Eigentlich zählen die Handys des chinesischen Herstellers Xiaomi als günstige Preis-Leistungs-Knaller. Das Xiaomi Mi Note 10 Pro geht jedoch neue Wege. Ob das Mittelklasse-Smartphone mit 108-MP-Kamera wirklich mit der starken Konkurrenz mithalten kann, klären wir im Test.

 

Xiaomi Mi Note 10

Facts 

Xiaomi Mi Note 10 Pro im Test: Fazit

Obwohl sich das Xiaomi Mi Note 10 Pro keine großen Patzer erlaubt, hat es keinen bleibenden Eindruck während des Tests hinterlassen können. Die stark in den Vordergrund gestellte Kamera des Smartphones schießt zwar extrem hoch aufgelöste Fotos, wirklich „atemberaubend“, wie man es den Kunden verspricht, sehen die Bilder jedoch nicht aus. Von einer Penta-Kamera mit 108-MP-Sensor hatte ich mir in manchen Situationen mehr versprochen. Ähnliches gilt für den Rest des Handys.

Das Xiaomi Mi Note 10 Pro ist dennoch alles andere als ein schlechtes Smartphone – ganz im Gegenteil. Das Gerät kann mit einer soliden Verarbeitung, einem schicken Display,  massig Speicher und langer Akkulaufzeit auftrumpfen. Trotzdem hatte ich mir in den meisten Kategorien etwas mehr vom rund 530 Euro teuren Handy erwartet.

Ein Beispiel: Die Akkulaufzeit kann sich mit zwei durchgängigen Tagen ohne Zwischenladung zwar durchaus sehen lassen – von einem 5.260 mAh Akku in Kombination mit einem stromsparenden Mittelklasse-Prozessor kann man jedoch mehr erwarten. Gleiches gilt für den eingebauten Fingerabdrucksensor. Dieser verrichtet seine Arbeit zwar oftmals zuverlässig, so schnell wie bei anderen Top-Geräten der Konkurrenz reagiert er jedoch nicht.

Das Display hingegen kann mit satter Farbwiedergabe überzeugen – hier fällt nur die Bildwiederholrate von 60 Hz negativ auf. Der Snapdragon 730G sorgt in Alltagssituationen für genug Leistung, den Unterschied zu Qualcomms High-End-Chips fällt während der Benutzung jedoch des Öfteren negativ auf. Apps starten langsamer, will man zwischen ihnen wechseln gibt es kleine Ruckler und scrollt man mal schnell durch eine App, hat man mitunter das Gefühl, dass der Prozessor nicht immer hinterher kommt.

Am Ende setzt sich Xiaomi mit dem Mi Note 10 Pro zwischen die Stühle. Das Smartphone ist ein rundum anständiges Gerät und schießt mehr als ansehnliche Fotos. Die Kamera ist und bleibt ganz klar das Alleinstellungsmerkmal des Gerätes. Ob man allein deswegen rund 530 Euro ausgeben möchte, muss zwar jeder für sich selbst entscheiden – wir raten in dieser Preiskategorie aber eher zu einem Gerät wie dem OnePlus 7T.

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Vorteile:

  • Astreine Verarbeitung
  • Gute Kamera
  • Massig interner Speicher
  • Klinkenbuchse
  • Lange Akkulaufzeit

Nachteile:

  • Nur 60-Hz-Display
  • mittelmäßige Performance
  • Wird mit Android 9.0 Pie ausgeliefert

Xiaomi Mit Note 10 Pro im Test: Wertung

  • Verarbeitung, Haptik und Design: 5/5
  • Display: 4/5
  • Kameras: 4/5
  • Software: 3/5
  • Performance: 3/5
  • Telefonie und Audio: 4/5
  • Speicher: 5/5
  • Akku und Alltag: 5/5

Gesamt: 83 %

Xiaomi Mi Note 10 Pro: Testbericht

Das Xiaomi Mi Note 10 Pro ist ein echter Klopper – das fällt einem direkt nach dem Auspacken auf. Das Smartphone bringt knapp 210 Gramm auf die Waage, dagegen wirkt das Samsung Galaxy S20 beinahe federleicht. Zudem ist das Gerät mit einer Tiefe von knapp einem Zentimeter auch deutlich wuchtiger gebaut – das macht sich vor allem dann bemerkbar, wenn man das Smartphone in der Hosentasche trägt.

Dennoch, die Verarbeitung des Xiaomi Mi Note 10 Pro ist tadellos. Nirgends findet man hier Spaltmaße, scharfe Kanten oder sonstige Produktionsfehler. Auf den ersten Blick kann es das China-Handy in dieser Kategorie also mit den ganz Großen aufnehmen.

Auf der Vorderseite fällt nach dem Einschalten des Displays zuerst der kleine Wassertropfen-Notch ins Auge, in dem die Frontkamera eingelassen ist. Dazu später mehr. Unter dem Display versteckt sich der integrierte Fingerabdrucksensor, geladen wird das Smartphone über USB-C mit bis zu 30 Watt. Gut zu wissen: Das Xiaomi Mi Note 10 Pro ist eines der wenigen aktuellen Smartphones, das noch einen Klinkenanschluss besitzt.

Hier ein paar Kleinigkeiten, die mir binnen weniger Minuten aufgefallen sind:

  • Die Display-Vibration beim Antippen der digitalen Tastatur wirkt sehr unbefriedigend.
  • Es wird nicht automatisch ein separater Bereich auf dem Homescreen für Apps mit hinterlegtem Arbeitsprofil angelegt.
  • Die Farbwiedergabe des Displays ist stark vom Blickwinkel abhängig.
  • Keine der vorinstallierten Apps kann PNG-Bilder öffnen.
  • Während der Nutzung von Xiaomi-eigenen Apps, die bereits vorinstalliert sind, wird Werbung ausgespielt.

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Kameras des Xiaomi Mi Note 10 Pro

Dass beim Xiaomi Mi Note 10 Pro ganz klar die Kamera im Fokus steht, dürfte bereits auf den ersten Blick aufgefallen sein. Mit gleich 5 Sensoren hat der chinesische Hersteller sein Smartphone ausgestattet – das Highlight ist der 108-MP-Sensor.

Die 5 Kamerasensoren des Xiaomi Mi Note 10 Pro im Detail:

  • 108-MP-Weitwinkel (f/1.7, 25m, OIS)
  • 12-MP-Teleobjektiv (f/2.0, 50mm, zweifach optischer Zoom)
  • 5-MP-Teleobjektiv (f/2.0, fünffach optischer Zoom, OIS)
  • 20-MP-Ultraweitwinkel (f/2.2)
  • 2-MP-Makro (f/2.4)

Fast alle Fotos des Xiaomi Mi Note 10 Pro können sich sehen lassen. Vor allem der Autofokus konnte bei den Schnappschüssen überzeugen. Er reagierte sehr flott und stellte beinahe immer das richtige Motiv scharf. Dennoch gibt es diverse Punktabzüge für das Xiaomi-Handy. Da wäre zum einen die integrierte Makro-Kamera. Deren Aufnahmen sind stets verwaschen, nicht richtig fokussiert und zudem zu niedrig aufgelöst.

Was besonders störend auffällt, ist der aggressive Beauty-Modus der Front-Kamera. Damit versucht Xiaomi, das Gesicht von allen „Makeln“ zu befreien. In Wirklichkeit werden viele Bereiche jedoch einfach weichgezeichnet. Was zurückbleibt, ist ein Gesicht mit „Babyface“-Look.

Doch wie schlägt sich nun die 108-MP-Kamera des Xiaomi Mi Note 10 Pro? Die Bilder können in ihrer Schärfe und dem Detailreichtum sehr überzeugen. Vor allem wenn man in die Fotos reinzoomt, ist man regelrecht verwundert darüber, wie lange sie ihre Schärfe beibehalten. Das große Problem des 108-MP-Sensors ist jedoch der Weißabgleich. Alle Fotos, die im hochauflösenden Modus aufgenommen wurden, weisen einen deutlichen Blau-Grün-Stich auf. Schade, denn ansonsten wissen die Bilder zu überzeugen. Lediglich die Zeit der Verarbeitung des 108-MP-Bildes fiel zudem negativ auf – hier kommt der Snapdragon 730G langsam an seine Grenzen. Nach der Aufnahme dauert es ein paar Sekunden bis man den nächsten Schnappschuss machen kann.

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Performance und Software des Xiaomi Mi Note 10 Pro

In dieser Kategorie kann Xiaomi nicht auftrumpfen. Das Mi Note 10 Pro läuft noch immer mit Android 9.0 Pie – ein Update auf die aktuelle Android-Version stand während unseres Tests nicht zur Verfügung. Auch MIUI dürfte nicht jedermanns Sache sein. Vor allem der fehlende App-Drawer sowie das eher unübersichtliche Einstellungs-Menü machten sich negativ bemerkbar. Bis man alle seine Apps in passende Ordner gesteckt und richtig auf dem Homescreen angeordnet hat, vergeht gerne mal eine halbe Stunde.

Doch das ist nicht der einzige Knackpunkt des Smartphones. Auch die Performance bleibt aufgrund des Snapdragon 730G weit hinter bekannten Flaggschiff-Smartphones zurück. Für den Alltag reicht die Leistungsfähigkeit des Mittelklasse-Chips zwar vollkommen aus, trotzdem fallen die erhöhten Ladezeiten beim Starten und Wechseln von Apps durchaus negativ auf – vor allem dann, wenn dadurch Eingaben auf dem Touchscreen nicht erkannt werden, da das Gerät gerade noch lädt.

Doch der Einsatz des Snapdragon 730G hat auch seine Vorteile, wie sich in der nächsten Kategorie zeigt.

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Akkulaufzeit des Xiaomi Mi Note 10 Pro

In Verbindung mit dem über 5.000 mAh großen Akku sorgt der Mittelklasse-Chip von Qualcomm nämlich für eine überragende Akkulaufzeit. Im Alltag hielt das Smartphone volle zwei Tage durch, erst dann musste es wieder an die Steckdose – das kann sich sehen lassen!

Der Akku ist trotz Schnelllade-Technologie nicht ganz so schnell wieder auf 100 Prozent geladen wie bei der Konkurrenz, aufgrund der höheren Kapazität kann man das jedoch problemlos verschmerzen. Nach rund 30-35 Minuten ist der Akku auf etwas mehr als 50 Prozent geladen, nach einer Stunde und 20 Minuten ist er wieder randvoll und einsatzbereit.

Wer also auf der Suche nach einem Handy ist, dass er nicht jeden Abend an die Steckdose hängen muss, ist hier an der richtigen Adresse.