Zusammen mit der Grafikkarte bestimmt im Wesentlichen der Prozessor, englisch Central Processing Unit oder kurz „CPU“, die Leistungskraft eines Spiele-PCs. Sowohl das Angebot von Intel als auch das vom direkten Konkurrenten AMD wird immer vielfältiger. Wie viel Leistung benötigt man aber wirklich und welcher Prozessor ist der richtige? GIGA hat die aktuell besten CPUs verschiedener Preisklassen herausgesucht und erklärt euch, was ihr vor dem Kauf unbedingt wissen solltet.

 

Kaufberatung

Facts 

Eine allgemeine Antwort auf die Frage, welcher Prozessor der beste ist, gibt es nicht. Benchmark-Ergebnisse sind nämlich nur einer von zahlreichen Aspekten, die es vor dem Kauf einer CPU zu beachten gilt. In den meisten Fällen geht es vielmehr darum, das Maximum an Leistung aus eurem Budget herauszuholen. Ebenso von Bedeutung ist der konkrete Einsatzbereich, da sich nicht jeder Prozessor gleichermaßen gut für bestimmte Verwendungszwecke eignet. Wir stellen euch daher mehrere CPUs von AMD und Intel vor, die sich sowohl für budgetfreundliche Builds aber auch für absolute Highend-Rechner eignen.

Die besten Gaming-Prozessoren 2020: Alle GIGA-Empfehlungen im Überblick

GIGA-Preis­­tipp Ein­stei­ger Fort­geschritten Enthu­sias­ten
Modell AMD Ryzen 3 3100 AMD Ryzen 5 3600 Intel Core i7-10700K Intel Core i9-10900K
Preis ca. 90 Euro ca. 170 Euro ca. 380 Euro ca. 680 Euro
Vorteile Top-Preis Preis-Leistungs-Tipp Hohe Single-Core-Per­for­mance Beste Gesamt-Per­for­mance
Nach­teile Nur 4 Kerne Kein inte­grier­ter Grafik­chip Hoher Preis Hoher Preis
An­ge­bot Mind­factory Mind­factory Amazon Amazon
Preis­­vergleich idealo idealo idealo idealo

Wenn ihr euch einen kompletten Spiele-Rechner zusammenstellen möchtet, seht euch unsere passende Kaufberatung an – dort listen wir komplette Hardware-Pakete: Gaming-PC selber bauen.

GIGA-Preistipp: Ryzen 3 3100

AMD Ryzen 3 3100 4x 3.60GHz So.AM4 BOX

AMD Ryzen 3 3100 4x 3.60GHz So.AM4 BOX

Vorteile:

  • Top-Preis
  • Kühler im Lieferumfang
  • Ideal für Gaming in Full-HD mit mindestens 60 FPS

Nachteile:

  • Kein integrierter Grafikchip
  • Geringe Zukunftssicherheit durch 4 Kerne

Wer auf der Suche nach einer günstigen CPU ist, die dennoch nicht an Leistung spart, kommt am Ryzen 3 3100 kaum vorbei. Der in 7 nm gefertigte Prozessor stellt dabei den Einstieg in die Ryzen-CPUs der aktuellen Generation dar. Er verfügt 4 Kerne mit jeweils 3,6 GHz und einen maximalen Turbotakt von 3,9 GHz. Praktisch ist, dass ein brauchbarer Kühler beiliegt, was euch die Anschaffung eines separaten CPU-Kühlers erspart.

Eine 4-Kern-CPU stellt 2020 das Minimum dar, um anspruchsvolle Titel noch in hohen Details zu spielen. Zukunftssicher ist das aber nicht unbedingt: Prozessoren mit sechs und acht Kernen werden in den nächsten Jahren für immer mehr Titel notwendig sein. Für populäre „zeitlose“ Titel wie CS:GO, Fortnite oder LoL reicht es aber in jedem Fall. Wichtig zu wissen: Bei diesem Modell gibt es keinen integrierten Grafikchip, wie es bei den meisten teureren Modellen der Fall ist. Für Spieler ist das egal, eine separate Grafikkarte ist fürs Gaming sowieso zu empfehlen.

Einsteiger: Ryzen 5 3600

AMD Ryzen 5 3600 6x 3.60GHz So.AM4 BOX

AMD Ryzen 5 3600 6x 3.60GHz So.AM4 BOX

Vorteile:

  • Preis-Leistungs-Sieger
  • Kühler im Lieferumfang
  • Ausreichend für aktuelle Spiele

Nachteile:

  • Kein integrierter Grafikchip

Kein Prozessor erfreut sich 2020 einer derartigen Beliebtheit wie der Ryzen 5 3600 – allein beim Händler Mindfactory hat sich die CPU über 84.000 Mal verkauft! Das hat auch gute Gründe, denn für deutlich unter 200 Euro erhaltet ihr einen wahren Alleskönner mit 6 Kernen à 3,6 GHz. Der Turbotakt beläuft sich auf satte 4,2 GHz – damit ist der Prozessor ein Preis-Leistungs-König für Spieler. Bei Bedarf lässt sich die CPU noch weiter übertakten. Spätestens dann sollte man aber den mitgelieferten Kühler gegen eine potentere Version wie den beQuiet! Dark Rock 4 austauschen werden.

Der Prozessor glänzt vor allem dann, wenn ihr neben dem Zocken auch noch andere rechenintensive Anwendungen ausführt: Videobearbeitung, Streaming und dergleichen. Wer eine vergleichbare CPU von Intel möchte, kann in diesem Fall beherzt zum Intel Core i5-10400F greifen. Der 6-Kerner taktet mit 2,9 GHz zwar etwas geringer, dafür fällt der Turbotakt mit 4,3 GHz großzügiger aus. Insgesamt performen beide Modelle aber auf einem recht ähnlichen Niveau.

Fortgeschritten: Intel Core i7-10700K

Intel Core i7-10700K (8x 3.80GHz, Sockel: LGA1200) Box

Intel Core i7-10700K (8x 3.80GHz, Sockel: LGA1200) Box

Vorteile:

  • Hohe Single-Core-Per­for­mance
  • Integrierter Grafik­chip
  • Bestens geeignet für Gaming mit 144 FPS und mehr

Nachteile:

  • Hoher Preis

Wenn es darum geht, das Maximum an FPS aus euren Spielen herauszukitzeln, dann ist der Core i7-10700K sicher eine gute Wahl. Die CPU aus dem Hause Intel verfügt über 8 Kerne und taktet mit jeweils 3,8 GHz – respektive 4,7 GHz im Turbotakt. Der K-Suffix am Ende der Modellbezeichnung signalisiert außerdem einen offenen Multiplikator, der unter anderem das Übertakten des Prozessors ermöglicht. Diesmal befindet sich außerdem kein Kühler im Lieferumfang, was aber verschmerzbar ist. Aufgrund der enormen Leistung sollte man hier ohnehin in eine potente Luft- oder Wasserkühlung investieren.

Solltet ihr neben dem Zocken ebenso auch andere rechenintensive Anwendungen nutzen, dann wäre der Ryzen 9 3900X zu einem ähnlichen Preis – diesmal sogar inklusive Kühler – eine weitere Alternative. Hier erhaltet ihr insgesamt 12 Kerne mit demselben Basistakt wie bei der Intel-Variante und einem nur geringfügig kleineren Turbotakt von 4,6 GHz.

Enthusiasten: Intel Core i9-10900K

Intel Core i9-10900K (10x 3.70GHz, Sockel: LGA1200) Box

Intel Core i9-10900K (10x 3.70GHz, Sockel: LGA1200) Box

Vorteile:

  • Beste Gesamt­per­for­mance
  • Hohes Übertaktungs­po­ten­zial
  • Neben Gaming mit hohen FPS ebenso für professionelle Anwendungen geeignet

Nachteile:

  • Hoher Preis

Geld spielt keine Rolle? Wie wäre es mit dem Core i9-10900K mit insgesamt 10 Kernen und 20 Threads? Der Basistakt bei diesem Modell beläuft sich auf 3,7 GHz, der maximale Turbotakt auf 5,3 GHz. Allerdings kostet euch dieser Prozessor allein bereits so viel wie ein kompletter Gaming-PC. Dafür gibt es derzeit kaum eine andere Mainstream-CPU, die vor allem in Spielen derart viel Leistung liefert.

Einzig und allein in rechenintensiven Anwendungen wie Videoencodierung oder -rendering hat der Prozessor im Gegensatz zur Konkurrenz von AMD das Nachsehen. So steht euch mit dem Ryzen 9 3950X eine ähnlich bepreiste Alternative mit 16 Kernen und 32 Threads zur Verfügung, die genau in diesem Bereich glänzt. Solltet ihr euch also die Möglichkeit offen halten wollen, zukünftig auch Videos zu bearbeiten oder zu streamen, wäre die Ryzen-CPU eine hervorragende Wahl. Wer nur an den maximalen FPS in Games interessiert ist, greift hingegen entsprechend zum Pendant von Intel.

Hinweis: Aufgrund einer kürzlichen Preisreduktion kann es sein, dass die oben erwähnte CPU in vielen Shops derzeit nur bedingt verfügbar ist. Dieser Zustand sollte sich aber bald wieder normalisieren. (Stand: 07.09.2020)

Die besten CPUs: So haben wir ausgewählt

Während der letzten Jahre wurde der Markt für Prozessoren vor allem durch die starke Konkurrenz seitens AMD ordentlich aufgemischt. CPUs mit mehr als 4 Kernen kamen endlich im bezahlbaren Mainstream an und vor allem im unteren Preissegment gibt es seitdem ein reichhaltiges Angebot unterschiedlicher Modelle, sowohl von Intel als auch von AMD. Da ist es auch nicht verwunderlich, dass man bei derart viel Auswahl leicht den Überblick verliert.

Ganz gleich, ob ihr nun also das absolute Maximum aus euren Spielen herausholen möchtet oder aber die beste Allrounder-CPU sucht: Wir haben jeweils passende Modelle beider großen Hersteller aus unterschiedlichen Preisklassen für euch herausgesucht. Um euch den bestmöglichen Überblick geben zu können, haben wir uns neben unseren eigenen Einschätzungen außerdem auf externe Nutzerwertungen und Benchmark-Tests anderer Seiten gestützt.

Gaming-Prozessor kaufen: Das sollte man vorher wissen

Ansprüche klar formulieren

Die erste und wichtigste Frage, die es vor dem Kauf eines Prozessors zu beantworten gilt: Was genau sind eure Ansprüche?

  • Möchtet ihr ausschließlich spielen und dabei das Maximum an Leistung?
  • Zockt ihr in gleichem Maße anspruchsvolle Games und nutzt parallel dazu andere rechenintensive Anwendungen?
  • In welcher Qualität möchtet ihr spielen?

Je nach Anwendungszweck benötigt ihr demnach die entsprechende Rechenkraft. Der Prozessor allein ist aber noch kein ganzer Gaming-PC, weshalb die restlichen Komponenten ebenso aufeinander abgestimmt sein müssen.

Taugt eine Spiele-CPU auch für Anwendungen?

Ja. Moderne Spiele gehören zu den Anwendungen, die die höchsten Anforderungen an die Leistung eines Rechners stellen. Ein passabler aktueller Spiele-PC mit einer aktuellen CPU stemmt Office-Anwendungen, Browsing und dergleichen problemlos. Bei anspruchsvolleren Tasks wie Videoschnitt, 3D-Modellierung, Bildbearbeitung, Software-Entwicklung oder CAD braucht man allerdings viel Leistung – auch hier sind leistungsfähige Komponenten, die sonst auch in Spiele-PCs stecken, förderlich. Idealerweise ergänzen sich beide Anwendungsfälle und man stellt sich einen PC zusammen, der sowohl Games als auch professionelle Anwendungen „packt“.

Hardware aufeinander abstimmen

Eines der größten Probleme bei der Konfiguration eines Gaming-PCs ist das Auftreten sogenannter Flaschenhälse. Dabei handelt es sich um einen Effekt, der unter anderem eintritt, wenn zwischen Prozessor und Grafikkarte ein zu großer Leistungsunterschied herrscht und die jeweiligen Komponenten deshalb nicht ihre optimale Leistung liefern. Kurz gesagt: Es ist davon abzuraten, eine Highend-CPU mit einer deutlich schwächeren GPU zu kombinieren und umgekehrt.

Darüber hinaus sollten sämtliche andere Komponenten ebenfalls zueinander passen: Ein Mainboard mit dem korrekten Sockel, adäquater Arbeitsspeicher sowie ein Netzteil, das ausreichend Strom liefert. Manche Mainboards brauchen übrigens erst ein BIOS-Update, damit die jeweilige CPU einwandfrei damit läuft. Im folgenden Video erklären wir euch, was es damit genau auf sich hat:

Was sind BIOS und UEFI? – TECHfacts

Zuletzt darf ein ausreichender Kühler nicht fehlen. Wohingegen bei Einsteiger-CPUs der mitgelieferte Kühler noch locker ausreicht, bedarf es bei einer Core-i9-CPU oder einem Ryzen-9-Prozessor schon eines deutlich potenteren Kühlers. Vor allem dann, wenn ihr die Leistung eures Prozessor durch nachträgliches Übertakten noch weiter steigern möchtet. Insgesamt gilt: Je größer, desto besser, wobei ihr euch dennoch nach den jeweiligen Abmessungen eures PC-Gehäuses richten müsst. Diesen und weitere Fehler solltet ihr also möglichst vermeiden:

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21 Fehler beim PC-Zusammenbau, die wirklich jeder kennt und was ihr dagegen tun könnt

Grundsätzlich habt ihr bei CPU-Kühlern die Wahl zwischen einer Luft- oder Wasserkühlung. Erstere ist meist deutlich günstiger und zeichnet sich vor allem durch die leichte Handhabung sowie Zuverlässigkeit aus. Wasserkühlungen sind wiederum mit erheblich mehr Aufwand verbunden, kühlen in der Regel aber deutlich effektiver. Inzwischen gibt es aber auch sogenannte AIO-Wasserkühler („All in One“) – die Installation ist denkbar einfach und ihre Leistung ist dennoch vergleichbar.

Ein paar Worte zum Arbeitsspeicher: 16 GB RAM sind für einen vernünftigen und einigermaßen zukunftssicheren Spiele-PC heute Pflicht. Während der RAM-Takt früher weniger Einfluss hatte, ist dieser heute wichtiger: So solltet ihr mindestens auf PC3200 DDR4-RAM setzen, idealerweise im Dual-Channel-Modus (also z.B. zwei RAM-Module mit je 8 GB statt einem mit 16 GB), denn insbesondere AMDs Ryzen-Prozessoren werden von langsamem RAM ausgebremst.

AMD vs. Intel erklärt

Der größte Unterschied zwischen beiden Herstellern liegt zunächst im entsprechenden Mainboard-Sockel, in den der Prozessor „eingelegt“ wird, und der jeweiligen Plattform: Intel und AMD verwenden nämlich unterschiedliche Standards, die parallel zu den neuen Prozessorgenerationen weiterentwickelt werden und mechanisch nicht miteinander kompatibel sind. AMD verwendet derzeit den AM4-Sockel, der bereits für die ersten Ryzen-Prozessoren verwendet wurde. Auch mit der kommenden Zen-3-Generation verwendet AMD den Sockel weiter, allerdings funktionieren einige ältere Chipsätze nicht mehr mit den neuesten CPUs. Intel hingegen aktualisiert seine Sockel weitaus häufiger als AMD und verwendet mit der 10. Generation ihrer Chips den neuen LGA-1200-Sockel.

Dies wirkt sich dann wiederum auf die jeweilige Auswahl der Mainboards aus: Bei Intel wären das aktuell Boards mit den Chipsätzen Z490, H470 oder B460. Ryzen-Prozessoren der 3. Generation sind hingegen mit deutlich mehr Boards kompatibel – B450, B550, X470 oder X570 sollten alle problemlos funktionieren. In manchen Fällen können nach einem BIOS-Update ebenso Boards mit dem B350- und X370-Chipsatz verwendet werden. Wer aber aktuelle Features wie etwa PCIe 4.0 nutzen möchte, sollte dennoch auf eines der aktuellen Modelle zurückgreifen. Unterm Strich kann man festhalten, dass die AMD-Plattformen etwas nutzerfreundlicher sind, wenn man vorhat, gelegentlich einzelne Komponenten aufzurüsten.

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Top-10-Prozessoren: Die aktuell beliebtesten Intel- und AMD-Chips in Deutschland

CPU kaufen: Neu, alt oder gebraucht?

Wir haben uns in unserer Auswahl auf Prozessormodelle der aktuellsten Generationen beschränkt. Da die technische Entwicklung bei Hauptprozessoren bei Weitem nicht so schnell voranschreitet wie im Bereich der Grafikkarten, kann es aber durchaus sein, dass auch die Vorgänger-Generationen, sofern noch verfügbar, manchmal gute Angebote hervorbringen, vom Gebrauchtmarkt ganz zu schweigen. Grob gesagt kann auch eine High-End-CPU von vor 5 Jahren heute noch genug Leistung zum Spielen bringen, insbesondere wenn man diese übertaktet. Wie viel Leistung eine ältere CPU im Vergleich zu einer neueren bringt, erfahrt ihr beispielsweise auf der Website CPUbenchmark – dort lassen sich Leistungsdaten verschiedener CPUs miteinander vergleichen.

Was ist der Turbotakt?

Mehr Takt = mehr Leistung, so weit, so klar. CPUs takten sich dynamisch herauf und herunter, je nachdem wie viel Leistung die laufende Anwendung, zum Beispiel ein Spiel, gerade anfordert. Dies dient der Energieeffizienz und sorgt für niedrigere Temperaturen in Momenten mit geringeren Leistungsanforderungen. Prozessoren können aber auch über den Standard-Maximaltakt hinaus Leistung erbringen, wenn eine Anwendung besonders viel Leistung erfordert. Der Turbotakt stellt hier das Maximum dar, dieser kann in der Regel aber nur für kurze Zeit, mitunter nur auf einigen oder einem der Prozessorkerne erreicht werden. Die CPU misst mehrfach in der Sekunde die eigene Temperatur und sobald ein kritisches Wärmeniveau erreicht wird, regelt sie die Leistung wieder herunter.

Wie funktioniert Übertaktung/Overclocking?

Nach einem ähnlichen Prinzip wie der Turbotakt funktioniert Übertaktung – eine Möglichkeit, mit der Profis mehr Leistung aus der CPU herauskitzeln. Im BIOS oder über eine Software können die Temperatur-Limits der CPU angepasst werden, sodass der Prozessor außerhalb der vom Hersteller definierten Spezifikationen läuft und teilweise erheblich höhere Taktraten bringt.

Eine gute Kühlung verschafft hier mehr Spielraum – allerdings muss man beim Overclocking in Kauf nehmen, dass sich die Lebenszeit des Prozessors verkürzen und das System instabil werden kann. Profis verbinden Übertakten (Overclocking) deshalb häufig mit einer Absenkung der Kernspannung (Undervolting), wodurch weniger Wärme erzeugt und mehr Spielraum für höhere Taktraten geschaffen wird. Wie gut ein Prozessor übertaktbar ist, hängt sowohl vom Prozessortyp als auch vom individuellen Prozessor ab – aus manchen CPUs lässt sich deutlich mehr als aus anderen des gleichen Typs herauskitzeln.

Anfänger im Bereich Übertaktung sollten sich umfassend im Netz zum Thema einlesen, sich dann schrittweise an die optimalen Taktfrequenzen ihres individuellen Prozessors herantasten, die Stabilität ihres Systems mit Lasttests über eine längere Zeit überprüfen und beim Festlegen des finalen Overclocking-Niveaus Spielräume einberechnen, etwa für höhere Zimmertemperaturen in den Sommermonaten. In der Regel kann man über das System-BIOS bzw. UEFI-Menü alle Übertaktungsparameter einstellen. Nutzer von AMD-Prozessoren können auch das bequeme Windows-Tool AMD Ryzen Master verwenden.

Was ist Hyperthreading?

Intel verwendet den Namen Hyperthreading (HT), AMD nennt es Simultaneous Multithreading (SMT) – beides bezeichnet das Gleiche: Ein Prozessorkern wird fürs System „geteilt“ und leistet dasselbe wie zwei logische CPU-Kerne mit halbem Takt. Anders formuliert: 1 Kern kann 2 Threads (Prozessoraufgaben) gleichzeitig bearbeiten. Manchmal findet man daher in CPU-Spezifikationen Angaben wie „4C/8T“ (4 Kerne, 8 Threads), wenn die CPU Hyperthreading unterstützt, oder „4C/4T“ bei einer CPU ohne HT/SMT.

Von Vorteil ist Hyperthreading insbesondere für Anwendungen, die performanter laufen, wenn sie parallelisiert, also für die Nutzung von mehr Kernen optimiert sind oder wenn mehrere Anwendungen gleichzeitig laufen. Je nach Spiel bringt Hyperthreading mal einen kleinen Bonus, mal einen kleinen Malus in der Performance. In den letzten Jahren kamen aber immer mehr Spiele auf den Markt, die von HT/SMT deutlich profitieren.

Alle von uns empfohlenen Prozessoren unterstützen HT/SMT. Die Funktion lässt sich über das BIOS deaktivieren. Wir empfehlen aber, im Zweifel die Funktion aktiv zu lassen.

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