Immer mehr Menschen nehmen ihr Smartphone mit aufs stille Örtchen, wie jüngst eine Studie herausfand. Auch ich gehöre zur wachsenden Zahl der „Klo-Surfer“. Vielleicht findet ihr das eklig? Wartet, bis ihr meine Beweggründe gehört habt. Nachzulesen in der aktuellen Ausgabe meiner Wochenendkolumne.

Auf meine alten Tage hin werde ich doch tatsächlich noch ein Trendsetter, wenn man so will. Nicht nur ich nehme nämlich mein iPhone mit aufs stille Örtchen, auch immer mehr Deutsche packen das Smartphone zum Toilettengang mit ein. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Umfrage der Krankenkasse „pronova BKK“. Untersuchungsgegenstand war das Suchtverhalten in der Corona-Krise. Abseits „klassischer“ Süchte stand dabei auch das Smartphone im Fokus. Das wenig überraschende Ergebnis: Mehr als jeder Dritte Bundesbürger nutzt seit Beginn der Pandemie häufiger das Smartphone als zuvor, bei den unter 30-Jährigen sind es sogar 72 Prozent.

Smartphone auf dem Klo: Ein dringendes Bedürfnis der Deutschen

Beim Studium der Resultate stach mir dabei ein spannendes Teilergebnis ins Auge: Ganze 31 Prozent der Befragten nehmen ihr Smartphone regelmäßig mit aufs Klo. Bei den unter 30-Jährigen sind es wieder mehr, ganze 74 Prozent. Zum Vergleich: Noch vor vier Jahren gehörten iPhone und Co. nur bei 25 Prozent der Deutschen zum unverzichtbaren Accessoire am Ort der Ruhe und Besinnlichkeit – Klo-Surfen wird also zum Trend.

Den nächsten Schritt, vom Smartphone hin zur smarten Toilette sieht man in diesem Video

Smarte Toilette: Die Xiaomi Little Whale Wash

Für manchen Zeitgenossen mag dies unvorstellbar sein, da gilt: Schnell rein und auch schnell wieder raus. Was soll man da mit dem Smartphone anfangen? Doch zu dieser Gesellschaft des schnellen Geschäfts gehöre ich definitiv nicht. Ich bin dagegen ein Genießer und verweile gern auf dem stillen Örtchen. Der Toilettengang wird zur willkommenen Ruhephase, ich schalte ab, denke nach und lese auch gern. In Zeiten vor dem Smartphone begleitete mich deshalb auch stets immer etwas Literatur bei der Verrichtung der Notdurft.

Meine Gedanken zum Wochenende: Die Kolumne möchte Denkanstöße liefern und den „News-Schwall“ der Woche zum Ende hin reflektieren. Eine kleine Auswahl der bisherigen Artikel der Kolumne:

Was mache ich mit dem iPhone auf der Toilette?

Heute surfe ich gerne meine News-Seiten ab und lese spannende Artikel. Bei mir ist es sogar so, dass ich wahrscheinlich das iPhone häufiger auf dem Klo, als sonst im Wohnraum aktiv nutze. Denn habe ich die Wahl, sitze ich ja eh im Home Office vorm MacBook, meiner eigentlichen Schaltzentrale mit dem weitaus größeren Bildschirm. Weniger verspüre ich dagegen das Bedürfnis in Kontakt zu bleiben, um ja keine Nachricht von Freunden und Kollegen per WhatsApp und Co. zu verpassen. Dies unterscheidet dann wohl auch mich „alten“ Klo-Surfer von den Trendsettern im jugendlichen Alter.

Schämen muss ich mich für mein Verhalten so oder so nicht, maximal öfters mal Händewaschen und das Smartphone desinfizieren – was ich auch unabhängig von Corona eh tue. Kein Grund zum Ekel also. Allerdings birgt mein Verhalten auch Konfliktpotential. Wer nämlich nicht alleine wohnt und auch keine Gästetoilette besitzt, der muss sich auf etwaige Terminkonflikte einstellen. Auf Verständnis darf man da nicht hoffen, wenn Mitbewohner auf eine schnelle Erledigung der Geschäfte drängen und den Lesespaß auf dem Klo so vorzeitig beenden – shit happens!

Hinweis: Die in diesem Artikel geäußerten Meinungen stellen ausschließlich die Ansichten des Autors dar und sind nicht notwendigerweise Standpunkt der gesamten GIGA-Redaktion.