Dieser Online-Stimmgenerator macht Spaß und nervt deine Mitmenschen

Stefan Bubeck

„Die pinkfarbene Posaune“ ahmt die menschliche Stimme nach, mitsamt aller wichtigen Faktoren, wie Zungen- oder Lippenkontrolle. Ein sehr lehrreiches Online-Tool, das aber auch brutal nerven kann.

Dieser Online-Stimmgenerator macht Spaß und nervt deine Mitmenschen

Die künstliche Erzeugung der menschlichen Sprechstimme – kurz: Sprachsynthese – ist ein Forschungsthema, mit dem sich Erfinder seit sehr langer Zeit beschäftigen. Der Mathematiker und spätere Papst Gerbert von Aurillac (950 – 1003) soll bereits im neunten Jahrhundert einen „sprechenden Kopf“ gebaut haben. Heute sind wir dank Computertechnik ein ganzes Stück weiter, artikulatorische Synthese wird vielseitig eingesetzt und kommt etwa bei der Musikproduktion oder bei Text-to-Speech-Software zum Einsatz.

„Pink Trombone“: Ein künstlicher Mund, der sich manipulieren lässt

Neil Thapen ist Spieleentwickler und forscht am Institut für Mathematik der Akademie der Wissenschaften der Tschechischen Republik. Von ihm stammt das Online-Tool „Pink Trombone“ (deutsch: Die pinkfarbene Posaune), das im Browser aufgerufen werden kann und sich am Desktop per Maus und auf Smartphones und Tablets per Multitouch bedienen lässt.

Link: Hier geht es zum Sprachsynthese-Tool Pink Trombone.

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Pink Trombone – interaktiver artikulatorischer Sprach-Synthesizer

Der Erfinder bezeichnet sein Werk im Interview mit dem Magazin Digital Trends als „interaktiven artikulatorischen Sprach Synthesizer“. Es ahmt auf vereinfachte Weise die physikalischen Vorgänge und Bewegungen des menschlichen Vokaltrakts nach (Signalmodellierung) und erzeugt so eine künstliche Stimme, die sich in der App auf vielfältige Weise verändern lässt.

Dabei lässt sich so einiges lernen, beispielsweise welche Teile des Sprechtrakts Einfluss auf die Geräuschbildung haben und wie das sich auswirkt. Aber um ehrlich zu sein: Es macht auch einfach eine Menge Spaß, die Regler wild durch die Gegend zu schieben und der Software die seltsamsten Sounds zu entlocken. Danke Neil – diese Lernsoftware ist irgendwie auch ein sehr amüsanter Zeitvertreib.

Wer sich für (andere) Spiele und Arbeiten von Neil Thapen interessiert, sollte mal auf seiner Webseite vorbei schauen. Wir bleiben solange mit der pinkfarbenen Posaune beschäftigt. Ein kleiner Tip am Schluss: Falls die App nicht richtig reagiert, hat ein Klick auf „About“ und dann auf „tap here to RESET“ geholfen.

Quellen: Pink Trombone, Digital Trends

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