Wer als erfolgreicher YouTuber oder Livestreamer auf Twitch durchstarten will, braucht neben einem Alleinstellungsmerkmal und Geduld vor allem eines: das passende Equipment. Aus diesem Grund hat GIGA ein Starterpaket zusammengestellt, um euch den Einstieg in die Welt des Livestreamings etwas zu erleichtern.

 

Livestream

Facts 

Licht, Kamera, Action! Nachdem ihr bisher nur Zuschauer wart, möchtet ihr jetzt die Seiten wechseln und selbst live gehen. Da stellt sich dann zuallererst die Frage: Welches Equipment brauche ich für meinen Stream? Gerade als Einsteiger kann und möchte man vermutlich nicht sein gesamtes Erspartes auf den Kopf hauen. Aus diesem Grund präsentiert GIGA euch die wichtigsten Livestream-Essentials, die obendrein noch erschwinglich sind. Zusätzlich verraten wir euch, worauf herangehende Streamer unbedingt achten sollten.

Streaming-Equipment im Test 2020: Das optimale Starterpaket für Einsteiger

Das richtige Mikrofon: t.bone SC 440 USB

Eure Stimme ist euer Aushängeschild als Streamer. Niemand, noch nicht einmal eure Mutti, wird eurem Livestream eine echte Chance geben, wenn euer Mikrofon rauscht wie die See und man euch kaum verstehen kann. Doch keine Sorge, ihr müsst nicht gleich mehrere Hundert Euro in die Hand nehmen und euch ein halbes Tonstudio kaufen. Gescheite Einsteiger-Mikrofone sind günstiger als man denkt. Wir können euch vor allem das t.bone SC 440 USB empfehlen, welches GIGA Redakteur Robert Kohlick bereits seit einigen Jahren selbst zum Livestreamen nutzt.

Dank USB-Interface könnt ihr das Mikrofon direkt an euren PC anschließen  ein separates Mischpult wird nicht benötigt. Der Audioqualität tut das keinen Abbruch. Die Aufnahmen sind ausbalanciert, nicht zu basslastig, wie man es von anderen Großmembranern kennt, auch die Verarbeitungsqualität stimmt. Das t.bone SC 440 USB ist ein preiswertes Qualitätsprodukt. Dafür nimmt die Konstruktion aus Schwenkarm, Popschutz, Spinne und Mikrofon aber einigen Platz in eurem Zimmer ein.

Vorteile:

  • Gute Preis-Leistung
  • Durch USB-Interface kein Mischpult notwendig
  • Zahlreiches Zubehör enthalten

Nachteile:

  • Aufbau erfordert ausreichend Platz im Zimmer

Hier findet ihr das t.bone SC 440 USB Podcast Bundle bei thomann

Wer diesen nicht entbehren kann und zudem etwas knapp bei Kasse ist, greift stattdessen zu einem Headset. Zwar kann die Klangqualität nicht mit der eines Großmembran-Mikrofons mithalten, dafür ist diese Variante wesentlich einfacher in der Handhabung. Je nachdem wie groß euer Budget ausfällt, könnt ihr auch eure bisherigen Kopfhörer mit einem preiswerten Ansteckmikrofon zum Headset umrüsten. In unserem Test zu den besten Headsets erfahrt ihr noch mehr zum Thema.

Die passende Webcam: Logitech C920 HD

Wenn ihr auch gleich das Bild mit übertragen wollt, greift zu einer guten Webcam wie der Logitech C920 HD – eine Full-HD-Webcam mit automatischer Belichtungskorrektur und Autofokus für rund 60 Euro. Binnen weniger Minuten ist die Kamera einsatzbereit und liefert fürs Streaming optimale Ergebnisse.

Einziges Manko: Bei schlechten Lichtverhältnissen lässt sowohl die Aufnahmequalität als auch die Bildrate der Webcam etwas nach. Mit einer passenden Softbox zum Ausleuchten ist das jedoch auch kein Problem mehr. Oder ihr entscheidet euch direkt für die StreamCam von Logitech. Neben der eigentlichen Webcam ist im Lieferumfang ebenfalls spezielle Videoaufzeichungs- sowie Streaming-Software enthalten, was das Gesamtpaket ideal abrundet.

Vorteile:

  • Geringer Preis
  • Unkomplizierte Einrichtung

Nachteile:

  • Reduzierte Aufnahmequalität bei schlechten Lichtverhältnissen
Hinweis: Die Nachfrage und Preise für Webcams sind drastisch gestiegen. Bedingt durch die aktuellen Ausgangssperren und Einschränkungen kosten viele Modelle um einiges mehr und sind deutlich später lieferbar als sonst. Je nach Dringlichkeit kann es also durchaus ratsam sein, mit dem Kauf noch etwas zu warten. (Stand: 27.04.2020)
Logitech C920 HD

Logitech C920 HD

Capture Card für Konsolenspieler: Elgato Game Capture HD60 S

Wer Spielaufnahmen von seiner Konsole streamen will, kann dafür zwar das eingebaute Tool der Playstation 4 oder Xbox One nutzen, muss dann jedoch auf jedwede Form von Overlays und weiteren Integrationen verzichten. Zudem ist die Streaming-Qualität, die von den beiden Konsolen ausgegeben wird, alles andere als optimal. Wer sich damit nicht zufrieden gibt, greift zur Capture Card. Die kleinen Boxen greifen das Videosignal eurer Konsole ab und übertragen es an euren PC.

Marktführer auf diesem Gebiet ist Elgato. Der Hersteller bietet mit der Game Capture HD60 S eine gute Capture Card zum Aufnehmen und Streamen von Full-HD-Gameplay mit einer Bildrate von bis zu 60 FPS. Der Preis fällt mit etwa 180 Euro jedoch recht hoch aus. Die Konkurrenz verkauft zwar ähnliche Geräte für einen günstigeren Preis, dann muss man jedoch Abstriche in der Bildqualität in Kauf nehmen.

Vorteile:

  • Latenzfreie Übertragung durch USB-3.0-Anschluss
  • USB-C-Anschluss
  • Nachträgliche Bearbeitung der Aufnahmen

Nachteile:

  • Hoher Preis
Elgato Game Capture HD60 S

Elgato Game Capture HD60 S

Optionales Equipment: Stream Deck, Greenscreen und mehr

Elgato Stream Deck

Wer viele unterschiedliche Szenen in seinem Streaming-Programm einrichtet, zwischen denen er öfters hin- und herwechselt, wird wissen, dass einem nach einer Weile irgendwann auf der eigenen Tastatur die Hotkeys ausgehen oder man schlichtweg den Überblick verliert. Genau dieses Problem löst das Elgato Stream Deck. Das kleine Gerät bietet 15 programmierbare Tasten, mit denen ihr Szenen wechseln, den Ton bestimmter Audioquellen an- und ausschalten oder Medien starten könnt. Zusätzlich besitzt jede der Tasten ein eigenes kleines Display, das ihr beschriften oder mit einem Bild versehen könnt.

Wem 15 zusätzliche Hotkeys nicht reichen, der kann auf das größere XL-Modell mit 32 Tasten umsteigen. Einziges Manko: der Preis. Aktuell müsst ihr für das Elgato Stream Deck in der XL-Variante satte 250 Euro locker machen. Die Variante mit 15 Tasten kostet immerhin noch 150 Euro und das Stream Deck Mini mit nur sechs Tasten stolze 100 Euro – günstig ist das nicht.

Vorteile:

  • Individuell programmierbare Tasten
  • Direkte Integration mit beliebter Streaming-Software
  • Nahezu unbegrenzte Anwendungsmöglichkeiten

Nachteile:

  • Hoher Preis
Elgato Stream Deck

Elgato Stream Deck

Elgato Green Screen

Wer seinen Stream mit einem Greenscreen aufpeppen will, sollte nicht zu geizig sein. Zwar gibt es bei Amazon schon Modelle um die 20 Euro, doch hier gilt: Wer billigt kauft, kauft zwei Mal. Viele günstige Greenscreens lassen sich nur schwer gleichmäßig ausleuchten, knittern schnell und sorgen für ein dementsprechend schlechtes Chroma-Keying-Ergebnis. Damit ihr euch mit solchen Problemen nicht herumschlagen müsst, raten wir zum 150 Euro teuren Green Screen von Elgato.

Mit einer Größe von 1,48 x 1,8 Metern fallen die Abmessungen der grünen Stoffwand zwar recht klein aus, dafür bekommt ihr den knitterfreien Greenscreen in einem Alukoffer geliefert, aus dem ihr das gute Stück ganz einfach ausfahren könnt. Wenn ihr mit dem Streamen fertig seid, könnt ihr den Greenscreen wieder aufrollen und platzsparend verstauen. Alternativ greift ihr zur Variante für die Wand- oder Deckenmontage, wenn ihr eine permanente Installation bevorzugt.

Vorteile:

  • Knitterfrei durch Aufrollmechanismus
  • Platzsparende Aufbewahrung im Alukoffer

Nachteile:

  • Relativ klein bemessen
  • Hoher Preis

Elgato Green Screen

Elgato Green Screen

Elgato Key Light

Ein weiteres Schlüsselelement in eurem Streaming-Setup ist die entsprechende Beleuchtung. Zumindest insofern eine Webcam Teil eures Livestreams ist. Das Elgato Key Light ist nunmehr Beweis dafür, dass dieses Unternehmen mit seinen Produkten so ziemlich den gesamten Streaming-Bereich abdeckt. Das hat unter anderem den Vorteil, dass viele der Produkte wie beispielsweise das Stream Deck und das Key Light ideal in Kombination miteinander funktionieren.

Qualität hat jedoch ihren Preis und mit knapp 200 Euro stellt dieses Licht definitiv eine kostspielige Investition dar. Wer kein so großes Budget zur Verfügung hat und trotzdem nicht auf die nahtlose Integration dieser Beleuchtung verzichten möchte, für den wäre das etwas günstigere Elgato Key Light Air eine Option. Solltet ihr nicht im Besitz eines Stream Decks sein, dann wäre eine herkömmliche Softbox eine weitere Alternative.

Vorteile:

  • Nahtlose Integration mit Elgato Stream Deck
  • Bedienung per App möglich
  • Platzsparender Aufbau auf dem Schreibtisch

Nachteile:

  • Hoher Preis
Elgato Key Light

Elgato Key Light

Zweiter Monitor

Im Gegensatz zu eurem Hauptbildschirm muss euer Zweitmonitor weder eine besonders hohe Bildwiederholrate noch ein Spitzen-Panel besitzen – obwohl das natürlich auch nicht verkehrt ist. Grundsätzlich soll der zweite Bildschirm nur dazu dienen, um euren Chat und eure Streaming-Software besser im Auge behalten zu können. So müsst ihr nicht ständig hin- und herwechseln oder gar zu eurem Smartphone greifen, um auf Zuschauerfragen eingehen zu können. Zudem könnt ihr so auch Probleme mit der Streaming-Software schneller diagnostizieren.

Ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bietet in diesem Fall der HP 22w, den ihr auf Amazon schon für etwas mehr als 100 Euro bekommt. Der 21,5 Zoll große Full-HD-Monitor setzt im Gegensatz zur Konkurrenz der gleichen Preisklasse auf ein farbintensives und blickwinkelstabiles IPS-Panel mit einer Bildwiederholrate von 60 Hz. Dafür wurde jedoch bei der Stabilität gespart: Laut Kundenaussagen ist der Plastikfuß des Monitors etwas wackelig. Bei dem Preis sollte man das aber verschmerzen können.

Vorteile:

  • Geringer Preis
  • Eignet sich ideal als Zweitmonitor

Nachteile:

  • Wackeliger Standfuß
  • Ausstattung beschränkt sich auf das Nötigste
HP 22w (21,5 Zoll)

HP 22w (21,5 Zoll)

So wurde ausgewählt

Als herangehender YouTuber oder Streamer hat man wahrlich die Qual der Wahl. Vom Mikrofon über die Webcam bis hin zur entsprechenden Ausleuchtung gibt es zahlreiche Gadgets, die euch bei eurem Livestream unterstützen können. Ebenso gibt es immer mehr Hersteller, die sich genau auf diesen Bereich spezialisiert haben und somit passende Produkte für besagten Einsatzzweck entwickelt haben.

Damit ihr bei dieser Fülle an Technik nicht den Überblick verliert, stellen wir neben unserer Auswahl an wichtigen Essentials ebenso optionales Zubehör vor.  Um euch außerdem den bestmöglichen Überblick verschaffen zu können, haben wir neben unseren eigenen Erfahrungen zusätzlich externe Nutzerwertungen in unsere Entscheidung mit einfließen lassen.

Streamer werden: Das solltet ihr beachten

Bevor ihr euch Streaming-Equipment kauft, solltet ihr wissen, was euer Ziel ist. Möchtet ihr nur gelegentlich streamen oder euch womöglich ein (zweites) berufliches Standbein damit aufbauen? Je nachdem wie häufig ihr live geht, hängt damit ein entsprechender Aufwand zusammen. Bestimmtes Equipment kann euch wiederum dabei helfen, diesen Prozess zu vereinfachen.

Allerdings sind damit auch Kosten verbunden, die es im Vorhinein abzuwägen gilt. Solltet ihr bereits seit einiger Zeit streamen und ganz genau wissen, was eure Ziele sind, dann sieht die Sache schon etwas anders aus. Aber auch hier solltet ihr vor jeder neuen Anschaffung überlegen, welchen Zweck sie erfüllen soll und inwiefern sie dazu beitragen kann, euren Stream zu verbessern. Ein weiterer Tipp wäre, dass ihr mit begrenztem Budget immer nach gebrauchter Hardware auf bekannten Portalen wie eBay oder eBay Kleinanzeigen stöbern könnt.

Streamen kann sich durchaus lohnen. Diese Streamer machen derzeit das meiste Geld:

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Das sind die bestbezahlten Twitch-Streamer

Ein weiterer wichtiger Aspekt neben der Hardware, ist die passende Software: OBS Studio, Streamlabs OBS oder XSplit, um einige der beliebtesten Optionen zu nennen. So mancher Hersteller bietet außerdem eigens entwickelte Software an, die bei ihren Produkten mit dabei ist. Es wäre also ratsam, sich vorher mit allen Lösungen vertraut zu machen. Die beste Hardware nützt euch nämlich herzlich wenig, wenn ihr mit der dazugehörigen Software nicht zurechtkommt.

Welches Equipment brauche ich wirklich?

Für den Beginn eurer Karriere auf Twitch reichen vermutlich ein Mikrofon und eine Webcam aus. Ebenso solltet ihr stets im Hinterkopf behalten, dass eine bessere Ausstattung nur die Hälfte des Streams ausmacht. Ein originelles Konzept und Fleiß werden euch gerade in der Anfangsphase deutlich mehr Zuschauer einbringen als ein Highend-Mikrofon oder spezielle Beleuchtung.

Welches Equipment sollte ich mir kaufen?

  • Blutige Anfänger: Ein Mikrofon oder Headset sowie eine Webcam sollten für den Anfang genügen. Solltet ihr euch mit der Zeit sicherer fühlen, könnt ihr euer Streaming-Setup graduell erweitern. Viel wichtiger ist, dass ihr euch zu Beginn mit der jeweiligen Software vertraut macht.
  • Veteranen: Ihr kennt euch gut aus und die Qualität eures Headsets oder der aktuellen Webcam reichen euch einfach nicht mehr aus? Hier wäre es durchaus eine Überlegung wert, in die Anschaffung qualitativer Produkte zu investieren.
  • Profi-Streamer: Ihr kennt euch bereits bestens aus und möchtet euren Stream auf das nächste Level bringen. In diesem Fall könntet ihr einen Greenscreen, zusätzliche Beleuchtung, eine Capture Card oder aber einen zusätzlichen Monitor in euer Setup mit aufnehmen.
Daniel Nawrat
Daniel Nawrat, GIGA-Experte für Computer, Gaming-Hardware und Games.

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