GameStop U.S. kann es irgendwie nicht lassen. Zwar hat die Kette dort nun beschlossen, die Läden dicht zumachen, so ganz aber dann doch nicht. Einige Filialen bieten jetzt einen Lieferservice bis zur hauseigenen Tür an.

Die GameStop-Filialen in Deutschland haben es genau richtig gemacht und aufgrund der derzeitigen Pandemie die Läden geschlossen. In den USA sieht das allerdings anders aus, denn die Geschäftsführer sind der Meinung, sie sollten als „unverzichtbarer Einzelhandel“ betrachtet werden. Schulen, Unternehmen und Familien seien darauf angewiesen, dass sie durch Technologie eine Verbindung herstellen können. Aufgrund dessen bietet das Unternehmen nun per Online-Bestellung einen Lieferdienst bis zur hauseigenen Tür an, wo die Waren abgeholt werden können.

„Geben Sie die Bestellung online auf, wählen Sie die Abholung in einem lokalen Geschäft aus, und ein GameStop-Mitarbeiter wird Sie an der Tür treffen, um Ihr Produkt abzuliefern. Es werden keine Kunden in den Läden zugelassen, und GameStop hat die Annahme von gebrauchten Spielen und Produktrückgaben vorübergehend eingestellt, obwohl das Unternehmen auch sein Rückgabe- und Umtauschfenster verlängert, um den Kunden Zeit zu geben, bis unsere Geschäfte wieder vollständig geöffnet sind“.

Was haltet ihr davon? Gute Alternative oder ein Versuch, mit jedem Mittel Geld herauszuschlagen? Schreibt uns eure Meinung sehr gerne in die Kommentare.

Originalbeitrag vom 23. März 2020 um 16:27 Uhr:

COVID-19: GameStop schließt Filialen in den USA – YouTuber leakt interne Anweisungen

Vergangene Woche noch gab GameStop in den USA die Order aus, die Filialen geöffnet zu lassen. Das hat sich mittlerweile geändert, doch ein Leak durch einen YouTuber lässt einen vermeintlich tiefen Blick in die Unternehmensphilosophie zu.

Zum Wochenende haben nun auch in den USA die GameStop-Filialen geschlossen. Mitarbeiter dort hatten die Anweisung, trotz Maßnahmen der Bundesstaaten, weiterhin geöffnet zu bleiben. GameStop wechselt nun zu einem Lieferservice, doch sollen die Mitarbeiter selbst entscheiden können, ob sie sich dem möglicherweise gesundheitlichen Risiko des Auslieferns aussetzten wollen. Eine Weigerung soll keine Konsequenz haben.

In einem internen Brief, der von Kotaku aufgefunden wurde, heißt es weiter, dass bis zu zwei Wochen Arbeit an „berichtigte“ Mitarbeiter ausgezahlt werden, auch wenn die Filialen geschlossen sind. Das Management in den USA steht in der Kritik, zu langsam reagiert zu haben, die Filialen nicht mit den angekündigten Desinfektionsmitteln auszustatten und durch die Aufrechterhaltung der Öffnungszeiten, die Gesundheit der Mitarbeiter zu gefährden.

Dem Management der GameStop-Filialen in Deutschland können diese Vorwürfe nicht gemacht werden. In der vergangenen Woche begann GameStop Deutschland, die Filialen zu schließen und hält sich an der Vorgaben der Bundesregierung. In der offiziellen Stellungnahme heißt es:

Wir haben umgehend nach der PK der Bayrischen Landesregierung am Montagmittag (16.03.2020) damit begonnen, den Lockdown unserer Stores einzuleiten. Sämtliche Filialen wurden daraufhin zu den von der jeweiligen Landesregierung vorgegebenen Zeitpunkten geschlossen. Eine Übersicht zum aktuellen Status unserer Stores ist ebenfalls seit Montag jederzeit unter https://www.gamestop.de/aktuell-offene-stores ersichtlich. Der Schutz unserer Store-Mitarbeiter steht für uns an höchster Stelle, weswegen wir die angeordneten Schließungen voll und ganz supporten.

Auf unserer Website hatten wir ebenfalls am Montag bereits ein Statement hierzu veröffentlicht: „Aufgrund der Beschlüsse der Bundes- und Landesregierung im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie müssen wir zahlreiche GameStopZing-Stores in Deutschland ab 18.03. bis auf Weiteres geschlossen halten. GameStopZing wird Dich u.a. auf diesem Weg darüber informieren, für welchen Zeitraum diese Beschlüsse gelten und wann damit zu rechnen ist, dass unsere Stores wieder geöffnet werden können. Behalte auch unsere Social-Media-Kanäle auf Facebook & Instagram im Blick, dort wirst du über mögliche Änderungen schnellstmöglich informiert. Eine Übersicht aller aktuell offenen Stores findest du hier“

Die Mitarbeiter unserer Zentrale in Memmingen arbeiten bereits seit einiger Zeit aus dem Homeoffice. Unsere Kollegen im Warenversand sind durch die Umsetzung und Einhaltung der Richtlinien des RKI und der WHO hinsichtlich sozialer Kontakte und Hygiene-Vorschriften bestmöglich geschützt.

YouTuber leakt Telefonkonferenz

Dem YouTuber CAMELOT331 gelang es offenbar, die Telefonkonferenz zwischen den Filialleitern und ihrem Management aus dem englischsprachigen Raum mitzuhören zu hören und aufzuzeichnen. Es kann basierend auf dem Mitschnitt und den Aussagen von CAMELOT331 nicht zu 100 Prozent verifiziert werden, wer an dieser Telefonkonferenz beteiligt ist.

Das Video stammt vom 19. März. 2020, also fand die Telefonkonferenz vor der nun doch beschossenen Schließung der Läden statt. Unterm Strich bekommen die Filialleiter die Anweisungen, weiter geöffnet zu haben, nicht auf Kontakt mit möglicherweise kontaminierten Kunden oder Artikeln (bei Trade-ins zum Beispiel) zu verzichten und die Warnungen von Behörden zu ignorieren. Fragen zu Sicherheit der Mitarbeiter werden kaum beantwortet. CAMELOTS Zusammenfassung lautet: „Profit over people.“

Originalmeldung vom 20. März 2020:

GameStop öffnet Läden trotz COVID-19 – Produkte seien „essenziell“

Gute Nachrichten für US-Amerikaner, die eine Pandemie nicht ohne FUNKO Pops und Spider-Man-Shirts überstehen können: GameStop möchte die Filialen weiter geöffnet lassen. Trotz COVID-19. Die Begründung setzt dem Ganzen die Krone auf.

Laut Quellen der Website Polygon möchte GameStop in den USA die Filialen weiterhin geöffnet lassen, selbst wenn es von Regierungsseite andere Bestimmungen dazu gibt. In einem internen Schreiben soll es heißen:

„Wir glauben, dass GameStop sich als ein essenzieller Händler klassifiziert und wir deswegen weiterhin geöffnet haben sollten.“

Des Weiteren soll es in diesem Schreiben heißen, dass GameStop als Hardware-Verkäufer geöffnet bleiben muss, da sie Produkte vertreiben, die Menschen bei der Arbeit von zu Hause aus benötigen. In einigen Teilen der USA sind durch den Staat bereits alle nicht essenziellen Geschäfte und Dienste geschlossen worden, laut dem Schreiben sollen sich die GameStop-Filialen darüber hinwegsetzen.

Ein GameStop-Mitarbeiter sagte gegenüber Polygon, dass er glaube, GameStop setze die Angestellten einer großen Gefahr aus, indem sie die Filialen nicht schließen.

Mittlerweile gibt es ein offizielles Statement:

„Obwohl GameStop am besten als Verkäufer für Gaming- und Unterhaltungsprodukte bekannt ist, bieten wir auch eine breite Masse an Produkten an, die wichtig sind, um von zu Hause aus zu arbeiten, über große Entfernungen zu lernen und für virtuelle Verbundenheit. Da Millionen von Amerikanern beispiellosen Herausforderungen in der Anpassung an virtuelles Lernen, Arbeiten und Interagieren gegenüberstehen, gibt es einen signifikanten Bedarf an technischen Lösungen und wir sind einer von vielen Verkäufern dieser Produkte, die zu dieser Zeit geöffnet haben. “  

In einem Resetera-Thread vermuten sogar einige Nutzer, dass es sich GameStop schlicht nicht leisten kann, zu schließen. Seit Monaten sinken die Umsätze und auch die Aktie ist im Tiefflug. Die bisherigen Rettungsmaßnahmen scheinen auch nicht wirklich zu greifen.

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Die besten Spiele, mit denen wir uns jetzt zu Hause die Zeit vertreiben können

Dass die Menschen, um zu Hause arbeiten zu können, gewisse Hardware brauchen und auch die Möglichkeit, sie im Falle eines Defektes schnell ersetzten zu können, steht außer Frage. Dennoch zieht dieser Umstand eine weitere Frage mit sich: Wer geht in einen GameStop, um eine Grafikkarte zu ersetzen oder ein Laptop für das Home Office zu kaufen? Für sowas gibt es nicht nur andere Fachmärkte, sondern auch den Online-Vertrieb.