Geht es nach einer Firma aus Bayern, dann benutzen wir bald Holz als Stromspeicher. Aus einem Abfallprodukt der Holzproduktion soll ein Elektrolyt erzeugt werden, das besser ist als herkömmliche Akkus, die auf Lithium-Ionen setzen.

 

Akku: Wissenswertes rund um die Energiespeicher

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Akku aus Holz: Lignin-Batterien bieten Vorteile

Die bayerische Firma CMBlu hat ein ehrgeiziges Ziel: Aus Holz sollen Akkus produziert werden, die es nicht nur mit Lithium-Ionen-Batterien aufnehmen können, sondern diese auch noch übertreffen. Dafür soll der Inhaltsstoff Lignin genutzt werden, der in der Holzproduktion bislang als Abfallprodukt gilt.

Bei Lignin handelt es sich um eine Substanz, die sich in den Zellwänden des Holzes befindet und der Stabilisierung von Bäumen dient. In der Papierproduktion alleine fallen jedes Jahr weltweit 60 Millionen Tonnen Lignin an – eine Weiterverwendung findet bislang nicht statt. Es wird stattdessen einfach verbrannt.

Das möchte CMBlu ändern, denn Lignin-Batterien bieten einen großen Vorteil: Sie sind sehr viel günstiger als herkömmliche Batterien. Da Lignin ohnehin produziert wird, ist die Umweltbilanz zudem deutlich besser. Einfach ist die ganze Angelegenheit aber nicht, denn Lignin gilt als chemisch sehr stabil, was es schwer macht, es in seine Molekülbausteine zu zerlegen.

Zum Thema Akkus gibt es viele Mythen. Die klären wir gerne auf:

Die Technik von CMBlu basiert, wie heise online berichtet, auf einer sogenannten Redox-Flow-Batterie. Hier gibt es zwei Tanks, in denen sich flüssige Elektrolyte befinden. Zwischen den Tanks ist eine dünne Membran zu finden. Beim Ladevorgang wird Flüssigkeit durch die Membran vom einen in den anderen Tank übergeben und Energie chemisch gespeichert. Dieses teure Verfahren könnte durch die Organic-Flow-Batterie von CMBlu ersetzt werden. Lignin kommt hier als eine Art Vorläufersubstanz für die Elektrolyte zum Einsatz. Dass die Methode funktioniert, hat die Firma schon bewiesen.

Mit Akkus kann man es auch übertreiben, wie unser Video zeigt:

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„Holz-Batterien“: EU fördert Projekte

Dass sich Lignin tatsächlich als sehr viel wertvoller herausstellen könnte, hat auch die Europäische Union erkannt. Sie hat das Projekt „SelectiveLi“ mit der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ins Leben gerufen, um die Fähigkeiten von Lignin genauer zu untersuchen. Dem Projekt steht ein Budget von 2,9 Millionen Euro zur Verfügung.