Mac mini 2014 vs. Mac mini 2012: Vergleich und Kaufempfehlung

Sven Kaulfuss 30

Nach zwei Jahren aktualisiert Apple schlussendlich doch den Mac mini. Wir vergleichen beide Generationen des kleinsten Macs und fragen uns am Ende: Ist das Update vielleicht gar ein Downgrade und lohnt dann der Kauf des alten Modells?

Mac mini 2014 vs. Mac mini 2012: Vergleich und Kaufempfehlung

Vorab: Äußerlich unterscheiden sich die beiden Jahrgänge des Mac minis nicht – Abmessungen und Gewicht sind identisch. Allerdings zeigt sich der neue Mac mini jetzt sehr verschlossen, ist für den Anwender nicht mehr ohne Garantieverlust zu öffnen – wir berichteten.

Mac mini: Anschlüsse und Kommunikation

 

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Beginnen wir zunächst mit dem Positiven. Anschlusstechnisch präsentiert sich der neue Mac mini des Jahrgangs 2014 auf der Höhe der Zeit. Hinzugekommen sind zwei Thunderbolt-2-Anschlüsse (bis zu 20 GBit/s). Verzichten muss er dagegen auf den bisher verbauten FireWire-800-Port. Kann man verschmerzen, denn zukunftsträchtig ist die alte Technologie nicht mehr. Wer dennoch alte Peripherie besitzt, greift entweder zum passenden oder schließt ein Thunderbolt-Dock mit FireWire an (beispielsweise ).

Mac mini 2012 Mac mini 2014
Thunderbolt 1x Thunderbolt (bis zu 10 Gbit/s) 2x Thunderbolt 2 (bis zu 20 Gbit/s)
FireWire 1x FireWire 800 (bis zu 800 Mbit/s) nein
USB 4x USB 3 Anschlüsse (bis zu 5 Gbit/s) 4x USB 3 Anschlüsse (bis zu 5 Gbit/s)
HDMI ja ja
SD-Slot SDXC Kartensteckplatz SDXC Kartensteckplatz
Ethernet 10/100/1000BASE-T (Gigabit) 10/100/1000BASE-T (Gigabit)
Audio Audioeingang/-ausgang Audioeingang/-ausgang
WLAN IEEE 802.11a/b/g/n IEEE 802.11a/g/b/n/ac
Bluetooth Bluetooth 4.0 Bluetooth 4.0

Auch unterstützt der die derzeit schnellste und aktuellste WLAN-Technologie 802.11ac. Vorausgesetzt man besitzt einen kompatiblen Router (kann, muss aber nicht von Apple stammen), flitzen die Daten nur so durch den Äther.

Übrigens: Selbst der in anderen Macs nicht mehr auffindbare IR-Port für die  hat es ins neue Modell geschafft.

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Apples aktuelle Verspätungen in der Übersicht: AirPlay 2, Mac Pro, iPad mini, AirPower und mehr.

Arbeitsspeicher, Festplatte und CPU: Ein Rückschritt

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Ein trauriges Kapitel. Zwar kann der neue Mac mini gegenüber dem noch immer mit bis zu maximal 16 GB RAM ausgestattet werden, allerdings ist eine spätere Nachrüstung nicht mehr möglich. Apple verlötet neuerdings den Arbeitsspeicher und auch den Prozessor – ein Austausch scheidet somit kategorisch aus. Ergo: Schon beim Kauf sollte man sich darüber klar sein und lieber etwas mehr Arbeitsspeicher hinzunehmen. Die Preise hierfür sind allerdings kein sonderliches Schnäppchen. Für 8 GB RAM beim kleinsten Modell verlangt Apple eine Aufpreis von 100 Euro, für 16 GB sogar 300 Euro. 200 Euro kostet das Upgrade von 8 auf 16 GB RAM bei den größeren Modellen.

Mac mini 2012 Mac mini 2014
Arbeitsspeicher maximal 16 GB 1600 MHz DDR3 RAM (austauschbar) maximal 16 GB 1600 MHz LPDDR3 RAM (verlötet)
Festplatte/SSD 500 GB bzw. 1 TB Festplatte oder 256 GB SSD oder 1 TB Fusion Drive 500 GB bzw. 1 TB Festplatte oder 256 GB, 512 GB, 1 TB SSD oder 1 TB Fusion Drive
Prozessoren 2,5 GHz Dual-Core Intel Core i5 (Turbo Boost bis zu 3,1 GHz), 2,3 GHz Quad-Core Intel Core i7 (Turbo Boost bis zu 3,3 GHz), 2,6 GHz Quad-Core Intel Core i7 (Turbo Boost bis zu 3,6 GHz) 1,4 GHz Dual-Core Intel Core i5 (Turbo Boost bis zu 2,7 GHz), 2,6 GHz Dual-Core Intel Core i5 (Turbo Boost bis zu 3,1 GHz), 2,8 GHz Dual-Core Intel Core i5 (Turbo Boost bis zu 3,3 GHz), 3,0 GHz Dual-Core Intel Core i7 Prozessor (Turbo Boost bis zu 3,5 GHz)

Der SSD-Speicher innerhalb eines Fusion Drives (Kombination aus SSD und Festplatte) wird beim neuen Mac mini per PCIe angesteuert, dies verspricht einen deutlichen Geschwindigkeitszuwachs – eine klare Kaufempfehlung für ein Fussion Drive. Dafür verzichtet man jedoch auf die Erweiterung einer zweiten Festplatte. Nur noch einen einzigen SATA-Anschluss besitzt der kleine Mac. Demzufolge fiel auch das des Mac minis aus dem Apple-Programm.

Die Prozessoren stammen aus der aktuellen Haswell-Familie von Intel, der noch nicht verfügbare Nachfolger Broadwell kommt nicht zum Einsatz. Der alte Mac mini hingegen nutzt den unmittelbaren Vorläufer von Haswell, Ivy Bridge. Wirklich schneller ist der neue Mac mini gegenüber den Vorgänger damit aber nicht, denn ab sofort gibt es nur noch Dual-Core-Modelle. sind auch gegen Aufpreis nicht mehr zu haben. Insbesondere bei Rechenoperationen, die mehrere Kerne unterstützen, zeigt sich dieser Nachteil sehr deutlich – wir berichteten über entsprechende Benchmark-Ergebnisse. Vor allem auch das Einstiegsmodell des neuen Mac mini mit einem 1,4 GHz getakteten Core i5 ist alles andere als ein „Sprinter“.

Unterm Stich: Der nicht aufrüstbare Arbeitsspeicher und der Verzicht auf Quad-Core-Prozessoren sind zu bemängeln– ein echtes Update sieht anders aus.

Grafikleistung: Vorteil für den neuen Mac mini

Besser die Grafikleistung des neuen Mac mini. Im alten Modell werkelte noch die Intels HD Graphics 4000 – 4K-Displays oder Fernseher konnte man damit nicht ansteuern. Besser der neue Mac mini. Im kleinsten Modell setzt Apple auf Intels HD Graphics 5000, die beiden größeren Varianten nutzen die Intel Iris Graphics. Per HDMI lassen sich daran auch 4K-Displays oder TVs verwenden. Der Wermutstropfen: Richtig flüssig ist der Bildschirmaufbau dann nicht. Maximal 30 Hz bei einer Auflösung von 3840 x 2160 Pixeln, maximal 24 Hz bei einer Auflösung von 4096 x 2160 Pixeln. Die größeren MacBook Pros (15 Zoll) und der Mac Pro können derartige Pixelmonster immerhin mit 60 Hz ansprechen.

Preise: Vermeintliche Preissenkung

Den Preis konnte Apple leicht senken. Das Einstiegsmodell mit dem – leider sehr schwachen – Core i5 (1,4 GHz) kostet im Apple Store . Sein Vorgänger hingegen , der dafür aber auch schneller unterwegs sein dürfte. Im oberen Segment (Modelle zu ) verliert sich der vermeintliche Preisvorteil, denn statt gibt’s nur noch Zwei-Kern-Kost.

Fazit und Kaufempfehlung: Mac mini 2014 vs. Mac mini 2012

Festzuhalten gilt: Der Mac mini ist noch immer der preisgünstigste Mac und somit für nicht wenige eine potentielle und attraktive „Einstiegsdroge“ in die Welt von OS X. Hingegen gilt auch: Den alten Mac mini konnte man noch aufrüsten und dank Quad-Core-Prozessoren war er eine leistungsfähige Alternative zu den größeren iMacs. Ein vollumfängliches Update, mit dem jeder zufrieden sein kann, hat uns Apple da leider nicht spendiert. Leistungshungrige Mac-mini-Interessierte sollten daher eventuell noch zu den greifen. Alle anderen (vor allem Mac-Einsteiger) dürfen beherzt auch den etwas abgespeckten, neuen Mac mini wählen.

Quiz: Bist du ein Mac-Experte?

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