Welche USB-Akkus sind für kleine und große Reisen zu empfehlen, welche nimmt man beim Camping mit? GIGA gibt einen Überblick über Powerbanks und nennt Empfehlungen für verschiedene Bedürfnisse.

Der Smartphone-Akku ist leer? Ungut, wenn man mit seinem Fahrrad ohne Google Maps in der Pampa steht. Ungut, wenn der Schaffner kommt und das Ticket auf dem Handy gespeichert ist. Hat man längere Zeit keine Steckdose zur Verfügung, ist es nie schlecht, eine Powerbank in der Tasche zu haben. Wir sind auf die Suche nach kleinen und günstigen bis hin zu großen und leistungsfähigen USB-Akkus gegangen und haben sie ausprobiert. Hier kommen unsere Empfehlungen:

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PNY T2600: Für Notfälle immer dabei

Mit so einer kleinen Powerbank kommt man heute nicht mehr weit. Und doch ist der PNY T2600 schon seit Jahren der Akku, den ich selbst am häufigsten im Gepäck habe. Er ist ganz einfach die kleine Notfallversorgung, falls unerwartet das Handy leer ist. Das kann zum Beispiel passieren, wenn man aus Versehen die Kamera-App nicht geschlossen hat. Auch wenn sich das iPhone bei großer Kälte abschalten sollte, reicht die Powerbank, um das Smartphone neu zu starten. Sicherheit, die nur 67 Gramm wiegt.

Ansonsten sind die technischen Daten des PNY T2600 wenig spektakulär: 1 Ampere stehen für behäbiges Aufladen, 2.600 mAh laden kein Smartphone voll auf: Als die Powerbank leer ist, ist der Akkustand des iPhone 11 bei 51 Prozent.

PNY Tseries T2600 Akku 2600mAh

PNY Tseries T2600 Akku 2600mAh

Daten: 2.600 mAh / 9,6 Wh, Input 1 A (Micro-USB), Output 1 A (USB Typ A), Gewicht: 67 Gramm

Vorteile:

  • Klein und leicht

Nachteile:

  • Kapazität reicht nicht zum Volladen von Smartphones
  • Lädt langsam

Fazit: Kleiner und leichter Akku als Notfallreserve, nicht als ordentlicher Energiespeicher.

Anker PowerCore 5000: Der ideale Kompromiss für unterwegs

Den Anker PowerCore 5000 haben wir uns deshalb genauer angeschaut, weil er in der Amazon-Bestsellerliste „Externe Handyakkus“ ein Dauergast ist. Vielleicht trägt zu seiner Beliebtheit bei, dass er in verschiedenen Farben erhältlich ist? Wohl eher, dass er recht günstig ist.

Dank 2 Ampere sowohl für das Laden als auch geladen werden geht es deutlich zügiger vorwärts als bei dem PNY-Akku: In einer halben Stunde hat der PowerCore 5000 das iPhone 11 zu 34 Prozent gefüllt. Mit seiner Kapazität von 5.000 mAh lädt er in unserem Versuch das Smartphone komplett voll und hat dann noch ein paar wenige Prozent Reserve. Den großen Akku des iPad Pro 10,5 lädt der PowerCore 5000 immerhin auf 47 Prozent.

Anker PowerCore 5000 Akku 5000mAh

Anker PowerCore 5000 Akku 5000mAh

Daten: 5.000 mAh / 18,5 Wh, Input 2A (Micro-USB), Output 2 A (USB Typ A), Gewicht: 134 Gramm

Vorteile:

  • Solide Leistung und Kapazität
  • Akzeptable Größe

Nachteile:

  • Nicht das modernste Modell hinsichtlich Leistung

Fazit: Guter Kompromiss aus Größe und Leistung für unterwegs.

Anker PowerCore 10K Wireless: Die Powerbank mit kabellosem Laden

Die 10.000 mAh Kapazität des Anker PowerCore 10K Wireless geben Sicherheit: Mit so einem Akku zum Smartphone im Gepäck kommt man gut über das Wochenende, er lädt sogar das iPad Pro 10,5 fast komplett auf. Die große Besonderheit des neuen Anker PowerCore 10K Wireless: Er bietet kabelloses Aufladen. „Brauche ich nicht unterwegs“, mögen da viele sagen. Und ehe man es sich versieht, kommt man doch in eine Situation, in der man es nutzt: Wenn das Ladekabel bricht oder verloren geht, wenn man für das Smartphone des Kumpels keinen passenden Anschluss dabei hat, kann man auf Wireless Charging zurückgreifen. Eine weitere Situation: Als ich mal das iPhone für ein Foto ins Wasser tauchte, musste ich lange warten, bis ich es über den Ladeport wieder aufladen konnte. iOS verhinderte über viele Stunden das Laden. Die kabellose Methode wäre schon nach kurzer Zeit wieder möglich gewesen.

Man kann den Anker PowerCore 10K Wireless auch stationär als kabelloses Ladepad einsetzen. Wenn man es eilig hat, sollte man dennoch auf einen der beiden USB-Ladeports zurückgreifen: In einer halben Stunde lädt der Akku das iPhone 11 kabellos auf nur 13 Prozent, mit Kabel dank 2,4 Ampere auf 38 Prozent. Wichtig zu wissen: Der USB-C-Anschluss ist nur als Input konzipiert, echtes Schnelladen also nicht möglich. Bei so einem modernen Akku erwartet man dann doch noch etwas mehr.

Anker PowerCore 10000mAh Wireless Powerbank

Anker PowerCore 10000mAh Wireless Powerbank

Daten: 10.000 mAh / 37 Wh, Input 2 A (USB C), Output 2,4 A (2x USB Typ A), Wireless-Output: 5 W, Output insg. 2,4A, Gewicht: 214 Gramm

Vorteile:

  • Zügiges Aufladen
  • Kabelloses Aufladen
  • Trotzdem recht kompakt und leicht

Nachteile:

  • Kabelloses Aufladen langsam
  • Gesamtleistung beider USB-Ports mäßig, kein Schnelladen

Fazit: Guter Allrounder mit kabellosem Laden, attraktives Verhältnis von Kapazität und Gewicht.

Green Cell PowerPlay10: Durchdachte Anschlüsse

In dieser attraktiven Klasse, mit 10.000 mAh, haben wir uns noch einen zweiten Akku angesehen: die PowerPlay10 vom Batterieexperten Green Cell. Im Vergleich zum Anker-Akku bietet sie zwar kein kabelloses Laden. Dafür punktet die Powerbank in ihrer neuen Version mit durchdachten Anschlüssen, wie man sie aktuell nur selten findet: Der USB-C-Port dient als Ein- und Ausgang. Man kann damit also die Powerbank aufladen, aber auch das Smartphone oder Tablet anschließen. Dank Power Delivery läuft das zügig ab: Das iPhone 11 war im Test in 30 Minuten auf 52 Prozent geladen. Doch auch Quick Charge 3.0 wird unterstützt. Die Kapazität scheint aber niedriger zu sein als bei Anker: Unser iPad Pro lud der Akku auf nur 89 Prozent auf. Bei der Konkurrenz waren es 9 Prozent mehr.

Wer noch keine Ladekabel mit USB C besitzt (gibt es übrigens auch von Green Cell) oder die Geräte eh kein Schnellladen unterstützen, der kann die zwei normalen USB-Ports (Typ A) nutzen. Aufladen lässt sich die PowerPlay10 neben USB C auch über MicroUSB. Im Lieferumfang ist sinnvollerweise aber ein USB-auf-USB-C-Kabel enthalten.

Green Cell GC PowerPlay10 10000mAh

Green Cell GC PowerPlay10 10000mAh

Daten: 10.000 mAh / 38,5 Wh, Input 2A, Output 2x 2,4A, insg. 18 W (USB-C PD), Gewicht: 196 Gramm

Vorteile:

  • Schnelladen möglich (PD)
  • Durchdachte Anschlüsse

Nachteile:

  • -

Fazit: Attraktives Verhältnis von Kapazität und Gewicht. Wer auf das kabellose Laden verzichten kann, bekommt hier gute Anschlüsse.

Ansmann Powerbank 20.000 mAh: Tagelanges Camping kann kommen

Viel wiegt viel, muss der Spruch für Powerbanks lauten: Die Ansmann Powerbank 20.000 mAh (1700-0113) bringt mit 392 Gramm ordentlich was auf die Waage. Grund dafür sind die stolzen 20.000 mAh Kapazität. Die reicht nicht nur, um Tablets mehr als einmal aufzuladen, sondern viele Smartphones rund sechs Mal aufzutanken. Wer für mehrere Tage in steckdosenloser Umgebung campt, kann hiermit sein Smartphone gut versorgen.

Neben der hohen Kapazität im Aluminiumgehäuse sind die durchdachten Anschlüsse die Besonderheit des Akkus der deutschen Firma: Neben zwei USB-Ports QC 3.0 gibt es einen USB-C-Steckplatz. Letzterer kann wie bei der oben genannten Green-Cell-Powerbank zum Aufladen des externen Akkus, als auch zum Anschluss des Smartphones verwendet werden. Eine derartige Ausstattung ist aktuell noch recht selten zu finden, aber sinnvoll! Dank Power Delivery (PD) lädt die Powerbank mit bis zu 3 Ampere bei 5 Volt. Das iPhone 11 war damit nach 30 Minuten schon zu 52 Prozent gefüllt.

Den Akku selbst kann man neben USB C auch über Micro-USB an die Steckdose schließen. So wünscht man sich die Anschlüsse an einer Powerbank.

ANSMANN 1700-0113 Powerbank 20000 mAh

ANSMANN 1700-0113 Powerbank 20000 mAh

Daten: 20.000 mAh / 74 Wh, Input 2 A (Micro-USB, USB C), Output 3 A bzw. 18 W USB PD (2x USB Typ A, USB C), Gewicht: 392 Gramm

Vorteile:

  • Sehr hohe Kapazität
  • Durchdachte Anschlüsse
  • Schnelladen möglich (PD)

Nachteile:

  • Hohes Gewicht

Fazit: Wer eine Powerbank mit einer großen Kapazität benötigt, liegt bei der Ansmann Powerbank 20.000 mAh 1700-0113 goldrichtig.

Powerbank im Test: Hinweise

Alle oben genannten Powerbanks haben wir im Einsatz überprüft, Ladezeiten gemessen, das Produkt gewogen. Die Informationen zur Kapazität sowie der verwendeten Ladestandards sind Herstellerangaben.

Powerbank kaufen: Das sollte man außerdem wissen

Wie groß sollte die Kapazität einer Powerbank sein?

Die Bedürfnisse sind ganz unterschiedlich – wie oben im Artikel ja schon anklang. Wer bei einem Tagesausflug GPS verwendet und nicht mit leerem Akku dastehen will, steckt eine Powerbank mit 3.000 oder 5.000 mAh ein. Wer beim Camping fünf Tage keine Steckdose zur Verfügung hat, der packt am besten einen 20.000-mAh-Riegel in die Tasche. Das reicht, um ein Smartphone rund sechs Mal aufzuladen.

Kann ein 5000-mAh-Akku ein 5000-mAh-Smartphone ganz vollladen?

Nein. Einerseits nennt die Herstellerangabe meist die Energie, die beim Aufladen des externen Akkus benötigt wird – nicht die, die gespeichert wird. (Das ist eigentlich ein fauler Trick ...). Beim Aufladen der Powerbank gibt es genauso wie beim Laden des Smartphones Verluste. Grund ist die Spannungswandlung, so dass sich jeweils etwa 15 Prozent Energie in Abwärme verabschiedet. Zudem behalten Powerbanks etwas Restkapazität ein, um Tiefentladung zu vermeiden. Ein 10.000-mAh-Akku kann einen 2.000-mAh-Smartphone-Akku rund dreineinhalb Mal aufladen.

Ist die Ampere-Angabe (A) wichtig?

Mit den Ampere (A) kann man auf die Dauer des Ladevorgangs Rückschlüsse ziehen. Ein Akku mit einem 1-A-Ausgang lädt in einer halben Stunde ein Smartphone lange nicht so weit auf wie ein 2,1-A-Port – siehe oben. Allerdings müssen Smartphone und Powerbank den selben Ladestandard verstehen. Aktuelle Powerbanks und Smartphones leisten das. Am besten ist natürlich Schnellladen über USB C mit Power Delivery (PD). Das bieten aktuell nur sehr gute Akkus, zum Beispiel die Ansmann-Powerbank oben.

Übrigens: Nicht nur das Smartphone will man zügig laden, sondern oft auch die Powerbank. Hierfür braucht man einerseits ein leistungsfähiges Netzteil. Für unterwegs eignet sich hervorragend der Anker PowerPort III Nano. Er ist klein, leicht und bietet über den USB-C-Anschluss dennoch 18 Watt (PowerDelivery). Um die kurzmöglichste Ladezeit zu erreichen, muss natürlich auch der Input der Powerbank PowerDelivery unterstützen.

Sebastian Trepesch
Sebastian Trepesch, GIGA-Experte für Apple-Produkte und -Software, Fotografie, weitere Technikprodukte.

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