Wer ist der Erfinder des Fidget Spinners? Die bunten Drehspielzeuge, die derzeit für einen Riesenwirbel sorgen, sind scheinbar aus dem Nichts aufgetaucht. In Wirklichkeit verbirgt sich hinter dem Hype-Spielzeug eine traurige Geschichte: Der Erfinder des Fidget Spinners verdient mit dem Gadget keinen einzigen Cent.

 

Fidget Spinner

Facts 
Was ist ein Fidget Spinner?

Man kann nur erahnen, wie viele Spinner bislang schon verkauft wurden. Geht man von der deutschen Hauptstadt Berlin aus, müssen es auf jeden Fall sehr viele sein. Supermärkte, Kiosks, Saturn, MediaMarkt, Woolworth, Flohmärkte - im Moment kann man in gefühlt jedem Laden einen Fidget Spinner kaufen. In Amerika wurde kürzlich die schwindelerregende Ziffer von 20 Millionen Fidget Spinnern an große Supermarkt-Ketten wie Walmart oder Toys ‚R‘ Us verkauft. Eigentlich sollte man da ja erwarten, dass der Erfinder der Trendspielzeuge im Geld schwimmt - in Wahrheit ist das genaue Gegenteil der Fall.

Wer ist der Erfinder der Fidget Spinner?

Die Idee zu den Fidget Spinnern stammt eigentlich von der amerikanischen Erfinderin Catherine Hettinger. Die heute 62-jährige hatte die Idee zu dem Spielzeug während eines „schrecklichen Sommers“ in den frühen 1990er Jahren. Hettinger litt damals an einer schweren Autoimmunkrankheit, die ihre Muskeln so schwächte, dass sie nicht mehr mit ihrer damals 7-jährigen Tochter Sara spielen konnte.  Spielzeuge konnte sie nicht in die Hand nehmen, also musste sie zu anderen Mitteln greifen. Nachdem sie mit verschiedenen Designs herumexperimentierte, landete sie schließlich bei einer frühen Version des Fidget Spinners. Die nächsten paar Jahre verbrachte sie dann auf Kunst- und Handwerksmessen, wo sie ihre Erfindung vorstellte. 1997 fuhr sie sogar nach Washington, um sich den Fidget Spinner patentieren zu lassen. Gerade als es so aussah, als ob der Spinner auch kommerziell ein Erfolg werden könne, wurde die Erfinderin allerdings herb enttäuscht.

Hasbro lehnte Patent ab

Hettinger wurde auch bei zahlreichen Unternehmen vorstellig, um ihre Erfindung zu präsentieren, darunter auch bei Hasbro. Eine Zeit lang experimentierte der Spielzeugriese auch mit verschiedenen Designs, letztlich lehnte die Firma die Idee aber ab, weil man nicht an einen Markterfolg glaubte. Im Nachhinein ist man natürlich immer schlauer, effektiv bedeutete die Ablehnung von Hasbro aber das Ende von Hettingers Karriere als Spielzeugerfinderin. Das endgültige Aus kam dann 2005 als sie das Patent für den Fidget Spinner verstreichen lassen musste. Der so banale wie traurige Grund: Hettinger konnte die 400 Dollar für die Erneuerung des Patents nicht aufbringen.

Erfinderin lebt heute in Armut

Während die Verkaufscharts auf Amazon und Co. von Fidget Spinnern dominiert werden, lebt die Erfinderin Catherine Hettinger heute in Armut. Da ihr Patent inzwischen verstrichen ist, kann jeder einen Fidget Spinner nachbauen, ohne irgendwelche Lizenzgebühren zahlen zu müssen. Vor allem clevere Unternehmen aus Fernost machen sich das zunutze und verkaufen preiswert produzierte Spinner in großen Mengen. Catherine Hettinger kann sich hingegen nicht einmal einen Telefonanschluss geschweige denn ein funktionierendes Auto leisten. Kürzlich hätte sie zudem von ihrem winzigen Haus in eine noch kleinere Wohnung umziehen müssen, verriet sie gegenüber der britischen Zeitung Guardian. Schaut euch hier die derzeit beliebtesten Spinner-Modelle mit den jeweils besten Preisen an:

Dennoch beteuert sie, dass sie nicht verbittert sei. „Ich bin ein Techie und niemand, der Milllionen-Dollar-Deals abschließt,“ so Hettinger. Natürlich wäre vieles heute einfacher, wirklich bedauern tut sie aber nur eine Sache: Wenn sie mehr Geld hätte, könnte sie noch viel mehr Sachen erfinden. Ganz aufgegeben hat die Erfinderin aber nicht: Auf Kickstarter läuft gerade eine Kampagne für den Classic Spinner - derzeit hat sie schon über 800 Unterstützer und konnte mehr als 13.000 Dollar sammeln.

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GIGA-Redaktion
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