Ein iPhone bringt sicher viele Vorteile mit, keine Frage, aber einfache Reparatur gehört nicht dazu. Dabei gehören gebrochene Displays, Wasserschäden und kaputte Akkus zum Alltag. Angesichts der hohen Apple Reparaturpreise stellen sich die Fragen, welche Schäden ihr noch selbst beheben könnt, wann sich eine iPhone-Reparatur überhaupt noch lohnt und was der ganze Spaß kostet? Wir haben die Antworten.

Die Stiftung Warentest ist knallhart und schmeißt iPhones zu Testzwecken 100 Mal aus 80 Zentimetern Höhe auf einen Steinboden. Das Ergebnis: Die iPhone-Pro-Modelle sowie das Mini zeigen keine Schäden. Das „normale“ iPhone dagegen schon, trotzdem bleibt das Smartphone immerhin funktionsfähig. Hört sich gar nicht so schlecht an, jedoch macht Apple mit iPhone-Reparaturen jeden Tag kräftig Kasse, denn gebrochene Displays, Wasserschäden und kaputte Akkus kommen häufig vor und die Reparaturpreise sind gesalzen.

Hinzu kommt, wenn es nach Apple geht, muss man für Reparaturen entweder in den Apple Store gehen, zu einem von Apple zertifizierten Reparatur-Service oder das iPhone an ein Apple-Reparaturzentrum schicken. Neuerdings gibt es auch ein Programm für unabhängige Reparaturanbieter, die von Apple mit Originalteilen, Werkzeugen und mehr unterstützt werden. Voraussetzung dafür ist aber, dass in den Betrieben auch von Apple geschulte Techniker arbeiten. Wie man hört, ist Apple hier ziemlich pingelig mit der Auswahl und der Aufwand ist für Werkstätten sehr groß.

Bild: Apple

Selber schrauben ist bei Apple dagegen gar nicht mehr vorgesehen und Apple legt Bastlern immer mehr Steine in den Weg, um günstige DIY-Lösungen zu erschweren. Ein Problem ist auch die Ersatzteilversorgung mit Originalzubehör, das es außerhalb der Apple-Zertifizierungswelt praktisch nicht gibt. Verbaut man aber keine Originalteile, hat Apple weitere Hürden ins System eingebaut, die nach Hardware-Änderungen zu Fehlermeldungen führen. Das passiert dann zum Beispiel, wenn man Akkus oder Displays von Drittherstellern verbaut.

iPhone-Reparatur: Garantie

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Doch bevor man sich mit Preisen und Möglichkeiten für die Reparatur rumschlägt, stellt man sich automatisch die Frage nach der Garantie: Die gibt es natürlich auch bei Apple und sie läuft ein Jahr, deckt aber natürlich nur Herstellungsfehler ab und nimmt Verschleißteile wie den Akku explizit aus. Den Garantiestatus könnt ihr über diese Webseite prüfen. Dazu müsst ihr nur die Seriennummer eures iPhones eintippen, die ihr in den Einstellungen unter „Allgemein“ und „Info“ findet.

iPhone-Reparatur: Apple Care+

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Apples Support- und Hardware-Schutzpaket Apple Care+ ist für alle Schussel eine Option. Gegen eine monatliche Gebühr kann man bis zu zwei Reparaturen pro Jahr mitnehmen und muss nur eine vergleichsweise kleine Zusatzgebühr zahlen: Displayschäden kosten dann nur einmalig 29 Euro, andere Beschädigungen 99 Euro. Ein zweites Paket deckt auch Diebstahl und Verlust mit ab, die Zusatzgebühr dafür beträgt 129 Euro. Die AppleCare+ Monatsgebühr richtet sich nach dem Gerät, beim iPhone mini beträgt sie zum Beispiel 8,49 Euro.

iPhone-Reparatur: Kosten

Was die iPhone-Reparatur bei Apple kostet, kann jeder in offiziellen Preislisten nachschauen. Aber Vorsicht, nicht gleich in Tränen ausbrechen, denn die Preise sind happig. Apple unterscheidet dabei drei Bereiche:

  • Preise für Displayreparaturen: Apple hat eine aktuelle Preisliste für Displayreparaturen auf der Webseite. Dort kann man sehen, dass man beim iPhone 13 Max Pro über 360 Euro zahlt, beim iPhone SE dagegen nur rund 150 Euro.
  • Preise für Akkureparaturen: Die Preisgestaltung für den Akkutausch ist nicht ganz so kompliziert. Bei älteren Geräten fallen dafür 55 Euro an, bei aktuellen iPhones sind es 75 Euro.
  • Preise für sonstige Reparaturen: Besonders happig erscheinen die Preise für sonstige iPhone-Reparaturen, die Apple auf seiner Webseite präsentiert. Satte 640 Euro müssen Nutzer eines iPhone 13 Pro Max löhnen, aber auch beim iPhone X sind es fast 600 Euro. Was man dazu wissen muss: Das ist das Maximum, was an Reparaturkosten anfallen kann, bis hin zum Kompletttausch. Genauere Infos zu den Kosten im Einzelfall gibt es dann im Apple Store bzw. beim Apple-Servicepartner.

iPhone-Reparatur: Set

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Fans von Werkzeugkästen mit genügend Platz im Keller, können sich auch eine komplette Handy-Reparatur-Ausstattung zulegen. Wenn es aber eher darum geht, einmal einen Schaden zu beheben, sind Reparatur-Sets die bessere Wahl. Die gibt es zum Beispiel bei iFixit. Akku plus alle nötigen Werkzeuge für den Tausch beim iPhone X kosten zum Beispiel rund 50 Euro. Eine passende Anleitung findet man auf der Webseite. Doch Vorsicht: Die Reparatur erfordert handwerkliches Geschick und auch Geduld. Außerdem stößt man dabei immer wieder auf Probleme, beispielsweise sind die wasserabweisenden Dichtungen Schrott, wenn man das Display auswechselt.

iPhone-Reparatur: Display

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Ein gesprungenes Display ist einer der häufigsten Reparaturfälle beim iPhone. Der beste Weg führt über einen Apple Store in der Nähe, alternativ hilft ein von Apple zertifizierter Reparaturbetrieb oder ihr schickt das Handy in ein Apple-Reparaturzentrum. Über diese Supportseite könnt ihr eine Reparatur anfordern. Dabei grenzt ihr das Problem erst ein, etwa auf ein gesprungenes Display auf der Vorderseite und bereitet es dann zur Einsendung vor. Apple gibt für diese Art Reparaturen bis zu fünf Geschäftstage an. Alternativ gibt es zum Beispiel bei iFixit komplette Sets mit Ersatz-Display und den nötigen Werkzeugen für alle, die sich die Reparatur selbst zutrauen.

iPhone-Reparatur: Vorbereitungen

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Apple erklärt, dass man an zertifizierten Service-Stellen die Apple-ID samt Passwort braucht. Außerdem soll man vorher ein Backup machen. Das ist dann wichtig, wenn bei der Reparatur die Daten auf dem iPhone gelöscht werden.

iPhone-Reparatur: Dauer

Habt ihr euer iPhone geschrottet und ist der erste Schock abgeklungen, ist nach den Kosten die wichtigste Frage, wie lange eine Reparatur dauert. Apple hat dafür zumindest Pi-mal-Daumen-Angaben parat. Rund fünf Tage dauert die Reparatur, wenn ihr das iPhone einschickt. Schneller geht es manchmal direkt vor Ort, jedoch muss dann ein Termin im Apple Store frei sein. Displays werden dann oft sofort getauscht.

iPhone-Reparatur: In der Nähe

Es ist verlockend, bei einem Schaden das iPhone nicht erst einzuschicken, sondern gleich vor Ort reparieren zu lassen. Der Weg ist der gleiche, erst über die Apple-Supportseite das Problem eingrenzen. Danach aber „Zur Reparatur vorbeibringen“ auswählen. Dort sind dann autorisierte Apple Service Provider sowie falls verfügbar, Termine im Apple Store, hinterlegt. Die Terminabwicklung läuft über die Apple-ID.

iPhone-Reparatur: Wasserschaden

Flupp und schon geht das iPhone in der Kloschüssel baden. Kein Witz, häufig rutscht das iPhone aus der hinteren Hosentasche zum falschen Zeitpunkt raus und taucht in der Toilette. Doch wie sieht die iPhone-Reparatur bei einem Wasserschaden aus? Sie können wieder einen Termin bei Apple bzw. einem Apple-Partner ausmachen und das iPhone entweder vorbeibringen oder einschicken. Die zentrale Anlaufstelle ist diese Supportseite.

Hausmittel nach Wasserschäden sind Reis oder falls vorhanden Silikagel. Mit einem speziellen Reparatur-Set könnt ihr das iPhone öffnen. Indikatoren zeigen an, wo überall Wasser eingedrungen ist. Das Board lässt sich womöglich mit Isopropylalkohol reinigen. Sichtbar korrodierte Stellen könnt ihr mit einer weichen Bürste reinigen. Doch Vorsicht: Schon um das iPhone zu zerlegen, sind handwerkliches Geschick, Geduld und das passende Werkzeug nötig. Wer sich das nicht zutraut, lässt das besser von Fachkräften machen.

iPhone-Reparatur: Selber machen

Bild: iFixit

Ihr könnt ein Ikea-Regal selbst aufbauen und füllt im Auto auch ab und zu Öl selbst nach? Dann heißt das noch lange nicht, dass ihr an einem iPhone selbst schrauben solltet. Im Ernst, Apple macht es Nutzern schwer an die Hardware zu kommen. Zum Beispiel werden viele verschiedene Schrauben verwendet und Teile verklebt. Klar sind Reparatur-Sets begehrt, die ein neues Display für 50 Euro versprechen, während es bei Apple 150 Euro kostet. Doch wenn bei der Reparatur etwas schiefgeht, habt ihr die 50 Euro ausgegeben, 150 für das neue Display von Apple plus Zusatzkosten für den von euch angerichteten Schaden. Für die allermeisten Nutzer ist das nichts, also iPhones am besten von Fachkräften reparieren lassen, auch wenn die Preise gesalzen sind.

iPhone-Reparatur: Termin vereinbaren

Einen Termin für die iPhone-Reparatur gibt es direkt über die Apple-Supportseite. Dort könnt ihr auswählen, ob ihr das Gerät einschickt oder vor Ort im Apple Store oder bei einem zertifizierten Partner abgebt.

iPhone-Reparatur: Status abfragen

Einige Dinge lassen sich schnell vor Ort reparieren. Ihr geht dann mit dem kaputten iPhone hin und spaziert im Optimalfall nach kurzer Zeit mit dem reparierten Gerät wieder nach Hause. Doch manchmal dauert die Reparatur auch länger. Wie der aktuelle Stand ist, könnt ihr über diese Webseite abfragen.

iPhone-Reparatur: Auch bei MediaMarkt und Saturn

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Apple Stores gibt es nur in größeren Städten. Wer sein iPhone nicht verschicken will, muss unter Umständen eine längere Anreise einplanen. Die gute Nachricht: Die Elektronikriesen MediaMarkt und Saturn reparieren auch iPhones. Möglicherweise lohnt es sich also, bei MediaMarkt und Saturn auf der Webseite vorbeizuschauen. Dort findet ihr auch Preise für verschiedene Standardreparaturfälle wie Display-Schäden oder kaputte Akkus.