – ein Gehäuse, das sowohl auf der Vorder- als auch auf der Rückseite aus Glas besteht. Die genaueren Details könnt ihr euch in unserem Hands-on-Video ansehen:

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iPhone 8 (Plus) im Hands-On

iPhone 8 im Härtetest: Was hält es aus?

Der YouTuber „JerryRigEverything“ hat es wieder getan: Er erhält am Tag der Auslieferung ein nagelneues iPhone 8 und macht es gleich kaputt – zumindest optisch. Mit verschiedenen Härtegraden testet er, wie lange es dauert, bis das Gehäuse zerkratzt. Im Anschluss „behandelt“ er das Gerät noch mit einem Feuerzeug und versucht, es zu verbiegen.

Zumindest in Sachen Kratzfestigkeit ist kein Unterschied zum iPhone 7 oder anderen High-End-Smartphones mit Glasdisplay feststellbar: Mit Härtegrad 6 (von 10) lässt sich das Glas auf der Vor- und Rückseite deutlich zerkratzen. Das heißt, dass Schlüssel und Münzen in der Hosentasche für das Glas kein Problem sind, wohl aber kleinere, manchmal härtere Staubpartikel. Zumindest in Sachen Kratzfestigkeit hat sich trotz Apples Behauptung „haltbarstes Glas der Welt“ nichts geändert. Sie bezieht sich also wohl nur auf den Schutz vor Brüchen im Falle eines Sturzes.

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Plastik schützt Glas vor Stürzen

A propos Sturz: Jerry ist aufgefallen, dass Apple sowohl auf der Vor- als auch Rückseite um das Glas herum einen Plastikstreifen eingebaut hat. Dieser sorgt dafür, dass das Glas dann, wenn das iPhone auf einen flachen Boden fällt, nicht den Boden berührt. Das hat zwar nichts mit der Stabilität des Glases zu tun, ist aber ein nettes zusätzliches Detail. Anders ist es hingegen beim Metallring um das herausstehende Objektiv der Kameralinse: Dieser schließt unterhalb der Linse ab, so dass diese keinen zusätzlichen Schutz hat.

„Saphirglas“-Objektiv: Weiterhin kein reines Material

Um so wichtiger ist es zu erfahren, wie gut sie vor Kratzern geschützt ist. Hier verwendet Apple bekanntlich kein Glas, sondern besonders kratzfestes Saphirglas. Wie beim iPhone 7 gilt aber auch beim iPhone 8 eine Einschränkung: Apple verwendet kein reines Saphirglas, sondern ein Mischmaterial, das nicht ganz so kratzfest ist wie beispielsweise bei hochwertigen Saphirglas-Armbanduhren. Daher ist das Glas nicht den Härtegraden 8 oder 9 gewachsen – schon bei Härtegrad 6 werden Kratzer sichtbar. Auch hier sollten Kunden also sorgsam mit ihrem Gerät umgehen.

iPhone 8 im „Bend Test“ stärker als iPhone 7

Eine deutliche Verbesserung im Vergleich zum iPhone 7 gibt es wiederum im „Bend Test“: Wer versucht, das iPhone 8 zu verbiegen, sieht selbst bei einem hohen Kraftaufwand keinerlei Schäden am Gehäuse. Beim iPhone 7 war es auf diesem Wege noch möglich, das Gehäuse zu einem geringfügigen „Aufplatzen“ zu bringen, was zu einer Beschädigung des Feuchtigkeitschutzes führte.

Insgesamt lässt sich sagen: Das iPhone 8 ist weiterhin ein sehr stabiles und hochwertig gebautes Gerät, das seinen Vorgänger übertrifft. Allerdings sind weiterhin auch kleinere Schwachstellen vorhanden.

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