Nach Übernahme: Beliebte Lieferdienst-Apps werden eingestellt

Simon Stich 3

Der deutsche Markt rund um Essenslieferungen wird kräftig aufgewirbelt: Nach einer Übernahme von Delivery Hero durch Lieferando sollen mehrere deutsche Marken und Apps eingestampft werden. Was hat Lieferando genau vor?

Nach Übernahme: Beliebte Lieferdienst-Apps werden eingestellt
Bildquelle: igorovsyannykov / Pixabay.

Lieferheld, Foodora und Pizza.de werden eingestellt

Nach der Übernahme mehrerer deutscher Lieferdienste durch das niederländische Unternehmen wird es mehreren bekannten Marken und Apps an den Kragen gehen. Wie jetzt bekannt wurde, planen die neuen Eigentümer einen radikalen Umbruch. Apps von Lieferheld, Foodora und Pizza.de werden demnach nicht mehr benötigt, nachdem der Mutterkonzern Delivery Hero für 930 Millionen Euro von Lieferando übernommen wurden.

Für Kunden bedeutet das in nächster Zeit wohl eine leichte Umstellung, da die hierzulande etablierten Marken und Apps bald schon verschwinden könnten. Es ist derzeit davon auszugehen, dass die Dienste künftig unter Lieferando gebündelt werden. Bei der IT-Umstellung rechnet Lieferando-Chef Jitse Groen mit einem Zeitraum von sechs Monaten, nachdem die Hauptversammlung des Unternehmens der Übernahme zugestimmt hat. In Berlin soll künftig die Zentrale mit 400 neuen Mitarbeitern liegen.

Die Lieferando-App ist derzeit aber noch verfügbar und sieht so aus:

23 Millionen Bestellungen in Deutschland

Essensbestellungen über das Internet sind in letzter Zeit stark gewachsen. In den ersten neun Monaten 2018 sind 23 Millionen Bestellungen bei Delivery Hero eingegangen. Der Gesamtwert der Bestellungen bei Lieferheld, Foodora und Pizza.de und anderen Marken des Unternehmens lag bei rund 470 Millionen Euro. Delivery Hero hat dafür 76 Millionen Euro an Gebühren verlangt. Inklusive Mitbewerber soll die Anzahl der Bestellungen in Deutschland bei 46 Millionen liegen.

Der Umsatz soll in Zukunft durch leicht steigende Vermittlungsgebühren, die von beteiligten Gastronomen gezahlt werden, erhöht werden. Ohne große Konkurrenz aus dem In- und Ausland ist eine solche Erhöhung sicher leichter durchzusetzen als zuvor. Auch für Werbung soll mehr Geld ausgegeben werden, um Lieferando noch bekannter zu machen. Eine weitere Einnahmequelle sieht der Lieferando-Chef in der Möglichkeit, Restaurants durch eine Gebühr stärker in den Suchergebnissen sichtbar zu machen, berichtet das Handelsblatt.

Werbung von Lieferando werden wir bald auch noch mehr sehen:

Lieferando TV Spot.

„Mit Logistik werden wir kein Geld verdienen“

Einen grundlegenden Wandel bei den eigenen Fahrern sieht der Lieferando-Chef derzeit nicht. Ihm zufolge wird das Unternehmen auch in Zukunft kein Geld mit Ihnen verdienen. Bei einem Stundenlohn von 10 Euro und durchschnittlich zwei Lieferungen in 60 Minuten bleibe für Lieferando kaum etwas übrig, heißt es.

Kunden bestellen im Durchschnitt zehn Mal im Jahr Essen online und geben dabei jeweils 20 Euro aus. Neben lokalen Pizzadiensten und kleineren Restaurants sind mittlerweile auch größere Anbieter wie Vapiano oder Burger King auf den Lieferzug aufgesprungen.

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