Zusammen mit der Grafikkarte bestimmt im Wesentlichen der Prozessor, englisch Central Processing Unit oder kurz „CPU“, die Leistungskraft eines Spiele-PCs. Sowohl das Angebot von Intel als auch das vom direkten Konkurrenten AMD wird immer vielfältiger. GIGA hat die aktuell besten CPUs verschiedener Preisklassen herausgesucht und erklärt euch, was ihr vor dem Kauf unbedingt wissen solltet.

Die besten Gaming-Prozessoren 2022: Alle GIGA-Empfehlungen im Überblick

Eine allgemeine Antwort auf die Frage, welcher Prozessor der beste ist, gibt es nicht. Benchmark-Ergebnisse sind nämlich nur einer von zahlreichen Aspekten, die es vor dem Kauf einer CPU zu beachten gilt. In den meisten Fällen geht es vielmehr darum, das Maximum an Leistung aus eurem Budget herauszuholen. Ebenso von Bedeutung ist der konkrete Einsatzbereich, da sich nicht jeder Prozessor gleichermaßen gut für bestimmte Verwendungszwecke eignet. Wir stellen euch daher mehrere Prozessoren von Intel und AMD vor, die sich sowohl für budgetfreundliche Builds aber auch für absolute Highend-Rechner eignen.

GIGA-Preis­­tipp Einsteiger-CPU Profi-CPU Highend-CPU
Modell Intel Core i5-12600K AMD Ryzen 5 5600X Intel Core i3-12100 Intel Core i7-12700K AMD Ryzen 7 5800X Intel Core i9-12900K AMD Ryzen 9 5950X
Preis (ca.) 300 Euro 270 Euro 145 Euro 430 Euro 355 Euro 610 Euro 720 Euro
Vorteile Ideal für aktuelle Games Guter Allrounder Integrierte Grafikeinheit Single-Core-Performance Multi-Core-Performance Beste Gesamtperformance Exzellente Performance
Nach­teile Kein Kühler enthalten Keine integrierte Grafik Wenig zukunftssicher Verhältnismäßig teuer Nicht die beste CPU für Games Hoher Preis Extrem teuer
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Deshalb könnt ihr GIGA vertrauen

Wir betreiben für jeden Artikel dieser Art intensive Recherche, damit wir das gewonnene Wissen hinterher kompakt und vor allem verständlich an unsere Leserinnen und Leser weitergeben können. Ebenso werden alle gelisteten Produkte stets mit Sorgfalt ausgewählt und ebenso verschiedene Einsatzzwecke sowie Preissegmente berücksichtigt. Weitere Infos zu unseren Kaufberatungen findet ihr übrigens im Artikel „So beraten wir“.

Ich selbst begeistere mich bereits seit meiner Kindheit für Videospiele und die dafür notwendige Hardware. Meinen ersten eigenen Gaming-Rechner habe ich bereits im Jahr 2012 zusammengebaut und seitdem sind noch zahlreiche weitere gefolgt. Jegliches Wissen in Bezug auf Games sowie (PC-) Hardware habe ich mir über die Jahre also selbst angeeignet – oft zur Freude meiner Familie oder meines Freundeskreises. Dort bin ich meist die erste Anlaufstelle wenn es darum geht, etwas zu reparieren oder sie bei der Anschaffung neuer Geräte zu beraten.

Für diesen Artikel wurde ich außerdem tatkräftig durch meine beiden geschätzten Kollegen Robert Kohlick und Frank Ritter unterstützt. Beide sind stets auf dem Stand der Dinge, was PC-Hardware angeht und haben deshalb immer eine passende Antwort parat, wenn es um technische Detailfragen geht. Um euch den bestmöglichen Überblick verschaffen zu können, haben wir uns neben eigenen Erfahrungen auch auf Nutzerwertungen sowie externe Testinstitutionen gestützt.

GIGA-Preistipp Intel: Core i5-12600K

Intel Core i5-12600K (BOX)
Intel Core i5-12600K (BOX)
Preis kann jetzt höher sein. Preis vom 07.08.2022 21:52 Uhr

Vorteile

  • Top-Preis
  • Integrierte Grafikeinheit
  • Ideal für Gaming und produktive Zwecke

Nachteile

  • Kein Kühler enthalten

Unser Preistipp ist der Intel Core i5-12600K, der in der neuesten Generation einige Neuerungen spendiert bekommen hat. Allen voran ist das die Verteilung der insgesamt 10 Kerne – allerdings sind nur 6 davon sogenannte „Performance-Kerne“, wohingegen es sich bei den restlichen 4 Kernen um Effizienzkerne handelt, die für weniger anspruchsvolle Aufgaben vorgesehen sind. Das tut der Gesamtleistung dennoch keinen Abbruch, denn mit einem Basistakt von 3,7 GHz und einem maximalen Turbotakt von 4,9 GHz wird die CPU mit so ziemlich allem spielend fertig. Der K-Suffix bedeutet außerdem, dass der Prozessor durch den freien Multiplikator bei Bedarf nochmal übertaktet werden kann.

GIGA-Preistipp AMD: Ryzen 5 5600X

AMD Ryzen 5 5600X (BOX)
AMD Ryzen 5 5600X (BOX)
Preis kann jetzt höher sein. Preis vom 07.08.2022 16:24 Uhr

Vorteile

  • Top-Preis
  • Kühler im Lieferumfang enthalten
  • Guter Allrounder auch abseits von Gaming

Nachteile

  • Kein integrierter Grafikchip

Der Preistipp bei der Konkurrenz fällt auf den AMD Ryzen 5 5600X, der ähnlich leistungsfähig ist. Das Modell verfügt dabei über 6 Kerne mit 12 Threads und einem Basistakt von 3,7 GHz sowie einem maximalen Turbotakt von 4,6 GHz. Im Vergleich zur Vorgängergeneration soll sich laut AMD unter anderem die Single-Core-Performance verbessert haben, die bisher ja einer der größten Schwachpunkte im Vergleich zu Intel war. Wo die CPU ihre Konkurrenz aber ganz klar abhängt: Die durchschnittliche Leistungsaufnahme (TDP) wird hier mit gerade mal 65 Watt angegeben. Der Core i5-12600K hingegen benötigt im Schnitt fast doppelt so viel Strom.

Einsteiger-CPU Intel: Core i3-12100

Intel Core i3-12100 (BOX)
Intel Core i3-12100 (BOX)
Preis kann jetzt höher sein. Preis vom 07.08.2022 21:12 Uhr

Vorteile

  • Gute Einsteiger-CPU
  • Kühler im Lieferumfang enthalten
  • Integrierte Grafikeinheit
  • Ideal für ältere oder weniger anspruchsvolle Spiele

Nachteile

  • Wenig zukunftssicher
  • Nur bedingt geeignet für AAA-Spiele

Der Core-i3 12100 stellt einen günstigen Einstieg in die neueste Alder-Lake-Serie von Intel dar und eignet sich daher auch ideal für preisbewusste Gaming-Rechner. Wer außerdem von den Lieferschwierigkeiten der aktuellen Konsolengeneration genervt ist und derzeit nach einer Alternative sucht, könnte hier ebenso fündig werden. Mit 4 Kernen und eher niedrigen Taktfrequenzen von 2,2 GHz und respektive 4,1 GHz im Turbo bewegt sich die CPU zwar nicht auf Highend-Niveau, aber für Indie-Games oder ältere Spiele sollte die Leistung definitiv ausreichend sein. Weiterer Vorteil ist außerdem der enthaltene Lüfter, durch den ihr theoretisch zusätzliche Kosten einspart. Die integrierte Intel UHD Graphics 730 kann darüber hinaus solange als Übergangslösung dienen bis ihr eine passende Grafikkarte gefunden habt.

Profi-CPU Intel: Core i7-12700K

Intel Core i7-12700K (BOX)
Intel Core i7-12700K (BOX)
Preis kann jetzt höher sein. Preis vom 07.08.2022 23:25 Uhr

Vorteile

  • Hohe Single-Core-Per­for­mance
  • Integrierter Grafik­chip
  • Bestens geeignet für anspruchsvolle Games

Nachteile

  • Hoher Preis
  • Kein Kühler enthalten

Wenn es darum geht, das Maximum an FPS aus euren Spielen herauszukitzeln, dann ist der Intel Core i7-12700K sicher eine gute Wahl. Die CPU verfügt über 12 Kerne und taktet mit jeweils 3,6 GHz – respektive 5,0 GHz im Turbotakt. Der K-Suffix am Ende der Modellbezeichnung signalisiert außerdem einen offenen Multiplikator, der unter anderem das Übertakten des Prozessors ermöglicht. Es befindet sich übrigens kein Kühler im Lieferumfang, was aber verschmerzbar ist. Aufgrund der enormen Leistung sollte man hier ohnehin in eine potente Luft- oder Wasserkühlung investieren.

Profi-CPU AMD: Ryzen 7 5800X

AMD Ryzen 7 5800X (BOX)
AMD Ryzen 7 5800X (BOX)
Preis kann jetzt höher sein. Preis vom 07.08.2022 23:48 Uhr

Vorteile

  • Hohe Multi-Core-Per­for­mance
  • Herausragende Performance in Spielen
  • Bestens geeignet für rechenintensive Anwendungen

Nachteile

  • Kein integrierter Grafikchip
  • Kein Kühler im Lieferumfang

Solltet ihr neben dem Zocken auch andere rechenintensive Anwendungen wie Streaming oder Videoschnitt nutzen, dann wäre der Ryzen 7 5800X eine weitere Alternative in dem Preisbereich. Hier erhaltet ihr insgesamt 8 Kerne mit einem etwas höherem Basistakt wie bei der Intel-Variante, aber dafür einem etwas niedrigerem Turbotakt von 4,7 GHz. Auf einen Kühler wurde bei diesem Modell ebenfalls verzichtet, was vor einem Kauf entsprechend berücksichtigt werden sollte.

Highend-CPU Intel: Core i9-12900K

Intel Core i9-12900K (BOX)
Intel Core i9-12900K (BOX)
Preis kann jetzt höher sein. Preis vom 07.08.2022 21:42 Uhr

Vorteile

  • Beste Gesamtper­for­mance in Spielen
  • Hohes Übertaktungs­po­ten­zial
  • Ideal für Gaming und professionelle Anwendungen geeignet

Nachteile

  • Hoher Preis

Ihr wollt Leistung satt? Wie wäre es mit dem Intel Core i9-12900K mit insgesamt 16 Kernen und 24 Threads? Der Basistakt bei diesem Modell beläuft sich auf 3,2 GHz, der maximale Turbotakt auf 5,2 GHz. Zwar kostet dieser Prozessor ein kleines Vermögen, dafür gibt es derzeit kaum eine andere Mainstream-CPU, die vor allem in Spielen derart viel Leistung liefert.

Einzig und allein in rechenintensiven Anwendungen wie Videoencodierung oder -rendering hat der Prozessor im Gegensatz zur Konkurrenz von AMD das Nachsehen. Hier wäre die untenstehende Alternative vermutlich die bessere Wahl.

Highend-CPU AMD: Ryzen 9 5950X

AMD Ryzen 9 5950X (BOX)
AMD Ryzen 9 5950X (BOX)
Preis kann jetzt höher sein. Preis vom 07.08.2022 22:26 Uhr

Vorteile

  • Exzellente Per­for­mance in Spielen
  • Hohes Übertaktungs­po­ten­zial
  • Ideal für rechenintensive Anwendungen und Gaming geeignet

Nachteile

  • Extrem teuer

Sollte Geld keine Rolle spielen, dann seid ihr mit dem AMD Ryzen 9 5950X bestens bedient. Euch stehen 16 Kerne und insgesamt 32 Threads zur Verfügung – jeweils mit einem Basistakt von 3,4 GHz und einem maximalen Turbotakt von 4,9 GHz. Solltet ihr euch also die Möglichkeit offen halten wollen, zukünftig auch Videos zu bearbeiten oder zu streamen, wäre die Ryzen-CPU eine hervorragende Wahl. Wer nur an den maximalen FPS in Games interessiert ist, greift hingegen entsprechend zum Pendant von Intel.

Gaming-Prozessor kaufen: Das sollte man vorher wissen

Den richtigen Prozessor finden: Was sind meine Ansprüche?

Bevor ihr einen Prozessor für euren Rechner kauft, solltet ihr euch zunächst Gedanken über den geplanten Einsatzzweck machen:

  • Möchtet ihr euren PC ausschließlich zum Spielen nutzen? Welche Art von Games und in welcher Qualität möchtet ihr zocken?
  • Zockt ihr in gleichem Maße anspruchsvolle Games und nutzt parallel andere rechenintensive Anwendungen – wie etwa Streaming, Videoschnitt oder 3D-Rendering?
  • Sucht ihr nur nach einer möglichst günstigen Alternative, um in den Genuss von PC-Gaming zu kommen?

Ein passabler Spiele-PC der letzten Jahre samt einer aktuellen CPU stemmt Office-Anwendungen, Browsing und dergleichen problemlos. Moderne Spiele stellen in aller Regel aber hohe Anforderungen an die Leistung eines Rechners. Bei anspruchsvolleren Tasks wie Videoschnitt, 3D-Modellierung, Bildbearbeitung, Software-Entwicklung oder CAD braucht man ebenfalls einiges an Rechenkraft – auch hier sind leistungsfähige Komponenten, die sonst auch in Spiele-PCs stecken, förderlich. Idealerweise ergänzen sich beide Anwendungsfälle und man stellt sich einen PC zusammen, der sowohl Games als auch professionelle Anwendungen „packt“. Je nach Anwendungszweck benötigt ihr demnach die entsprechende Leistung. Der Prozessor allein ist aber noch kein ganzer Gaming-PC, weshalb die restlichen Komponenten ebenso aufeinander abgestimmt sein müssen.

Unser Tipp: Wer möglichst viel sparen möchte, um ausschließlich ältere oder weniger anspruchsvoller Titel zu spielen, greift stattdessen zu einer preiswerten CPU mit integrierter Grafikeinheit und beiliegendem Lüfter.

Intel vs. AMD: Das sind die Unterschiede

Der größte Unterschied zwischen beiden Herstellern liegt im entsprechenden Mainboard-Sockel, in den der Prozessor „eingelegt“ wird, und der jeweiligen Plattform: Intel und AMD verwenden nämlich unterschiedliche Standards, die parallel zu den neuen Prozessorgenerationen weiterentwickelt werden und mechanisch nicht miteinander kompatibel sind.

Intel aktualisiert seine Sockel weitaus häufiger als AMD und verwendet mit der 12. Generation ihrer Chips den neuen LGA-1700-Sockel. Der ist im Vergleich zur Vorgängergeneration etwas gewachsen, wodurch sich die Montageposition (78x78 mm) geändert hat – ältere Mainboards sind also nicht mehr kompatibel. Stattdessen gibt es ein Lineup aktueller Motherboards, das extra für den neuen Sockel konzipiert wurde: Z690, H670, B660 oder H610.

AMD verwendet derzeit den AM4-Sockel, der bereits für die ersten Ryzen-Prozessoren verwendet wurde. Auch mit der aktuellen Zen-3-Generation verwendet AMD den Sockel weiter, allerdings funktionieren einige ältere Chipsätze nur eingeschränkt oder gar nicht mehr mit den neuesten CPUs. In manchen Fällen ist außerdem ein BIOS-Update notwendig, um die Kompatibilität zu gewährleisten:

  • X370, X470 und X570
  • B350, B450 und B550
  • A320 und A520

Wer aber aktuelle Features wie etwa PCIe 4.0 nutzen möchte, sollte dennoch auf eines der aktuellen Modelle zurückgreifen. Unterm Strich kann man festhalten, dass die AMD-Plattformen etwas nutzerfreundlicher sind, wenn man vorhat, gelegentlich einzelne Komponenten aufzurüsten. Mit dem bevorstehenden Umstieg auf Zen 4 wird AMD sich Ende des Jahres dennoch vom AM4-Sockel verabschieden, der dann vom neuen Standard AM5 ersetzt wird.

Die wichtigsten Suffixe erklärt: WOF, BOX, Tray und Co.

Beim Kauf eines Prozessors könnt ihr unabhängig vom Modell in der Regel drei unterschiedliche Varianten erwerben: WOF („Without Fan“), BOX („Boxed“) und Tray. Die ersten beiden sind dabei relativ selbsterklärend, da die WOF-Version keinen Kühler enthält, die Boxed-Version in der Regel aber schon, sofern es nicht anders angegeben wird. Bei der Tray-Version handelt es sich um eine CPU, die üblicherweise in großen Mengen an Originalgerätehersteller (OEM) ausgeliefert werden. Beim Kauf erhaltet ihr daher meistens keine Originalverpackung und ebenfalls gibt es seitens des eigentlichen Produzenten, also Intel oder AMD, keine oder nur verkürzte Garantieleistungen.

Es gibt außerdem noch weitere wichtige Unterschiede bei Prozessoren, auf die ihr vor einem Kauf unbedingt achten solltet:

  • Intel-CPUs verfügen nur in den jeweiligen K-Versionen über einen offenen Multiplikator, der wiederum das Übertakten möglich macht. Dafür ist standardmäßig bei jedem Modell eine integrierte Grafikeinheit vorhanden. Einzige Ausnahme bilden Intel-CPUs mit jeweiligen Suffix am Ende – beispielsweise der Intel Core-i5 12400F.
  • Bei AMD ist das Übertakten in der Regel bei allen Modellen möglich, wobei sich die leistungsfähigeren X-Versionen meist nochmal besser dafür eignen. Dafür fehlt den meisten CPUs die integrierte Grafik, außer es handelt sich um ein Modell mit G-Suffix – wie etwa beim AMD Ryzen 5 5600G.

Was ist Hyperthreading?

Intel verwendet den Namen Hyperthreading (HT), AMD nennt es Simultaneous Multithreading (SMT) – beides bezeichnet das Gleiche: Ein Prozessorkern wird fürs System „geteilt“ und leistet dasselbe wie zwei logische CPU-Kerne mit halbem Takt. Anders formuliert: 1 Kern kann 2 Threads (Prozessoraufgaben) gleichzeitig bearbeiten. Manchmal findet man daher in CPU-Spezifikationen Angaben wie „4C/8T“ (4 Kerne, 8 Threads), wenn die CPU Hyperthreading unterstützt, oder „4C/4T“ bei einer CPU ohne HT/SMT.

Von Vorteil ist Hyperthreading insbesondere für Anwendungen, die performanter laufen, wenn sie parallelisiert, also für die Nutzung von mehr Kernen optimiert sind oder wenn mehrere Anwendungen gleichzeitig laufen. Je nach Spiel bringt Hyperthreading mal einen kleinen Bonus, mal einen kleinen Malus in der Performance. In den letzten Jahren kamen aber immer mehr Spiele auf den Markt, die von HT/SMT deutlich profitieren.

Alle von uns empfohlenen Prozessoren unterstützen HT/SMT. Die Funktion lässt sich über das BIOS deaktivieren. Wir empfehlen aber, im Zweifel die Funktion aktiv zu lassen.

Was ist der Turbotakt?

Mehr Takt = mehr Leistung, so weit, so klar. CPUs takten sich dynamisch herauf und herunter, je nachdem wie viel Leistung die laufende Anwendung, zum Beispiel ein Spiel, gerade anfordert. Dies dient der Energieeffizienz und sorgt für niedrigere Temperaturen in Momenten mit geringeren Leistungsanforderungen. Prozessoren können aber auch über den Standard-Maximaltakt hinaus Leistung erbringen, wenn eine Anwendung besonders viel Leistung erfordert – der Turbotakt stellt das Maximum dar. Dieser kann in der Regel aber nur für kurze Zeit, mitunter nur auf einigen oder einem der Prozessorkerne erreicht werden. Die CPU misst mehrfach in der Sekunde die eigene Temperatur und sobald ein kritisches Wärmeniveau erreicht wird, regelt sie die Leistung wieder herunter.

Wie funktioniert Overclocking?

Nach einem ähnlichen Prinzip wie der Turbotakt funktioniert Übertaktung – eine Möglichkeit, mit der Profis mehr Leistung aus der CPU herauskitzeln. Im BIOS oder über eine Software können die Temperatur-Limits der CPU angepasst werden, sodass der Prozessor außerhalb der vom Hersteller definierten Spezifikationen läuft und teilweise erheblich höhere Taktraten bringt.

Was ist das BIOS überhaupt fragt ihr euch? Im folgenden Video erklären wir es euch:

Was sind BIOS und UEFI? – TECHfacts Abonniere uns
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Eine gute Kühlung verschafft hier mehr Spielraum – allerdings muss man beim Overclocking (kurz: „OC“) in Kauf nehmen, dass sich die Lebenszeit des Prozessors verkürzen und das System instabil werden kann. Profis verbinden Übertakten (Overclocking) deshalb häufig mit einer Absenkung der Kernspannung (Undervolting), wodurch weniger Wärme erzeugt und mehr Spielraum für höhere Taktraten geschaffen wird. Wie gut ein Prozessor übertaktbar ist, hängt sowohl vom Prozessortyp als auch von der Güteklasse des Prozessors ab – aus manchen CPUs lässt sich deutlich mehr als aus anderen des gleichen Typs herauskitzeln. Einige sprechen in dem Kontext auch von der „Silicon Lottery“, die ihr in diesem Fall dann gewonnen hättet.

Anfänger im Bereich Übertaktung sollten sich umfassend im Netz zunächst ausgiebig zum Thema einlesen. Erst dann solltet ihr euch schrittweise an die optimalen Taktfrequenzen des jeweiligen Prozessors herantasten. In der Regel kann man über das System-BIOS bzw. UEFI-Menü alle Übertaktungsparameter einstellen. Nutzer von AMD-Prozessoren können auch das bequeme Windows-Tool AMD Ryzen Master verwenden.

Unser Tipp: Prüft die Stabilität des Systems immer wieder mit Lasttests, die ihr über eine längere Zeit laufen lasst. Hierfür eignet sich mitunter das beliebte Tool Prime95. Denkt außerdem daran, dass ihr beim Festlegen des finalen Overclocking-Niveaus Spielräume mit einberechnet – etwa für höhere Zimmertemperaturen in den Sommermonaten.

CPU kaufen: Neu, alt oder gebraucht?

Wir haben uns in unserer Auswahl auf Prozessormodelle der aktuellsten Generationen beschränkt. Da die technische Entwicklung bei Hauptprozessoren bei Weitem nicht so schnell voranschreitet wie im Bereich der Grafikkarten, kann es aber durchaus sein, dass auch die Vorgänger-Generationen, sofern noch verfügbar, manchmal gute Angebote hervorbringen, vom Gebrauchtmarkt ganz zu schweigen. Grob gesagt kann auch eine High-End-CPU von vor 5 Jahren heute noch genug Leistung zum Spielen bringen, insbesondere wenn man diese übertaktet. Wie viel Leistung eine ältere CPU im Vergleich zu einer neueren bringt, könnt ihr beispielsweise auf entsprechenden Benchmark-Websiten erfahren – dort lassen sich nämlich Leistungsdaten verschiedener CPUs direkt miteinander vergleichen.