Die wichtigste und gleichzeitig teuerste Komponente in einem Gaming-PC ist fast immer die Grafikkarte. Deshalb sollte die Entscheidung für das Herzstück eines jeden Rechners stets wohlüberlegt sein. GIGA stellt die besten Modelle verschiedener Preisbereiche vor und erklärt, was man vor dem Kauf unbedingt beachten sollte.

Gaming-Grafikkarten 2022: Alle GIGA-Empfehlungen im Überblick

Ähnlich wie bei Gaming-Prozessoren konkurrieren bei Grafikkarten derzeit zwei große Unternehmen miteinander: Nvidia und AMD. Beide Hersteller werben dabei mit besonderen Features, über die ihre jeweiligen Modelle verfügen. Die Wahl eurer nächsten Grafikkarte sollte also nicht nur vom jeweiligen Preis abhängen, sondern ebenso von den Zusatzfunktionen, die ihr womöglich nutzen wollt. Allen voran wären das etwa G-Sync oder FreeSync – zwei ähnlich funktionierende Technologien zur Vermeidung von sogenanntem Screen-Tearing. Das und mehr erklären wir euch in den folgenden Zeilen, damit ihr garantiert die richtige Entscheidung trefft.

GIGA-Tipp AMD Radeon RX 6600 XTNvidia GeForce RTX 3070 TiPreistipp Nvidia GeForce RTX 3050Nvidia GeForce RTX 3080
  • Genug Leistung für die meisten Mainstream-Titel
  • AMD-Treiber oft fehleranfällig
  • Perfekt geeignet für aktuelle AAA-Spiele
  • Hoher Preis
  • Ideal für Budget-PCs
  • Wenig zukunftssicher
  • Nahezu jedes AAA-Spiel mühelos in 4K bei 60 FPS spielbar
  • Benötigt leistungsstarken PC für optimale Leistung
ab 478 Euro ab 749 Euro ab 347 Euro ab 949 Euro

Deshalb könnt ihr GIGA vertrauen

Wir betreiben für jeden Artikel dieser Art intensive Recherche, damit wir das gewonnene Wissen hinterher kompakt und vor allem verständlich an unsere Leserinnen und Leser weitergeben können. Ebenso werden alle gelisteten Produkte stets mit Sorgfalt ausgewählt und ebenso verschiedene Einsatzzwecke sowie Preissegmente berücksichtigt. Weitere Infos zu unseren Kaufberatungen findet ihr übrigens im Artikel „So beraten wir“.

Ich selbst begeistere mich bereits seit meiner Kindheit für Videospiele und die dafür notwendige Hardware. Meinen ersten eigenen Gaming-Rechner habe ich bereits im Jahr 2012 zusammengebaut und seitdem sind noch zahlreiche weitere gefolgt. Jegliches Wissen in Bezug auf Games sowie (PC-) Hardware habe ich mir über die Jahre also selbst angeeignet – oft zur Freude meiner Familie oder meines Freundeskreises. Dort bin ich meist die erste Anlaufstelle wenn es darum geht, etwas zu reparieren oder sie bei der Anschaffung neuer Geräte zu beraten.

Für diesen Artikel wurde ich außerdem tatkräftig durch den wertvollen Input meines geschätzten Kollegen Robert Kohlick unterstützt. Er ist stets auf dem Stand der Dinge, was Gaming-Hardware angeht und hat deshalb immer eine Antwort parat, wenn es um technische Detailfragen geht. Um euch den bestmöglichen Überblick verschaffen zu können, haben wir uns neben eigenen Erfahrungen auch auf Nutzerwertungen sowie externe Testinstitutionen gestützt.

GIGA-Tipp: AMD Radeon RX 6600 XT

Bildquelle: XFX

Vorteile

  • Genug Leistung für aktuelle AAA-Spiele in 60 FPS
  • Weniger anspruchsvolle Games mit 144 FPS und mehr spielbar

Nachteile

  • AMD-Treiber oft fehleranfällig

Wir starten unsere Liste mit der XFX Speedster SWFT 210 Radeon RX 6600 XT Core Gaming, die angesichts der aktuellen Lage derzeit die meiste Leistung fürs Geld bietet. Das hier aufgeführte Modell bildet dabei die Mittelklasse der aktuellen Grafikkartengeneration von „Team Red“. Mit 8 GB Video-RAM und einem Game-Takt von bis zu 2.359 MHz seid ihr für die kommenden Jahre bestens gerüstet. In aktuellen AAA-Spielen knackt die RX 6600 XT daher mühelos die magische Grenze von 60 FPS (Full-HD bei maximalen Einstellungen). Entsprechend können weniger anspruchsvolle Titel – sprich so gut wie jeder kompetitive Shooter – jenseits der 144 FPS gezockt werden.

Leider müsst ihr bei AMD-Karten auf Nvidias Raytracing (RTX) sowie DLSS verzichten. Für letzteres hat AMD mit „FidelityFX Super Resolution“ (FSR) inzwischen aber eine eigene Lösung entwickelt, die ähnlich wie DLSS mehr FPS aus unterstützten Spielen herauskitzelt. Mit der Einführung von DirectX 12 Ultimate ist außerdem „DirectX Raytracing“ (DXR) möglich. Insgesamt handelt es sich bei der AMD Radeon RX 6600 XT um einen gelungenen Allrounder, der definitiv einen Blick wert ist.

Der Allrounder: Nvidia GeForce RTX 3070 Ti

Bildquelle: Asus

Vorteile

  • Perfekt für anspruchsvollere Titel in WQHD mit mind. 60 FPS
  • Geeignet für eSport-Titel mit 144 FPS oder mehr
  • Unterstützt RTX und DLSS
  • Neuester NVENC-Standard für Streaming

Nachteile

  • Benötigt ausreichend großes Gehäuse
  • Hoher Preis

Mit der Asus TUF Gaming GeForce RTX 3070 Ti machen wir gleich zwei gewaltige Sprünge: bei der Leistung und damit (leider) auch beim Preis. Ursprünglich hatte Nvidia das Modell als erschwingliche Mittelklasse vermarktet, doch die Realität sieht derzeit gänzlich anders aus. Mit 8 GB VRAM und einem Boost-Takt von 1.800 MHz liefert die GPU zwar Leistung satt, doch preislich bewegt sie sich eher in den Gefilden damaliger Highend-Grafikkarten. Auch die Tatsache, dass es sich hierbei um ein Modell mit „Lite Hash Rate“ (LHR), hat daran nichts geändert. Trotz derartiger Maßnahmen, um Karten für Krypto-Mining weniger attraktiv zu machen, scheint die Nachfrage ungebrochen zu sein.

Wer noch weitere Argumente für den Kauf brauchen sollte: Da es sich um eine Grafikkarte der RTX-Serie handelt, unterstützt diese entsprechend Raytracing sowie DLSS. Außerdem macht der hauseigene Nvidia Encoder (NVENC) in der neuesten Generation die Karte ideal für Streaming oder all jene, die damit anfangen möchten.

Unser Tipp: Wer nicht ganz so viel Power benötigt und auf einige von Nvidias Features verzichten kann, greift stattdessen zur günstigeren Asus DUAL Radeon RX 6700 XT OC.

Preistipp für Einsteiger: Nvidia GeForce RTX 3050

Bildquelle: Gainward

Vorteile

  • Ideal für Budget-PCs
  • Unterstützt RTX und DLSS
  • Mainstream-Titel wie Fortnite laufen in hohen Details und Full-HD flüssig

Nachteile

  • Für anspruchsvolle Spiele meist zu wenig Leistung
  • Wenig zukunftssicher

Budgetorientierte Gamer können aufatmen. Die Gainward GeForce RTX 3050 Ghost ist Nvidias neueste Einsteiger-GPU, die endlich auch mit aktuellen Features wie DLSS oder Raytracing daherkommt. Wer die maximalen FPS fürs Geld möchte, sollte auf letzteres aber vermutlich verzichten. Im Gegensatz zum Vorgänger in Form der GTX 1650 verfügt dieses Modell außerdem über satte 8 GB Videospeicher, was die Karte somit deutlich zukunftssicherer macht.

Wer nach einem günstig Einstieg sucht, um Dauerbrenner wie Fortnite oder Apex Legends flüssig spielen zu können, ist hier genau richtig. Doch auch grafisch anspruchsvollere Games sind durchaus möglich und mit angeschaltetem DLSS dürfte die Karte umso erstaunlichere Resultate liefern. Wer ein stark begrenztes Budget zur Verfügung hat und ohnehin nur in Full-HD zockt, kommt an der RTX 3050 derzeit wohl kaum vorbei.

Highend-Grafikkarte: Nvidia GeForce RTX 3080

Bildquelle: Asus

Vorteile

  • Beste Gesamtperformance
  • Ideal für 4K-Gaming mit 60 FPS und mehr
  • Unterstützt RTX und DLSS
  • Neuester NVENC-Standard für Streaming

Nachteile

  • Benötigt ausreichend großes Gehäuse
  • Extrem teuer

Willkommen im Highend-Bereich. Die Asus ROG Strix 3080 V2 OC gehört zu den Top-Modellen unter den Grafikkarten. Sie wird nur noch von der RTX 3090 (Ti) getoppt. Da die aber unverhältnismäßig teuer ist und sich der Leistungsunterschied in Spielen in Grenzen hält, haben wir uns dann doch für die RTX 3080 entschieden. Wer heutzutage also (annähernd) das Maximum an Leistung möchte, sollte bereit sein, entsprechend zu investieren: Diese Variante der RTX 3080 kostet mit über 1.000 Euro nämlich so viel wie so mancher Gaming-PC. Im Übrigen handelt es sich erneut um ein Modell mit LHR, also einer reduzierten Hash-Rate beim Schürfen von Kryptowährungen.

Dafür bietet diese GPU genug Leistung, um alle aktuellen Spiele mit maximalen Einstellungen in 4K-Auflösung zu spielen, ohne sich dabei Gedanken um zu niedrige Bildraten machen zu müssen. Wer aber zusätzlich noch Raytracing aktiviert, sollte gerade in neueren Spielen stellenweise trotzdem mit Framerate-Einbrüchen rechnen. Wenn es bei einem Spiel doch mal eng wird, kann bei Bedarf DLSS aktiviert werden, wodurch die Grafikkarte dann definitiv genug FPS ausspucken sollte.

Gaming-Grafikkarte kaufen: Das sollte man wissen

Die richtige Grafikkarte finden: Was sind meine Ansprüche?

Vor dem Kauf einer Grafikkarte solltet ihr euch klar machen, was genau eure Grafikkarte leisten soll:

  • Reicht es euch aus, in hohen Einstellungen auf Full-HD mit 60 Bildern pro Sekunde zu spielen? Spielt ihr in erster Linie grafisch weniger intensive Titel wie CS:GO, Rocket League, Overwatch, LoL oder Fortnite? Dann kann euer Grafikkarten-Budget deutlich kleiner ausfallen und euch sollte ein Einsteigermodell genügen – etwa eine Nvidia Geforce GTX 1650/1660 oder RTX 2060/3060. Bei AMD wären das entsprechend die AMD Radeon RX 580 oder 5600/6600.
  • Wer hingegen einen Gaming-Monitor mit 144 Hz und höherer Auflösung voll ausreizen will, sollte mindestens eine Mittelklasse-Grafikkarte kaufen. Eine Nvidia GeForce RTX 2070/3070 oder AMD Radeon RX 5700/6700 erscheinen hier sinnvoll.
  • Wer ein zukunftssicheres Modell will, mit dem man auch in einigen Jahren noch auf einem zeitgemäßen technischen Niveau spielen kann, sollte sich eine Grafikkarte der neuesten Generation besorgen. Dafür muss man natürlich bereit sein, etwas mehr Geld in die Hand zu nehmen. Hier solltet ihr mindestens zu einer GeForce RTX 3080 oder entsprechend Radeon RX 6800 greifen.

Wie immer gilt: Je mehr Leistung man braucht, desto mehr muss man dafür investieren. Während der Preisunterschied zwischen einer geeigneten Full-HD- und WQHD-Karte noch passabel ausfällt, muss man für einen Sprung auf 4K deutlich mehr Geld ausgeben. Unterstützt euer Monitor zusätzlich G-Sync oder FreeSync, ist es ratsam, die Wahl der Grafikkarte ebenso darauf abzustimmen, sofern ihr von der Technologie Gebrauch machen wollt. (Dazu würden wir euch mit Nachdruck raten!)

Im nachfolgenden Video erklären wir euch die wichtigsten Fakten rund um das Thema FPS, Bildwiederholrate und mehr:

TECHfacts: FPS vs. Bildwiederholrate Abonniere uns
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Grafikkarte vs. GPU – wo liegt der Unterschied?

Beide Begriffe werden häufig synonym verwendet, sie bezeichnen streng genommen aber nicht dasselbe.

Die GPU (Graphics Processing Unit) ist der reine Grafikchip. Er kann auf einer Grafikkarte takten, das ist aber nicht zwangsläufig der Fall. Oft ist die GPU auch auf demselben Chip wie ein Hauptprozessor untergebracht. Im PC-Bereich spricht man in diesem Fall von einer APU (Advanced Processing Unit). Auch Mobilgeräte wie Handys und Tablets kombinieren CPU und GPU auf einem Chip. Weil dort oft noch Controller wie Bildprozessoren für die Kamera (DSP), ein GPS-System sowie Modem-Chips für WLAN, Bluetooth und mobile Daten integriert sind, spricht man hier von einem SoC (System on a Chip).

Die Grafikkarte ist eine Steckkarte, das auf einem Bord neben der GPU auch Kondensatoren, Grafikspeicher (VRAM), meist einen externen Stromanschluss, ein Kühlsystem und weitere Komponenten enthält. Separate Grafikkarten sind in der Regel wesentlich leistungsfähiger als die GPUs in APUs und SoCs – und damit auch fürs Spielen geeignet.

Referenzdesign, Founders Edition, Custom-Modell – was ist das?

Die GPU-Hersteller, also Nvidia und AMD, bieten nur einen Bruchteil der Grafikkarten selbst an. Nvidia bringt zum Marktstart einer neuen Grafikkarte im High-End-Segment oft so genannte „Founders Editions“ heraus – vor den Modellen anderer Hersteller und in limitierter Stückzahl.

Die meisten Grafikkarten werden jedoch von Drittherstellern unter Lizenz hergestellt, bekannte Namen sind ASUS, Sapphire, MSI, Gigabyte, KFA2, Palit, Zotac, Gainward, PNY und Inno3D. Hierbei können sich die Firmen entweder an das Referenzdesign von AMD/Nvidia halten, eine Art „Bauanleitung“. Oder sie modifizieren, in einem durch die Lizenzierung vorgegeben Rahmen, das Board-Design. Die Hersteller-Grafikkarten können so beispielsweise kürzer, dünner, länger oder breiter, höher getaktet sein und/oder das Kühlerdesign verändern. Diese sogenannten Custom-Modelle weichen mitunter erheblich in Leistung, Stromaufnahme, Lautstärke und Übertaktbarkeit vom Referenzdesign ab – und natürlich auch im Preis.

Unser Tipp: Lest euch vor dem Kauf eines Custom-Modells unbedingt Meinungen zu der exakten Karte im Netz durch, damit ihr die Stärken und Schwächen des von euch favorisierten Modells im Vorfeld besser einschätzen könnt.

Die wichtigsten Suffixe erklärt: Super, Ti und XT

Als würden die ganzen Nummern nicht schon für genug Verwirrung sorgen, tragen Grafikkarten teilweise auch noch bestimmte Endungen in ihrem Namen. Diese zeigen in aller Regel an, dass es sich um ein leistungsstärkeres Modell innerhalb der gleichen Serie handelt. Nvidia versieht Karten entweder mit dem Suffix „Super“ oder „Ti“ – letztere stellt dabei die leistungsstärkste Variante der jeweiligen Karte in der Serie dar. AMD handhabt es etwas anders und hängt bei einigen Modellen lediglich die beiden Buchstaben „XT“ an, um zu signalisieren, dass es sich dabei um eine potentere Karte hält.

Zur Veranschaulichung hier nochmal einige Beispiele:

  • Nvidia GeForce RTX 2060 oder 2060 Super
  • Nvidia Geforce RTX 3060 oder 3060 Ti
  • AMD Radeon RX 6600 oder 6600 XT

Flaschenhälse vermeiden

Die beste Grafikkarte der Welt nützt nichts, wenn der eingebaute Prozessor oder die Menge an Arbeitsspeicher vorher zum Flaschenhals wird. Achtet also darauf, dass alle Komponenten in eurem System entsprechend aufeinander abgestimmt sind. Es bringt euch herzlich wenig, wenn ihr 1.000 Euro in eure Grafikkarte investiert und diese dann mit einem Core i3 und 4 GB RAM koppelt. Eine alte, aber immer noch gültige Faustregel besagt, dass die Grafikkarte rund ein Drittel der Gesamtkosten eines Spiele-PCs ausmachen sollte – Peripherie wie Maus, Tastatur und Monitor nicht mitgerechnet.

Ganz gleich für welches Grafikkarten-Modell ihr euch am Ende entscheidet, benötigt ihr in jedem Fall eine ausreichende Stromversorgung. Grafikkarte und Prozessor sind die beiden Komponenten, die in eurem PC erfahrungsgemäß den meisten Strom verbrauchen. Wer seine Grafikkarte upgradet, sollte also darauf achten, dass das Netzteil immer noch genug Luft nach oben bietet, um alle Komponenten ausreichend zu versorgen.

Wer also wissen will, wie viel Strom sein Rechner voraussichtlich verbrauchen wird und wie viel Leistung das Netzteil daher bieten sollte, findet alle notwendigen Informationen dazu in unserer Kaufberatung für Netzteile. Achtet zusätzlich darauf, dass euer Netzteil auch die passende Anzahl an PCIe-Steckern bereitstellt. Manche Grafikkarten kommen bereits mit einem einzelnen Stecker aus, wohingegen leistungshungrigere Modelle mindestens zwei Stecker benötigen.

Nvidia vs. AMD: Die Unterschiede erklärt

Insgesamt bewegen sich die Grafikkartenmodelle beider Hersteller auf einem vergleichbaren Leistungsniveau und eignen sich somit alle gleichermaßen gut zum Zocken. Die eigentlichen Unterschiede finden sich primär in den jeweiligen Zusatzfeatures: hardwarebeschleunigtes Raytracing (RTX oder DXR), Deep Learning Super Sampling (DLSS) oder entsprechend FidelityFX Super Resolution (FSR).

Bei Raytracing handelt es sich um eine Technologie, die für realitätsgetreue Beleuchtung, Schattenwürfe und Spiegelungen innerhalb der Spielwelt sorgt. Allerdings schlägt sich dieser erhöhte Grad an Realismus unmittelbar auf die Leistung nieder und halbiert gerne mal die angezeigten Bilder pro Sekunde.

Im folgenden Video erfahrt ihr noch mehr zu Raytracing und was es so besonders macht:

Was ist denn eigentlich so toll an Raytracing? Abonniere uns
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DLSS oder FSR sollen wiederum genau das Gegenteil bewirken: Durch die Reduzierung der nativen Bildauflösung und einem anschließenden Upscaling mithilfe von maschinellen Lernalgorithmen entsteht in der Regel ein deutliches Leistungsplus. Im Falle von Nvidia wird der Vorgang durch eigens dafür entwickelte Tensor-Cores auf den namensgebenden RTX-Karten beschleunigt. Die erste Iteration von DLSS hatte oftmals noch mit einem verwaschenen Bild zu kämpfen – mit DLSS 2.0, das man zum Beispiel in der PC-Portierung von Death Stranding betrachten kann, hat Nvidia in dieser Hinsicht aber ordentlich nachgebessert. Mittlerweile muss man kaum mehr einen Qualitätsverlust in Kauf nehmen und erhält teils sogar ein schärferes Bild als in der nativen Auflösung.

In Death Stranding sorgt DLSS 2.0 nicht nur für mehr FPS, sondern gleichzeitig für eine schärfere Darstellung. (Bildquelle: Nvidia)

AMD geht mit „FidelityFX Super Resolution“ (FSR) einen sehr ähnlichen weg. Außerdem setzt FSR keine spezielle Hardware voraus, was einen großen Vorteil gegenüber dem Ansatz von Nvidia darstellt. Selbst einige Nvidia-Grafikkarten können die Technologie nutzen – etwa Modelle der GTX 10- oder 16-Serie sowie der RTX 20- und 30-Serie. Das gleiche gilt auch für „DirectX Raytracing“ (DXR), das sich derzeit vor allem bei AMD-GPUs findet, aber ebenso bei bestimmten Nvidia-Karten funktioniert. Letztlich entscheidet ihr euch also vielmehr für einen Hersteller und den damit verbundenen Features.

Unser Tipp: Informiert euch vor dem Kauf darüber, auf welche Funktionen ihr tatsächlich Wert legt und von welchen Spielen sie überhaupt unterstützt werden.

Im untenstehenden Video erklären wir euch die wichtigsten Fakten zu DLSS:

Mehr Grafik-Performance für lau? Das ist DLSS – TECHfacts Abonniere uns
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Ein weiterer bedeutender Unterscheid zwischen GPUs von Nvidia und AMD betrifft vor allem euren Bildschirm: Die Rede ist von G-Sync und FreeSync. Beide Technologien passen die Bildwiederholrate des Monitors flexibel an die Bildrate an, die die Grafikkarte liefert. Somit gehören Bildrisse (Tearing) der Vergangenheit an und die Eingabeverzögerung („Input Lag“) verringert sich. Die Technik sorgt also für ein flüssigeres, direkteres und ruhigeres Spielerlebnis. Inzwischen gibt es Monitore mit der Bezeichnung „G-Sync Compatible“ – hier können Grafikkarten beider Hersteller vom jeweiligen Standard Gebrauch machen. Umgekehrt funktionieren reine G-Sync-Monitore ausschließlich mit Nvidia-Grafikkarten.

Was bedeutet Overclocking und Undervolting?

Ähnlich wie Prozessoren lassen sich auch Grafikkarten übertakten, um auf diese Weise das letzte bisschen an Leistung aus ihnen herauszukitzeln. Dies geschieht meist über entsprechende Software des jeweiligen Herstellers. Inzwischen hat sich MSI Afterburner als klarer Favorit unter den Nutzern herausgestellt. Das Tool kann man problemlos auch für Karten von anderen Herstellern verwenden und die Bedienung ist nach einer kurzen Eingewöhnungszeit durchaus intuitiv.

Grundsätzlich geht es beim Übertakten (Overclocking) darum, die maximale Taktfrequenz der Grafikkarte zu erhöhen, um so noch mehr Leistung herauszuholen. Gleichzeitig muss man aber erhöhte Temperaturen in Kauf nehmen, welche sich unter Umständen negativ auf die Lebensdauer der Grafikkarte auswirken können, in jedem Fall aber für höhere Lüfterdrehzahlen und damit Lärm sorgen. Um dem entgegenzuwirken, kombinieren daher viele Profis das Übertakten mit dem Herabsenken der Kernspannung – auch Undervolting genannt. Hier ist es also ratsam, sich vorher ausgiebig zu informieren.

GPU kaufen: Neu, alt oder gebraucht?

Unsere Auswahl basiert im Wesentlichen auf Grafikkarten der neuesten Generation. Das soll aber nicht heißen, dass es sich nicht auch lohnen kann, einen Blick auf Vorgängermodelle zu werfen. Der ideale Zeitpunkt ist meist dann, wenn eine neue Generation an GPUs in den Startlöchern steht. Dann sind bisherige Modelle zumeist deutlich günstiger zu haben und auch der Gebrauchtmarkt profitiert oftmals von einem weitaus größeren Angebot.

Inzwischen sind aber selbst Einsteiger-GPUs schon so leistungsstark, dass die magische 60-FPS-Grenze in den meisten Spielen absolut kein Problem mehr darstellt, solange ihr euch beim Zocken auf Full-HD beschränkt. Wer hingegen 144 FPS anstrebt, in WQHD oder 4K zocken will, benötigt entsprechend mehr Leistung. Wie schnell eine ältere Grafikkarte im Vergleich zu einer neueren tatsächlich ist, erfahrt ihr auf entsprechenden Benchmark-Webseiten – dort lassen sich üblicherweise die Leistungsdaten verschiedener GPUs direkt miteinander vergleichen.