Ein Arcade-Rennspiel mit brillanten Zerstörungsorgien, sattem Geschwindigkeitsrausch und irren Stunts kostet gerade nur 8 Euro für PlayStation 4/5. Wer eine Xbox hat, kommt sogar noch günstiger weg. Ein Gaming-Spartipp zum Wochenende.

Obacht, ihr junges Gemüse, jetzt kommt eine Früher-war-alles-besser-Ansprache: Gummiband-Effekt, Hochglanz-Boliden, die aus Lizenzgründen keine Kratzer abbekommen dürfen, Effektgewitter ohne Tiefgang – die meisten Arcade-Racer heute sind ziemlich langweilig. Ich denke oft mit einem warmem Gefühl im Bauch an die Flatouts, Burnouts, Destruction Derbys und Carmageddons der vergangenen Dekaden – in denen Matsch spritzte, sich Blech verbog, Funken sprühten und sich Autos bei Crashes auch mal auf eine Weise zusammenfalteten, dass man ausrief: Ja Herrschaftszeiten, jetzt gewinn‘ ich das Rennen zwar nicht mehr, allein für das Geschepper hat sichs aber trotzdem gelohnt!

Neben dem ebenfalls genialen Wreckfest ist wohl die beste Möglichkeit, so ein Rennspiel der alten Schule auf einer aktuellen Konsole zu erleben, das gute, alte Burnout Paradise. In der Remastered-Version von 2018 kostet das Spiel im PS Store gerade nur 7,99 Euro, für die Xbox sogar nur 4,99 Euro und ist mir damit eine dicke, fette Empfehlung wert.

Über die namensgebende Insel Paradise City holzt man hier mit diversen möglichen und unmöglichen Wagen und Motorrädern. In der Open World gibts an jeder Straßenecke Rennen zu starten, Werbetafeln zu zerstören, Abkürzungen zu entdecken, hunderte Meter weite Sprünge zu absolvieren, neue Autos zu gewinnen. Die ohnehin schon flotten Karren und Motorräder können per Turbo-Taste nochmal zusätzlich angeschoben werden, dass der Geschwindigkeitsrausch durchaus ein paar Botenstoffe in Hirn zu pumpen imstande ist.

Das Beste an Burnout Paradise ist aber ... zu versagen. Denn wenn der Beinahe-Camaro mit 250 Sachen durch einen Tunnel pflügt, nur millimeterweit dem Gegenverkehr ausweichen kann und sich darob genußvoll um einen Brückenpfeiler wickelt, inszeniert das Spiel diesen Totalschaden in einer Weise, wie es kein anderes mir bekanntes Rennspiel tut: Zeitlupe, Knack- und Knirschgeräusche, Glas, das überallhin „zersplattatert“, um Helge Schneider zu ziteren, und in alle Himmelrichtungen springende Reifen machen das Missgeschick beinahe körperlich nachvollziehbar – einfach göttlich.

Online-Multiplayer geht mit bis zu 8 Leuten. Einen Soundtrack hat das Spiel auch. Diesen mögen Leute, die Guns'n'Roses mögen. Ich gehöre nicht dazu, kann man aber auch ausschalten.

Burnout Paradise Remastered: Offizieller Reveal-Trailer

Das Ur-Spiel von 2008 wurde in der Remastered-Fassung von 2018 behutsam restauriert. Nein, grafisch reißt das Spiel keine Bäume mehr aus. Immerhin läufts aber anstandslos auf allen aktuellen Konsolen. Neben 4K-Darstellung auf der PS4 Pro, PS5, Xbox One X und Series X läuft „BurP“ in seidenweichen 60 FPS auf allen Plattformen, sogar der Nintendo Switch. Die Texturen und das Color Grading wurden so angepasst, dass das Spiel auch heute noch zumindest ansehnlich ist. Das große Big-Surf-Island-Addon ist ebenfalls enthalten und erweitert die Insel nochmal um ein großes Areal, das viele schöne Sprunggelegenheiten birgt.

Falls bis jetzt noch nicht rausgekommen sein sollte, dass ich dieses Spiel empfehle: Holts euch, echt, zumindest wenn ihr diesem Genre etwas abgewinnen könnt und das Spiel nicht schon längst habt. Die 8 Euro sind gut angelegt.