Bei Bluthochdruck oder Verdacht darauf, wird zusätzlich zur ärztlichen Betreuung auch die regelmäßige Messung des Blutdrucks zuhause empfohlen. GIGA stellt die besten Blutdruckmessgeräte vor.

Bluthochdruck (Hypertonie) wird mit zahlreichen ernstzunehmenden Folgen in Zusammenhang gebracht. Diese reichen vom Schlaganfall bis hin zu vielfältigen Organschädigungen. „Herz, Gehirn, Nieren, Gefäße und Augen“ sind laut dem Berufsverband Deutscher Internisten e.V. besonders gefährdet. Ein erster Schritt in die richtige Richtung ist es, den eigenen Blutdruck im Blick zu behalten. Dazu braucht man ein gutes Blutdruckmessgerät, das präzise misst und sich leicht bedienen lässt.

Die besten Blutdruckmessgeräte 2021: Alle Testsieger und Empfehlungen im Überblick

 

Preis-Leistungs-Tipp (Oberarm) Stiftung-Warentest-Sieger (Oberarm) Stiftung-Warentest-Sieger (Handgelenk)
Modell Soehnle Systo Monitor 200 Boso Medicus X Omron RS7 Intelli IT
Preis ca. 30 Euro ca. 45 Euro ca. 65 Euro
Vorteile Hohe Bedienfreundlichkeit Beste Gesamtleistung Speichert Werte per Handy-App
Nach­teile Kleiner Speicher Sehr kleiner Speicher Hoher Preis
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Preis-Leistungs-Tipp (Oberarm-Messgerät): Soehnle Systo Monitor 200

Soehnle Blutdruckmessgerät Systo Monitor 200

Soehnle Blutdruckmessgerät Systo Monitor 200

Vorteile

  • Bedienung gut: große Zahlenanzeige, farbige Buttons

Nachteile

  • vergleichsweise kleiner Speicher (je 60 Plätze für 2 Nutzer)

Das Soehnle Systo Monitor 200 konnte im Magazin „Testjournal“ mit der Note 1,2 den Testsieg unter 7 getesteten Geräten erringen. Beim Onlinehändler Otto kommt es derzeit auf eine Weiterempfehlungsquote von 92 Prozent und eine 4,5-Sterne-Durchschnittswertung. Da das Soehnle Systo Monitor 200 im Handel zu Preisen unter 30 Euro zu finden ist, bekommt es von uns die GIGA-Empfehlung als Preis-Leistungs-Tipp.

Dem Modell ist schon auf den ersten Blick anzusehen, dass hier großer Wert auf eine einfache Bedienung gelegt wurde: Ein Display mit riesigen Zahlen, unterschiedliche große Buttons und farbliche Akzente – damit dürften auch Nutzer mit schwacher Sehkraft und wenig technischer Routine gut klarkommen. Die je 60 Speicherplätze (für Messwerte) für 2 Anwender sind zwar ausreichend – aber im Vergleich zu so manchem Konkurrenzmodell mit Hunderten Speicherplätzen dann doch etwas knapp bemessen.

Stiftung-Warentest-Sieger (Oberarm-Messgerät): Boso Medicus X

Boso Medicus X Oberarm-Blutdruckmessgerät

Boso Medicus X Oberarm-Blutdruckmessgerät

Vorteile

  • gute Messung, sehr gute Handhabung

Nachteile

  • Speicher für nur 30 Messwerte

Die Stiftung Warentest hat 17 Blutdruckmessgeräte zur Selbstmessung getestet. Nur 7 Geräte bekamen die Endnote „gut“ – ein enttäuschendes Gesamtergebnis. Umso wichtiger ist es also, beim Kauf zu einem der empfehlenswerte Geräte zu greifen. Das beste Produkt in der Kategorie „Blutdruckmessgeräte für den Oberarm“ ist das Boso Medicus X, die Stiftung Warentest hat es mit der Note 2,3 („gut“) ausgezeichnet.

Die Manschette wird an den Oberarm angelegt. Alles andere passiert vollautomatisch nach dem Druck auf „Start“. Laut Hersteller sorgt eine intelligente Aufpumpautomatik für eine Messung ohne Nachpumpen. Zusätzlich zu den Messwerten ordnet ein Balken an der Seite die Ergebnisse ein.

Stiftung-Warentest-Sieger (Handgelenk-Messgerät): Omron RS7 Intelli IT

Omron RS7 Intelli IT Handgelenk-Blutdruckmessgerät

Omron RS7 Intelli IT Handgelenk-Blutdruckmessgerät

Vorteile

  • komfortabel: Messung erfolgt am Handgelenk
  • verbindet sich auf Wunsch mit der passenden Handy-App

Nachteile

  • vergleichsweise teuer

Wer seinen Blutdruck am Handgelenk messen möchte, bekommt mit dem Omron RS7 Intelli IT das von Stiftung Warentest am besten bewertete Gerät. Es ist zwar vergleichsweise teuer, wurde als einziges Gerät dieser kompakten Bauform mit der Gesamtnote 2,3 („gut“) ausgezeichnet. Die Messgenauigkeit ist immerhin „befriedigend“, eine Messung dauert mit rund 60 Sekunden etwas länger als bei den Konkurrenzmodellen.

Omron RS7 Intelli IT: Ein Sensor ermittelt die korrekte Armposition für die Blutdruckmessung (Bild: Hersteller)

Die Messung am Handgelenk wirkt auf den ersten Blick komfortabel, ist aber nicht ganz ohne Tücken: Damit es nicht zu Messfehlern kommt, muss sich das Messgerät „ungefähr auf Herzhöhe befinden“, so der Hersteller in der Bedienungsanleitung des Omron RS7 Intelli IT (PDF). Ein integrierter Positionssensor soll dem Nutzer dabei helfen, den Arm in die richtige Position zu bringen – ein blaues Herzsymbol zeigt an, wenn's passt.

Technisch interessant ist das Omron RS7 Intelli IT wegen seiner Fähigkeit, sich per Bluetooth mit einem Handy (bzw. mit der passenden App „Omron Connect“ für Android und iOS) zu verbinden.

OMRON connect

OMRON connect

Entwickler: OMRON HEALTHCARE Co.,Ltd.

So lassen sich die Messwerte nicht nur komfortabel aufzeichnen, sie werden zudem auch grafisch ansprechend präsentiert. Solche Verlaufskurven sind auch für Laien aussagekräftiger als Zahlenlisten. Die Daten werden nach Aussage des Herstellers „sicher auf dem Smartphone“ gespeichert und können bei Bedarf geteilt werden.

Blutdruckmessgerät Test 2021: So wurde getestet und ausgewählt

Für diese Zusammenfassung haben wir die Testergebnisse des Magazins „Testjournal“ (Ausgabe 04/2020, lesbar z. B. bei Readly), die Testergebnisse der Stiftung Warentest (Ausgabe 09/2020), sowie Kundenbewertungen in Onlineshops berücksichtigt.

Blutdruckmessgerät kaufen: Das sollte man wissen

Was bedeuten die Werte beim Blutdruck?

Blutdruckmessgeräte erfassen neben der Pulsfrequenz (Einheit: Schläge pro Minute) zwei grundlegende Werte, anhand derer Aussagen bezüglich der Gesundheit getroffen werden können. Das sind gemäß der Schweizerischen Herzstiftung:

  • Der obere oder systolische Blutdruckwert. Das Herz zieht sich zusammen, der Druck in den Gefässen ist am höchsten (Systole).
  • Der untere oder diastolische Blutdruckwert. Das Herz entspannt, der Druck in den Gefässen ist am niedrigsten (Diastole).

Gemessen wird in der Einheit mmHg – das Kürzel steht für „Millimeter Quecksilbersäule“. Als normaler Blutdruck gelten Werte, die zwischen 120-129 mmHg (systolisch) und 80-84 mmHg (diastolisch) liegen. Von einer eigenständigen Beurteilung selbst gemessener Werte sollte man absehen – es ist stets ratsam, sich in Sachen Blutdruck an die Hausärztin oder den Hausarzt zu wenden.

Oberarm oder Handgelenk?

Was ist sinnvoller, ein Blutdruckmessgerät für das Handgelenk oder die klassische Variante, für den Oberarm? In der Disziplin „Messgenauigkeit“ können beide Typen ähnlich gut abschneiden – wenn es sich um gute Modelle handelt. Bei Geräten für den Oberarm kann zwar das Anlegen umständlicher sein als bei der Messung am Handgelenk. Dafür gelingt der richtige Sitz für eine korrekte Messung etwas leichter.

Linker oder rechter Arm?

Bei der Erstmessung (die normalerweise der Arzt vornimmt) wird der Blutdruck an beiden Armen gemessen. Dort, wo die Werte höher liegen, werden alle weiteren Messungen vorgenommen. Die Manschette des eigenen Gerätes sollte man also auch immer an diesem Arm anlegen. Die Techniker Krankenkasse empfiehlt, morgens und abends zu messen, und zwar möglichst immer zur selben Zeit – vor der Einnahme von Medikamenten oder Kaffee. Vor dem Start sollte man fünf Minuten ruhig angelehnt auf einem Stuhl sitzen.

Regelmäßige Kalibrierung notwendig

Damit ein Blutdruckmessgerät über viele Jahre hinweg zuverlässig arbeitet, muss es regelmäßig geprüft und gegebenenfalls neu kalibriert werden. So heißt es in der Bedienungsanleitung des Omron RS7 Intelli IT: „Es wird im Allgemeinen empfohlen, bei dem Messgerät alle zwei Jahre eine messtechnische Kontrolle durchführen zu lassen, um die korrekte Funktion und die Genauigkeit des Gerätes sicherzustellen.“ Dazu soll man sich an einen autorisierten Fachhändler wenden.

Hinweis

Blutdruck ist ein ernstzunehmendes Thema, das den Aspekt der Gesundheit betrifft. GIGA kann hier keine fachlichen Ratschläge geben, sondern ausschließlich einen Überblick über aktuell erhältliche Blutdruckmessgeräte liefern, die bei der Erfassung des Gesundheitszustands behilflich sein können. Weiterführende fachliche Informationen sind hier zu finden:

Am Ende gilt: Bei ernsthaften Beschwerden empfiehlt es sich unbedingt, ärztlichen Rat einzuholen.

 

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