Euer Rechner, egal ob PC oder Mac, wird bald durch ein Betriebssystem-Update langsamer werden – es sei denn, er verfügt nicht über einen Intel-Chip oder ist mehr als zehn Jahre alt. Grund ist ein Sicherheitsproblem der Intel-Chips selbst.

Darum werden eure PCs und Macs bald langsamer arbeiten (Update)
Update vom 03.01.2018, 17:45 Uhr: Mittlerweile sind weitere Details zu dem Problem bekannt geworden: Offenbar sind nicht nur Intel-Prozessoren, sondern auch solche anderer Hersteller betroffen. Intel, AMD und ARM haben sich zu dem Problem geäußert. Mehr erfahrt ihr im Artikel „Meltdown und Spectre: Sicherheitslücke bedroht alle PCs und Macs – das muss man wissen“.

Originalartikel vom 03.01.2018:

Intel-Chips erlauben Zugriff auf Kernel-Speicher

Benutzer von Linux und Windows werden in den nächsten Tagen ein Update für ihr Betriebssystem erhalten, das eine wichtige Sicherheitslücke des Intel-Prozessors schließt – und den Rechner teilweise recht deutlich verlangsamt. Auch Apple wird ein entsprechendes Update für macOS veröffentlichen müssen, wenn das Unternehmen nicht mit einer großen Mac-Sicherheitslücke leben will.

The Register erklärt die Hintergründe: Offenbar gehen alle Intel-Chips der letzten zehn Jahre in problematischer Weise mit der Zuordnung von Prozessen und deren Zugriffsmöglichkeiten auf den virtuellen Arbeitsspeicher um. Dadurch ist es „einfachen“ Prozessen – also simplen Apps und sogar JavaScript-Prozessen im Web-Browser – theoretisch möglich, auf den Speicher von Kernprozessen des Betriebssystems, also des Kernels, zuzugreifen.

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Dieser Teil des virtuellen Arbeitsspeichers ist für diese Prozesse eigentlich unsichtbar. Kernel und „einfache“ Prozesse müssen miteinander kommunizieren, wenn letztere bestimmte Features des Betriebssystems verwenden möchten oder auf die Hardware des Rechners zugreifen wollen. Normalerweise sollte es aber bei dieser geregelten Kommunikation bleiben; zu einem Zugriff der Prozesse auf den Kernel-Speicher darf es nie kommen. Denn: Dort speichert das Betriebssystem auch sehr sensible Daten wie Passwörter zwischen.

Betriebssystem-Update wird Rechner verlangsamen

Sämtliche Betriebssysteme müssen also, um Zugriffe zu verhindern, den Kernel-Speicher stärker abschirmen, also komplett vom sonstigen virtuellen Arbeitsspeicher separieren. Das ist zwar durch einfache Updates der Betriebssysteme möglich – ein entsprechendes Windows-Patch soll schon nächsten Dienstag erscheinen. Allerdings werden die betroffenen Rechner dadurch deutlich langsamer arbeiten.

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Benchmarks der Beta-Versionen der Updates zeigen, dass der Prozessor je nach Modell und je nach Aufgabe um 5 bis 30 (!) Prozent langsamer arbeiten wird. Besonders extrem wird das Leistungsminus offenbar bei älteren CPUs ausfallen; jüngere Intel-Chips verfügen über Features, die den Nachteil ausgleichen können.

Wie sehr sich diese Veränderung der Betriebssysteme im Alltag bemerkbar machen wird, bleibt abzuwarten. Es bleibt jedenfalls zu hoffen, dass ein 30-prozentiges Minus der Leistungsfähigkeit die extreme Ausnahme sein wird.

Quelle: The Register

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