Horror ist rar gesät im Videospiel-Universum, und guter Horror findet sich zuweilen nur hin und wieder; ganz besonders, wenn ihr schon alle großen Spiele durch habt. Passend zum Horroktober möchte ich auch deshalb Mundaun vorstellen: Ein handgezeichneter Albtraum in den Alpen, den ihr im Blick behalten solltet.

 

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Es ist schwer, ein kleine, handgezeichnete und mehr oder weniger von einem einzelnen Mann entwickelte Horror-Mär an den Spieler zu bringen. Oder an die Games-Redaktionen. Dennoch griff vorletzte Woche eine bitterböse, grau-schwarze Hand nach uns, und zerrte uns in eine Demo für Mundaun: Einem Albtraum in den Alpen, der auf entstellte Grafik, Halb-Dunkelheit und beige, leere Schneeweiten setzt. Ich will, dass ihr davon erfahrt, denn es war gut: Es war gruselig.

Was Mundaun ist? Seht selbst, immerhin sagen Bilder oft mehr als Worte:

Mundaun: Announcement Trailer

Mundaun ist nicht Jump-Scares, sondern Horror mit Adventure-Elementen

Ein bedrückendes Summen, leere, weiße Weiten vor euch und dann eine Fackel in der Nacht: Nein, ich will der Fackel jetzt nicht mitten in der Nacht irgendwohin folgen, danke. Aber das müsst ihr trotzdem, auch, wenn ihr seht, dass diese Fackel von niemandem getragen wird, als ihr nah genug seid. Ein bisschen liebe ich Mundaun für seine Langsamkeit und eckige, bizarre Grafik, für seinen Fokus auf inhärenten Terror, und nicht auf Schreckmomente oder Blut-Gedärme-Raves. Was es womöglich auch hat, wer weiß: Ich durfte immerhin nur die Demo schauen.

Mundaun erzählt die Geschichte von jemandem, der nach dem Tod seines Großvaters in einem Feuer zur kleine Gemeinde Mundaun zurückkehrt; ein winziger Ort mit noch weniger Einwohnern, verteilt in schneeweißen Weiten. Der Protagonist – ihr – ist an diesem Ort aufgewachsen, doch jetzt ist nichts mehr, wie es war: Seltsame Lichter in der Nacht, bizarre Gestalten in vor euren Fenstern. Ihr tretet eine Reise an, um aufzuklären, was hier wirklich passiert ist. Und ihr entdeckte dabei Dinge wie etwa das hier:

Oder auch das hier:

Aber Mundaun ist auch nicht nur ein Walking-Simulator, falls ihr das denkt: Seltsame Bewohner werden euch jagen oder dichte, immer summende Bienen-Schwärme auf euch hetzen; es wird Safe-Häuser geben, vor deren Fenster die Gegner zuweilen warten, starren; ihr sollt Rätsel lösen und immer tiefer in jenes dunkles Geheimnis eindringen, das die Alpen verbergen. Es gibt ein Angst-System, das euch langsamer laufen lässt, je stärker ihr euch ängstigt – und eine Lebensanzige.

Allein der Schauplatz ist besonders: Keine dunkle Höhle (zumindest nicht nur) sondern weiße, isolierte Weiten, die aufgrund des handgezeichneten Stils und der Farbgebung dunkel-beige sowie eckig vor euch emporragen, schaurig und anders als das echte Mundaun in der Schweiz. Horror im Hellen zu schaffen braucht zuweilen mehr Geschick, als uns in dunklen Häusern oder Wäldern gruseln zu lassen – falls ihr Midsommar kennt, wisst ihr, was ich meine.

In der Demo folgt unser Protagonist mit den ekelhaften Händen nicht nur einem Licht in der Nacht oder wird von Bienen-Monstrositäten angegriffen; er darf auch Kaffee kochen und Wasser mittels einer Pumpe draußen vor dem Haus seine Großvaters sammeln. Diese Dinge müsst ihr keineswegs tun, aber Mundaun will dafür sorgen, dass ihr euch voll ins Spiel hineinzufühlen könnt – wenn ihr wollt. Was gut ist, denn gerade langsamere, weniger Peng-Schreck!-artige Spiele brauchen eine tiefe Atmosphäre, um Angst auf anderer Ebene zu schüren. Ich konnte nicht das volle Spiel erleben, aber ich denke, es ist auf einem sehr guten Weg, das zu erreichen. Lest mehr zum Spiel auf der offizielle Seite des Entwicklers.

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Neben größeren Releases wie Amnesia: Rebirth im Oktober oder Phasmaphobia, das schon jetzt in der Alpha erhältlich ist, könnte Mundaun die Nische des bizarren Horrors wunderbar in Zukunft ausfüllen. Leider erscheint es aber noch nicht im Horroktober, sondern erst im kalten Frühjahr 2021. Auch passend, ein wenig.

Mundaun soll sich alle möglichen Plattformen vornehmen, sobald es in den Release schleicht: PlayStation 5, Xbox Series X, PC, PlayStation 4, Xbox One und Nintendo Switch. In der Demo erschien es mir neben ein, zwei Bugs so gut wie fertig entwickelt zu sein, daher könnte Frühjahr 2021 mit dem Release klappen. Hoffen wir es!