Kunden der Commerzbank-Tochter Comdirect können erst einmal aufatmen, das Ende des 0-Euro-Kontos ist aufgeschoben. Bei der Commerzbank selbst jedoch hält man an der Einführung noch fest, trotz eines Urteils des BGHs, das Änderungen der AGBs ohne Zustimmung der Kunden verhindern soll. Eine Auswertung zeigt jetzt, dass die Pläne der Commerzbank nicht gut ankommen. Denn es werden immer mehr Konten gekündigt.

 

Aboalarm

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Unzulässige Kontogebühren? BGH-Urteil beendet schweigende Zustimmung

Banken suchen derzeit nach Möglichkeiten, ihre Einnahmen zu stärken. Dabei setzen die Geldinstitute verschiedene Mittel ein. So führte etwa die Sparkasse Düsseldorf Strafzinsen ein – und ist damit nicht allein. Die Commerzbank informierte kürzlich ihre Kunden, dass künftig das beliebte „0-Euro-Konto“ nicht mehr angeboten wird. Stichtag ist der 1. Juli, ab dann sollen Kosten anfallen. Das Girokonto Basic Girokonto Basichat hingegen andere Konditionen, zu denen es weiterhin kostenfrei bleiben soll.

Bei der Online-Tochter Comdirect sollten zum 1. Mai Kontoführungsgebühren in Höhe von 4,90 Euro pro Monat eingeführt werden. Dem hat zwischenzeitlich der Bundesgerichtshof (BGH) einen Riegel vorgeschoben – Anlass war hier die Postbank. Änderungen der Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGBs) sollen nur noch mit ausdrücklicher Zustimmung der Kunden möglich sein.

Die Pläne von Comdirect wurden daraufhin gestoppt, berichtet der Spiegel. Man setze den Beginn der Kontoführungsgebühren zunächst aus und werde „die schriftliche Urteilsbegründung abwarten und im Anschluss eine Bewertung vornehmen.“

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0-Euro-Konto vor dem Aus? Commerzbank-Kunden müssen ausharren

Das sind zunächst gute Nachrichten für alle, die ihr kostenloses Konto bei Comdirect haben. Wer das 0-Euro-Konto der Commerzbank nutzt, muss aber noch ausharren. Die Pläne zur Einführung von Kontogebühren zum 1. Juli bleiben bestehen, was laut FAZ eine Flucht der Commerzbank-Kunden ausgelöst hat. Über „Aboalarm“ sollen Kündigungen bei dem Kreditinstitut nach der Ankündigung um mehr als das Zehnfache gegenüber der Vorwoche zugenommen haben.

Felix Riesenberg, Sprecher von Aboalarm, sagte der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, das sei kein Zufall: „Unsere Zahlen sind dafür ein gutes Stimmungsbarometer – bereits im letzten Jahr haben wir massive Ausschläge festgestellt, nachdem damals die ING Gebühren angekündigt hatte.“ Nach dem Urteil könnten Kunden künftig auch zu viel gezahlte Kontogebühren zurückverlangen. Hier sei die Rechtslage aber noch nicht eindeutig geklärt, so Riesenberg.